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Am Samstag, 21. August 2010 feiert die Produzenten-Konsumenten-Genossenschaft Bern ihr 30jähriges Jubiläum und lädt ein zu einem Fest auf der Mittelstrasse.

Der Hallerladen hat sich in 30 Jahren von einem spleenigen PKGB-Lädeli zu einem grossen Biomarkt in der Länggasse entwickelt, der nach wie vor denselben Werten verpflichtet ist: Nämlich taufrische, regionale und garantiert biologische Lebensmittel zu verkaufen und dabei den ProduzentInnen faire Preise zu bezahlen. Eine Idee, die wieder taufrisch ist, wie die Vertragslandwirtschaft zeigt. Die Genossenschaft ermöglicht dabei ein nachhaltiges Wirtschaften und ein direktes Mitreden. Ein Modell, das Anklang findet, traten doch im Jubiläumsjahr 100 neue Mitglieder bei.

1980 wird die Produzenten-Konsumenten-Genossenschaft Bern gegründet, ein politisch-sozial-wirtschaftliches Projekt, als Zeichen gegen das Lädelisterben, als selbstverwalteter Betrieb und als ein Ort für die Propagierung und Vermarktung von biologisch erzeugten Lebensmitteln.

Das bedeutet auch, dass die unterschiedlichen Interessengruppen der ProduzentInnen und KonsumentInnen in einer Genossenschaft zusammenzuarbeiten. Die Idee stösst auf reges Interesse, wird aber auch belächelt: "Bio, was soll das sein?"

Die damaligen Pioniere glaubten an die Zukunft der biologischen Landwirtschaft. Heute, 30 Jahre später, werden in der Schweiz mit biologischen Produkten mehr als 1,5 Milliarden Franken erwirtschaftet. Dieser Wachstumsboom zeigt sich auch in der Entwicklung des Hallerladens, 2005 zügelte das Geschäft vom kleinen Milchladen an der Hallerlstrasse 1 in ein grosszügiges Lokal an der Mittelstrasse, mitten im Länggass-Quartier.

Bei allen Veränderungen steht ein Anliegen immer im Zentrum der Produzenten-Konsumenten-Genossenschaft: das gegenseitige Verständnis. So arbeiten heute alle Angestellten im Hallerladen mindestens einen Tag im Jahr auf einem Lieferantenbetrieb mit: sie helfen beim Äpfel ausschneiden, beim Rüebli jäten, bei der Kartoffelernte, melken Ziegen oder füllen Mehl in Säcke ab. Dieser Arbeitstag bringt eine Nähe zu den Produkten, die wir im Laden verkaufen und natürlich einen Einblick in den Arbeitsalltag der Produzentenfamilien.

Diese ProduzentInnen der Genossenschaft bieten an 12 Marktständen essen und trinken, offerieren Spezialitäten wie frisch gepresste Öle aus der Ölpresse, betreiben eine Mehlmühle und Ponyreiten für Kinder. Die Strohlounge lädt zum Verweilen ein und verschiedene Musikgruppen unterhalten mit jazziger bis urtümlicher Schweizermusik. Ein offizieller Festakt um 14h würdigt die Arbeit der letzten 30 Jahre. Und ausserdem: ausgewählte Produkte im Hallerladen sind zu Preisen wie anno dazumal erhältlich.

Hier lesen Sie die Festschrift vom Hallerladen (pdf-Datei, 182 KB)

Jubiläumsfest, Samstag, 21. August 2010, 10h bis 16h auf der Mittelstrasse/Ecke Länggassstrasse

Von Natur aus sind Kühe behornt. Doch heute haben 90% (!) der Kühe in der Schweiz keine Hörner mehr.

Jährlich werden 200'000 Kälber enthornt. Auf Milchpackungen haben alle Kühe Hörner. Eine Mogelpackung!

KAG macht Werbung für ein altes Demeter-Anliegen

Bund und Landwirtschaft empfehlen, alles Rindvieh zu enthornen, weil Hornkühe zu gefährlich seien. Eine vorgeschobene Argumentation. Zahlreiche Bauernhöfe zeigen, dass es sehr wohl funktioniert, behornte Kühe im Laufstall zu halten.

KAG greift mit diesen Argumenten ein altes Demeter-Anliegen auf. Zu den ersten Höfen mit behornten Kühen im Laufstall gehörte l'Aubier in Montézillon oberhalb Neuchâtel. Deshalb ist es merkwürdig, dass an der "Pro-Hornkuh-Pressekonferenz" neben KAG zwar das Forschungsinstitut für biologischen Landbau und die Stiftung für das Tier im Recht, nicht aber Demeter vertreten sind. - Warum?

KAG-Geschäftsleiter Roman Weibel: "Wir haben bewusst das Hörnerprojekt nicht mit Demeter zusammen lanciert, weil wir zwei Aussagen haben, die für Demeter nicht bequem sind, wir aber Demeter deswegen nicht in die Bedrouille bringen wollen: Laufstall und täglicher Auslauf. KAGfreiland will Laufstall als Pflicht. Per Ende dieses Jahres geht eine zehnjährige Übergangsfrist in unseren Richtlinien zu Ende." 17 KAG-Höfe haben es nicht geschafft, auf Laufstall umzustellen, deshalb werden sie nicht mehr mit dem KAG-Label vermarkten können.

Dass verschiedene Organisationen ihre Prioritäten unterschiedlich setzen, ist normal. Ebenso aber auch, dass verschiedene Organisationen mit einem gemeinsamen Anliegen, dieses gemeinsam vertreten, auch wenn sie sich in vielen anderen Punkten widersprechen. Mit Bedrouille hat das dann eigentlich nichts zu tun. Deshalb erscheint die Art und Weise, wie KAG ihr Anliegen in die Öffentlichkeit bringt, etwas seltsam und dem Anliegen abträglich.

KAG hat es als "Ein-Themen-Partei" wesentlich einfacher, Einzelpostulate zu forcieren. KAG ist Tierschutzspezialistin. Die Anbauorganisationen müssen gleichzeitig immer mehrere Anliegen unter einen Hut bringen. Dass nur Tierhaltungsethik, nicht aber beispielsweise Produktqualität von KAG thematisiert wird, zeigte sich bereits in den Anfängen, als es einerseits konventionell gefütterte KAG-Hühner gab, andererseits bio-gefütterte Hühner, welche nicht KAG-konform gehalten wurden.

Wenn Demeter seit eh und je Behornung fordert, so hat das mit der Anschauung vom Wesen der Kuh zu tun, mit ihrer ausserordentlichen Stoffwechselkonstitution und der Funktion der Hörner in den Stoffwechselprozessen. Eine solche ganzheitliche Anschauung beinhaltet selbstverständlich auch ethologische Aspekte, gewichtet diese aber nicht gleich, wie das eine auf ethologische Aspekte spezialisierte Organisation tut (oder viel einfacher tun kann).

Laufställe mit behornten Kühen müssen grösser sein, damit Ausweichen der hierarchisch tiefer gestellten Hornträger besser möglich ist. Für Laufstallbauten gibt es Beiträge - aber halt nur für die Minimalversion. Hier liegt ein Problem, das vielleicht auch einzelnen der 17 ausscheidenden KAG-Bauern Bauchweh gemacht hat. Das wäre zum Schluss noch ein ganz praktisch-wirtschaftlicher Aspekt. Für Landwirte halt auch ein Gesichtspunkt.

Matthias Wiesmann, 16.08.2010

"Die Vorstellung, was «gutes» Essen ist, ist an einem Wendepunkt: Neue Werte und Sehnsüchte bestimmen zunehmend das Konsumentenverhalten, " so der Befund der aktuellen GDI-Pilotstudie.

Basierend auf 613 Konsumenteninterviews, «face-to-face», in der Schweiz und Deutschland leiten die Autorinnen Nicole Lüdi und Mirjam Hauser den "Consumer Value Monitor (CVM)" ab, der Aufschluss darüber geben soll, wie "neue Sehnsuchtsfelder den Lebensmittelkonsum verändern."

"Reconnection", so der Begriff die Suche nach neu-alten Sicherheiten und Heimatgefühlen beim Lebensmitteleinkauf. Auch die Bioqualität wird dabei klar in diesem Sehnsuchtsfeld verortet, idealerweise verbunden mit regionaler und traditioneller kulinarischer Ernährungskultur.

Ihre Meinung?

bionetz.ch-Kontakt: Peter Jossi, p.jossi@bionetz.ch, 11.08.2010

Infos und Bestellung:

http://www.gdi.ch/de/publikationen/consumer-value-monitor-cvm

GDI Studie Nr. 35 / 2010

Consumer Value Monitor (CVM)
Wie neue Sehnsuchtsfelder den Lebensmittelkonsum verändern

Autorinnen: Nicole Lüdi, Mirjam Hauser
GDI-Research-Board: David Bosshart, Stephan Berthoud, Karin Frick, Martina
Kühne, Peter Kruse, Frank Schomburg

Sprache: Deutsch

Basisbericht, plus 1. Update (Erhebung 2009) kostenlos dazu.
Version: PDF Deutsch - CHF 240.-

(Matthias Wiesmann/ bionetz.ch) - "Die Revolution frisst ihre Kinder" ist eine gängige Redensart. Man könnte den Eindruck bekommen, sie treffe auch für die Entwicklung bei Bio Partner zu.

Nach der Fusion im Jahr 2007 von Eichberg Bio, Vanadis und Via Verde konstituierte sich ein "paritätischer" Verwaltungsrat der bisherigen Hauptaktionäre. Seit der Frühjahrs-Generalversammlung 2010 ist keiner der Pioniere mehr im Verwaltungsrat. An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 31. August betritt ein neuer, unbekannter Aktionär die Bühne. Wenn alles so läuft, wie angedacht, bedeutet das nicht nur Normalisierung im unternehmerischen Führungsbereich, sondern auch langfristige Sicherung der Entwicklung.

Im Personalrestaurant von Bio Partner haben sie lange überlebt, Hanspeter Bühler und Mäni Mahler, Rücken an Rücken auf einem Plakat. Die Pose soll die Devise illustrieren: Kooperation statt Fusion. Die Devsie ist immer noch gut. Das Plakat ist aber schon eine Weile entfernt und die Realität ist erst recht ganz anders.
Die Fusion der drei Unternehmungen Eichberg Bio, Vanadis und Via Verde ist vollzogen. Rechtlich schon seit drei Jahren, inzwischen aber auch operativ. Neue Räumlichkeiten wurden bezogen, Abläufe wurden neu gestaltet, viele MitarbeiterInnen haben die Unternehmungen verlassen, neue sind gekommen. Eine Unternehmung mit gegen 100 Mio CHF Umsatz ist entstanden.

Dass solches von den Kunden nicht unbemerkt vonstatten geht, ist nicht verwunderlich. Präzision und Frische einzuhalten, ist auch unter normalen Umständen eine permanente Herausforderung. In Phasen tiefgreifender Änderungen wird es erst recht schwierig. Immerhin haben viele unzufriedene Kunden wieder Hoffnung geschöpft. Normalisierung ist im Gang.

Doch während auf der Ebene des Tagesgeschäfts ein Konsolidierungsprozess stattfindet, sind Veränderungen in den oberen Etagen noch im Gang. Ein kurzer Blick zurück: Nach der Fusion im Jahr 2007 von Eichberg Bio, Vanadis und Via Verde konstituiert sich ein "paritätischer" Verwaltungsrat der Hauptaktionärsgruppen Mahler und CoOpera, 2008 setzt die Eichberg-Gruppe ihre Majorität von Zehntelsprozenten ein und wählt einen Verwaltungsrat nach eigenem Gusto - und gleich auch einen neuen Geschäftsführer. Dann 2009: der Geschäftsführer bleibt, zwei gewichtige Verwaltungsräte (E. Mahler und U. Niggli) scheiden aus. An der Generalversammlung im März 2010 wird der Verwaltungsrat fast rundum erneuert.

Die Zeit der Pioniere ist definitiv vorbei. Mit der ausserordentlichen GV Ende August 2010 soll diese Veränderung besiegelt werden. Der einzige Verwaltungsrat, der länger als zwei Jahre Mitglied ist, dürfte dann noch der Produzent Stephan Müller sein. Neu hinzugekommen sind im Frühjahr 2010 ausschliesslich Persönlichkeiten mit grosser Führungserfahrung in verschiedenen Bereichen: Der "Weichkäser" Stephan Bär braucht nicht vorgestellt zu werden; Beatrice Breitenmoser, Geschäftsführerin der Stiftung Rüttihubelbad (Altersheim, sozialpädagogische Einrichtung und Hotel/Restaurant), ist gewissermassen Grosskonsumentin von Bioprodukten; Dieter Benz hat sich als Finanzchef bei Hügli mit der Verarbeitung von Bioprodukten vertraut gemacht; Yves Enderli blickt auf grosse Erfahrungen im nationalen und internationalen Handel zurück. Unisono hört man von diesen Neugewählten, dass sie ein hervorragend zusammenarbeitendes Team seien. An der a.o. GV Ende August soll Yves Enderli zum Vorsitzenden dieses Teams gewählt werden. Doch nicht genug mit den Veränderungen bei den Verantwortungsträgern. Ein Stockwerk höher im Organigramm, bei den Aktionären, bewegt sich ebenfall einiges. Die Hauptaktionäre Mahler und CoOpera haben sich entschlossen, ihre Aktien an die Bio Development Holding (eine Schweizer Firma mit Sitz in Freienbach, Schwyz) zu verkaufen, die damit überhaupt erst den Schritt von der Idee zur wirtschaftlichen Realität vollzieht.

Die Idee wurde von Fabio Brescacin und Urs Mantel entwickelt. Beide haben sich im Verwaltungsrat von Bio Partner kennen und schätzen gelernt. Urs Mantel hatte seine "Bio-Sporen" als VR-Präsident der Via Verde AG abverdient, als er diese Unternehmung mit Hilfe des Geschäftsführers Andi Lieberherr und zahlreichen Gläubigern sanierte. Fabio Brescacin ist die führende Persönlichkeit bei der italienischen Ecor, dem mit Abstand grössten Biogrossisten in Italien. Mit der Fusion mit der Bio-Kette NaturaSi hat Ecor grosses Wissen im Bereich des Bio-Detailhandels erworben. Brescacin und Mantel sind überzeugt, dass die auf den Biofachhandel ausgerichtete Biobranche eine übernationale Zusammenarbeit braucht, als Voraussetzung für ihre Weiterentwicklung. (Man denke nur an die Warenbeschaffung, welche angesichts der Bio-Expansion der konventionellen Supermarktketten immer problematischer wird.)

Der BioPartner-Verwaltungsrat begrüsst diese Entwicklung. Es ist vorgesehen, dass auch EcorNaturaSi Teil der Bio Development Holding wird. Mantel und Brescacin, die als Vertreter des neuen Mehrheitsaktionärs an Bio Partner ebenfalls in den Verwaltungsrat der Bio Partner Schweiz AG eintreten sollen, können hier die übernationalen Aspekte einbringen. Die CoOpera Beteiligungen AG, durch mehrere Beteiligung in der Bio-Branche engagiert, bleibt über ihre Beteiligung an der Bio Development Holding der Bio Partner verbunden.

Eine gute Zusammenarbeit mit KundInnen und Lieferanten ist auf der einen Seite die wirtschaftliche Grundlage eines Grossisten. Auf der anderen Seite braucht es eine solide Finanzierung und gut bestellte Führungsorgane. Spannende und spannungsreiche Jahre liegen zurück. Weniger Spannung werden dem Handels- und Verteilgeschäft von BioPartner gut tun. Die neue Konstellation in Verwaltungsrat und Aktionariat dürfte eine wesentliche Voraussetzung bilden, um das Schiff BioPartner in ruhigere Gewässer zu steuern. Doch auch in diesen Gewässern wird es nicht an Herausforderungen fehlen.

Matthias Wiesmann, bionetz.ch, 14.08.2010

Hinweis:

Auf der neuen bionetz.ch-Website (ab Sept. 2010) finden bionetz.ch-Mitglieder eine ausführliche Darstellung über den Bio-Grosshandel unter dem Menüpunkt "Entwicklung Grosshandel" (im Bereich Bio-Wissen / Überblick)

(Biovision) - "Der um sich greifende Ausverkauf fruchtbarer Böden in Afrika an ausländische Investoren untergräbt die Anstrengungen zur Bekämpfung der Armut und für eine nachhaltige, kleinbäuerliche Landwirtschaft." Dies kritisiert Hans Rudolf Herren, Träger des Welternährungspreises und Gründer von Biovision - der Stiftung für eine ökologische Entwicklung.

Immer mehr Ackerland in Afrika wird von ausländischen Grosskonzernen bewirtschaftet, die auf riesigen Flächen Monokulturen für die Gewinnung von Nahrungs- und Futtermitteln oder Agrotreibstoffen anbauen. Meistens sind die landwirtschaftlichen Produkte für den Export bestimmt. Oft verdrängen sie die einheimische Lebensmittelproduktion - und zwar auch in Entwicklungsländern, in denen Teile der Bevölkerung an Unterernährung leiden.

Die Weltbank hat eine seit Monaten erwartete Studie zum Landraub (Landgrabbing) in Auftrag gegeben, die solche Bedenken offenbar bestätigt. Zwar liegt die offizielle Version des Berichts noch nicht vor, aber durch ein internes Leck sind in den letzten Tagen brisante Ergebnisse der Untersuchung bekannt geworden. Während die Vertreter der Weltbank gewinnorientierte Investitionen in Entwicklungsländern sonst immer als möglichen Ausweg aus Armut und Abhängigkeit preisen, muss die Institution nun einräumen, dass der Flächenerwerb durch ausländische Investoren nur selten zur Verbesserung der Situation vor Ort beiträgt. Die durchgesickerten Resultate der Studie lassen den Schluss zu, die ländliche Bevölkerung profitiere kaum. Vielmehr entstünden häufig Konflikte um Landnutzungsrechte und meistens überwiege der Eindruck von Ausbeutung, zumal sich die Investoren vor allem auf Staaten mit einem schwachen Rechtssystem konzentrierten.

Die Stiftung Biovision beweist mit den von ihr unterstützten Projekten seit über zehn Jahren, dass sich die Produktivität der afrikanischen Landwirtschaft auch ohne Einfluss von ausländischen Agrokonzernen markant steigern lässt. "Dazu braucht es keine industrielle Landwirtschaft mit ihrem enormen Verbrauch an fossiler Energie, Wasser und umweltschädigenden Chemikalien, sondern eine Stärkung der kleinbäuerlichen Strukturen", erklärt Hans Rudolf Herren. "Die unbestrittenen Probleme der Subsistenzwirtschaft lassen sich mit vergleichsweise geringen Investitionen in eine bessere Ausbildung und Information der lokalen Bauern lösen. Dies bedingt jedoch, dass der Boden als zentrale Ernährungsgrundlage in der Hand der ansässigen Bevölkerung bleibt."

Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag (pdf-Datei, 48 KB)

Copyright: © 2010 Biovision, Stiftung für ökologische Entwicklung, Medienmitteilung vom 09.08.2010

Kontakt:
Biovision, Stiftung für ökologische Entwicklung
Schaffhauserstr. 18, 8006 Zürich/Switzerland
Tel. +41 44 341 97 18
Fax. +41 44 341 97 62
E-Mail: info@biovision.ch

Pflanzen können nicht mehr aus Umwelt zurückgeholt werden

(pte) - US-Forscher haben erstmals Beweise dafür gefunden, dass gentechnisch veränderte Pflanzen auch in den USA in freier Wildbahn überleben können.

Ein Team der University of Arkansas http://www.uark.edu hat in North Dakota nach wildwachsendem Raps gesucht. Dabei haben die Forscher in 80 Prozent der gefundenen Wildpflanzen Transgene entdeckt. Die Studienergebnisse wurden beim Treffen der Ecological Society of America in Pittsburgh vorgestellt.

"Die Meldungen aus den USA zeigen, dass man sich über den langfristigen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen immer noch viel zu wenig Gedanken macht", kritisiert Christoph Then von Test Bio Tech http://www.testbiotech.org gegenüber pressetext. "Raps hat viele Kreuzungspartner und kann auch selbst zum Unkraut werden. Der Pollen fliegt über Kilometer, die Samen können über zehn Jahre im Boden fruchtbar bleiben. Auch Jahre nach dem Anbau der gentechnisch veränderten Pflanzen kann man deren Nachkommen noch im Freiland finden."

Kreuzung zweier Gentech-Raps-Sorten
Sagers und ihr Team konnten zwei verschiedene Sorten von transgenem Raps in freier Wildbahn finden. Eine davon war resistent gegen Monsantos Roundup Herbizid (Glyphosate), die andere gegen das Herbizid Gluphosinate von Bayer Crop Liberty. Die grösste Überraschung waren jedoch zwei Sorten von Raps, die gegenüber beiden Herbiziden resistent waren. Das zeigt, dass sich die beiden herbizidresistenten Rapsarten untereinander kreuzen können und zu völlig neuen Varianten führen, deren Risiken nie überprüft wurden.

Insgesamt hatte das Forscherteam um Cindy Sagers elf Verbindungslinien entlang von Strassen und Autobahnen verfolgt, die durch den Bundesstaat North Dakota liefen. "Wir sind diese Wege abgefahren und haben auf einer Strecke von insgesamt 5.000 Kilometern mehr als 600 Stopps eingelegt, um dort Proben zu nehmen", so die Forscherin. An knapp der Hälfte der Plätze konnten die Forscher Raps entdecken. 80 Prozent der gefundenen Rapspflanzen enthielten zumindest ein Transgen. "Wir haben herbizidresistenten Raps entlang von Strassen, an Müllplätzen, bei Supermärkten, Tankstellen und Friedhöfen gefunden", berichtet Sagers.

Keine Chance auf Umkehr
"Wenn derartige Pflanzen einmal ins Freiland gelangen, ist das Risiko sehr hoch, dass sie nicht mehr zurückgeholt werden können. Hier werden neue technisch konstruierte genetische Informationen in die Pflanzenwelt eingebracht, die bei Kreuzungen mit anderen Genen kombiniert werden und zu Pflanzen mit völlig neuen Eigenschaften führen können", erklärt Then. "Um das tatsächliche Risiko für die Umwelt abzuschätzen, müsste man vorhersehen können, wie die Evolution in den nächsten paar Mio. Jahren verlaufen wird. Diese Verantwortung kann keine Firma, keine Regierung und kein Forscher übernehmen."

"Im aktuellen Fall war die Freisetzung noch nicht einmal geplant, sondern erfolgte unbeabsichtigt am Rande von Transportrouten. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie wenig kontrollierbar gentechnisch veränderte Pflanzen in der Praxis sind", meint Then. "Die einzig vernünftige Antwort auf die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse ist ein generelles gesetzliches Verbot der Inverkehrbringung von gentechnisch veränderten Pflanzen, deren Verbreitung und Persistenz in der Umwelt nicht kontrolliert werden kann."

Copyright (vom 06.08.2010) und Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-307

(BioFach) - Im ersten Halbjahr 2010 haben nach Recherchen von Bio-Markt.Info in Deutschland 28 Bio-Supermärkte neu eröffnet, bzw. haben ihre Fläche durch Umzug vergrössert.

Hochgerechnet aufs ganze Jahr wären das annähernd 60 Neueröffnungen - in etwa so viele wie 2009. Rund 15.086 m² Bio-Verkaufsfläche wurden im laufenden Jahr bislang neu geschaffen, das entspricht 65 % mehr als im gleichen Zeitraum 2009 (9100m²).

Demgegenüber stehen Schliessungen durch Umzüge oder Geschäftsaufgaben von 660 m², was vergleichsweise wenig ist.

Copyright: BioFach, Newsletter vom 06.08.2010

Links:

Bio-Markt.info

(pte) - Gentechnisch veränderter Weizen scheint im Freiland nicht das zu halten, was er verspricht. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Zürich in einer Studie im Fachmagazin PLoS.

Unter idealen Bedingungen im Gewächshaus zeigte der Weizen normalen Wuchs und eine verbesserte Resistenz gegen Pilze. Unter Bedingungen im Freien wies das Getreide allerdings einen signifikant höheren Befall mit der extrem giftigen Pilzkrankheit Mutterkorn auf. Die Folge waren Ernteeinbussen von bis zu 50 Prozent.

"Für Ökologen sind die nunmehrigen Testergebnisse entlarvend", meint Christoph Then, Geschäftsführer von Testbiotech http://www.testbiotech.org, dem Institut zur unabhängigen Folgenabschätzung in der Biotechnologie, gegenüber pressetext. "Es ist unverantwortlich, gentechnisch veränderte Pflanzen derart schnell im Freiland auszusetzen. Wir fordern, dass sogenannte Stresstests durchgeführt werden, bevor sie ins Freie kommen."

Mangelnde Risikoabschätzung
Then kritisiert, dass es bei der Risikoabschätzung gentechnisch veränderter Pflanzen eine grosse Sicherheitslücke gibt. "Bislang wissen wir viel zu wenig darüber, wie sich diese Pflanzen unter wechselnden Umweltbedingungen verhalten. Die zusätzlichen Gene unterliegen nicht der Kontrolle durch die natürliche Genregulation. Ihre Stabilität muss deshalb systematisch und unter wechselnden Bedingungen getestet werden", fordert Then.

Der Fachartikel weist auf ein generelles Problem von gentechnisch veränderten Pflanzen hin. Es ist bekannt, dass die natürliche Gen-Regulation der Pflanzen durch die zusätzlichen Genkonstrukte gestört werden kann. Das bedeutet, dass bei Stress der Pflanzenstoffwechsel aus der Bahn geraten kann. Mögliche Folgen können unter anderem ein Anstieg giftiger Inhaltsstoffe, stärkerer Schädlingsbefall oder Ernteausfälle sein.

Folgen kaum erforscht
"Trotz dieser Tatsachen sind die Reaktionen von gentechnisch veränderten Pflanzen auf unterschiedliche Umwelteinflüsse bisher kaum erforscht. Bevor man eine Pflanze im Freiland aussetzt, müssen verschiedene Einflussfaktoren in der Klimakammer untersucht werden", fordert Then. "Und davon gibt es hunderte verschiedene", erklärt der Experte.

Daher stimmt Testbiotech den Schweizer Forschern nicht zu, die die Reaktionen der Pflanzen vor allem im Freiland testen wollen. "Freilandbedingungen erlauben keine systematische Untersuchung bestimmter Einflussfaktoren. Die äusseren Bedingungen hängen zu stark von Zufällen ab. Extreme Umwelteinflüsse wie wechselnde klimatische Bedingungen können im Gewächshaus besser simuliert werden, als durch den Anbau der Pflanzen im Freiland."

"Entsprechende Tests für die Risikoprüfung müssen von gentechnisch veränderten Pflanzen bindend vorgeschrieben werden", fordert Then. Ein entsprechendes Crash-Test-Konzept stellte der Verein bereits im Oktober 2009 vor.

Der PLoS Artikel ist im Internet unter http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0011405 verfügbar.


Copyright und Aussender: pressetext.deutschland, 28.07.2010
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-307

(Bio-Markt.info) - Der Umsatz im deutschen Naturkostgrosshandel ist im ersten Halbjahr 2010 um 9,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Dabei waren frische und verpackte Bio-Produkte annähernd gleich stark gefragt.

Diese erfreuliche Bilanz ergab die aktuelle Auswertung der Daten, die die Bio-Grosshandelsunternehmen dem Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel monatlich zur Verfügung stellen.

Auch das Umsatzbarometer von Klaus Braun meldet positive Ergebnisse für das erste Halbjahr 2010. Danach erzielte der Naturkost-Einzelhandel einen Zuwachs von 4,8 % im Vergleich zur Vorjahresperiode. Aus methodischen Gründen erscheinen die Zuwachsraten im Umsatzbarometer regelmässig geringer als beim BNN Herstellung und Handel, da neu eröffnete Läden und Erweiterungsflächen nicht berücksichtigt werden.

Die Zahlen belegen, dass der Naturkost-Einzelhandel gleich von zwei positiven Entwicklungen profitiert: Der Gesamtumsatz steigt sowohl durch mehr Absatz auf bestehender Fläche als auch durch den erfolgreichen Handel auf neuen Verkaufsflächen. Nach Angaben von bioVista stiegen die Preise für das EAN-codierte Sortiment im ersten Halbjahr um knapp 0,6 %, woraus ein "echtes" Wachstum resultiert, das nicht durch Preissteigerungen verursacht ist.

Die gute Absatzlage auf dem Biomarkt stärkt auch die Bio-Landwirtschaft in Europa, wo der Trend bereits seit Jahren nach oben zeigt. So hat sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche laut EU-Kommission von 2000 bis 2008 deutlich vergrössert, und zwar von 4,4 auf 7,6 Millionen Hektar. In Deutschland bewirtschafteten Ende 2009 mehr als 21.000 Biobetriebe fast eine Million Hektar. Das sind 5,6 % der deutschen Landwirtschaftsfläche.

Quelle: BNN Herstellung und Handel-Pressemitteilung

Copyright: Bio-Markt.info, 23.07.2010/ mit freundlicher Genemigung, A.d.R.

(LID) - Der Vorstand von Bio-Suisse schlägt den 49-jährigen Martin Riggenbach als Nachfolger der zurücktretenden Präsidentin Regina Fuhrer vor.

Der Meisterlandwirt Riggenbach führt in Solothurn einen Biohof mit Ackerbau und Mutterkühen, schreibt der Schweizer Bauer auf seiner Onlineplattform. Riggenbach ist Mitbegründer und erster Präsident von Bio Nordwestschweiz. Ob er zum Präsidenten gewählt wird, entscheidet sich an der Delegiertenversammlung im Frühjahr 2011.

Copyright: LID, 23.07.2010

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