Das Moratorium gegen die Zulassung von gentechnischen Verfahren in der Lebensmittelproduktion wird Ende 2024 auslaufen. Momentan deutet alles darauf hin, dass dieses Moratorium nicht mehr verlängert werden wird. Bio Suisse hat nun anlässlich der Delegiertenversammlung vom 16. November 2022 in Olten, die Debatte darüber lanciert. 

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Zuerst wurden an der Herbstdelegiertenversammlung von Bio Suisse die statutarischen Geschäfte behandelt. Dabei wurde u.a. nach einer lebhaften Diskussion das Budget 2023 verabschiedet sowie beschlossen, dass Bio-Apfelessig zukünftig auch aus rückverdünntem Apfelsaftkonzentrat hergestellt werden darf. Nach der Mittagspause wurde zudem der Grand Prix Bio Suisse verliehen, Dieses Jahr ging er an das Projekt «Strauss Bioagrikultur» von Pascale und Jürg Strauss aus Rickenbach/ZH (https://www.bioagrikultur.bio) Sie bewirtschaften ihren Hof auf der Basis von Permakultur und vermarkten ihre Produkte primär direkt, u.a. über ein Getreideabo. 

Anschliessend wurde die Debatte zur Gentechnik in der Schweiz aus Sicht Bio lanciert. Fachleute aus der Schweizer Bio-Branche haben dabei Vor- und Nachteile der neuen Gentechniken intensiv diskutiert. Mit drei Kurzreferaten wurde dazu die Basis für eine sehr lebhafte Diskussion auf dem Podium gelegt. Darunter war auch eine Videobotschaft von Jan Plagge, dem Präsidenten von der IFOAM und von Bioland. 

Biosuisse DV 2022 PodiumAuf dem Podium von links nach rechts: Jürg Niklaus, Präsident vom Verein «Sorten für morgen»; Amadeus Zschunke, Pflanzenzüchter und Geschäftsleiter von Sativa-Rheinau AG; Eva Gelinsky, Agrarspezialistin für Saatgutpolitik und Wissenschaft; Olga Hänni, Bio-Bäuerin vom HofHeimenhausen; Angelika Hilbeck, Agraökologin von der ETH Zürich.

Ausser für Jürg Niklaus, war für alle Expert:innen der Fall klar: Auch die neuen Techniken sind ein Eingriff in die Zelle und damit nicht mit den Prinzipien des Biolandbaus vereinbar. Angelika Hilbeck wies zudem darauf hin, dass auch viele Haftungsfragen überhaupt noch nicht geklärt wären. Und eine Mutation im Labor sei nicht mit einer natürlich erfolgten Mutation in der Natur zu vergleichen, auch wenn dies nicht mit artfremden Genen gemacht wird. Die Forderungen sind klar: Gentechnik sei auch in Zukunft strikt zu regulieren. Auch CRISPR-Cas und andere neue Methoden gehören ins Gentechnik-Gesetz. Und gleichzeitig müsse die Bio-Züchtung stärker gefördert werden. Diese Forderungen wurden von den Bio Suisse-Delegierten gut aufgenommen. Die Diskussion soll nun bis in den Frühling in den Mitgliedorganisationen und Gremien fortgesetzt werden.

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Markus Johann

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