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(Bio Suisse) - Daniel Bärtschi wird neuer Geschäftsführer von Bio Suisse.

Der 43-jährige Agronom ist mit dem Biolandbau bestens vertraut und verfügt über langjährige Erfahrungen in der Leitung internationaler Entwicklungszusammenarbeit sowie in der landwirtschaftlichen Beratung.

Der Berner wird ab Anfang Januar 2011 am Geschäftssitz in Basel die Nachfolge von Stefan Flückiger antreten, der im vergangenen Mai die Vereinigung Schweizer Biolandbau-Organisationen verlassen hat. „Wir sind überzeugt, dass Daniel Bärtschi für diese Aufgabe bestens geeignet ist. Er verfügt über die geeigneten fachlichen sowie auch menschlichen Qualitäten, um als Geschäftsführer unsere Vereinigung in Zukunft erfolgreich zu führen und weiter zu entwickeln“, kommentiert Präsidentin Regina Fuhrer die Wahl des Vorstands von Bio Suisse.

Copyright: Bio Suisse, Pressemitteilung vom 31.08.2010

Ansprechpartnerin für die Medien:

Sabine Lubow
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit Bio Suisse
Tel. 061 385 96 25
E-Mail: sabine.lubow@bio-suisse.ch


Bio Suisse ist die führende Bio-Organisation der Schweiz und Eigentümerin der Marke Knospe. Der 1981 gegründete Dachverband vertritt die Interessen seiner 5‘600 Knospe-Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe. Zudem stehen 750 Verarbeitungs- und Handelsbetriebe unter Knospe-Lizenzvertrag. Alle Betriebe werden regelmässig von unabhängigen Stellen in Bezug auf die Einhaltung der strengen Bio Suisse Richtlinien kontrolliert und zertifiziert. Knospe-Produkte garantieren einen hohen Produktionsstandard und stehen für Geschmack und Genuss.

(Regiofair Zentralschweiz AG) - Die Regiofair Zentralschweiz AG plant für das Jahr 2011, den Aufbau eines reinen Biomarktes auf dem Areal des Bahnhofs Luzern.

Dieser wöchentlich stattfindende Biomarkt soll auf ca. 10 Ständen Biobäuerinnen und Biobauern aus der Zentralschweiz die Möglichkeit bieten, in bester Kundenfrequenzlage ihre Produkte direkt an die Konsumenten zu vermarkten. Ziel ist, den Produzenten eine höhere Wertschöpfung zu ermöglichen.

Die Geschäftsstelle der Regiofair Zentralschweiz entwickelt momentan das Konzept hierfür zusammen mit der Firma AFM und koordiniert die Vorbereitungen mit interessierten Produzenten. Mit dem Marktangebot in Luzern bietet das Unternehmen Regiofair den Zentralschweizer Biobäuerinnen und Biobauern eine Plattform für eine bessere Vermarktung ihrer Produkte und stärkt seine Marke "Regiofair Zentralschweiz" bei den Luzern Konsumenten.

Bis zum 30. September können sich interessierte Biobäuerinnen und Biobauern aus der Zentralschweiz melden, die ab 2011 auf dem Markt verkaufen möchten (gern auch als Betriebsgemeinschaftsstand) oder eigene Produkte anderen Marktfahrern anbieten möchten.

Weitere Informationen:
Andreas Lieberherr
Tel: 076 3220056
andi.lieberherr@agrovision.ch

Copyright: Pressemeldung Regiofair Zentralschweiz AG Alberswil, 19. August 2010/ weitergeleitet von www.bio-plus.ch an bionetz.ch

(LID) - Der Milchverarbeiter Emmi übernimmt den US-amerikanischen Ziegenkäsespezialisten Cypress Grove Chèvre.

Cypress Grove Chèvre hat seinen Sitz im kalifornischen Arcata. Das Unternehmen beschäftigt 45 Mitarbeitende und erzielte 2009 einen Umsatz von zehn Millionen Dollar. Cypress Grove Chèvre ist in den USA ein führender Hersteller von frischen und gereiften Ziegenkäsespezialitäten im Premiumbereich, wie Emmi in einer Medienmitteilung schreibt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Emmi erhöhte ebenfalls seinen Anteil an der US-Firma CASP LLC auf 100 Prozent. Die Firma aus Penn Yan im Bundesstaat New York stellt unter anderem Emmi Caffè Latte für den US-Vertrieb her. CASP LLC beschäftigt 23 Mitarbeiter und erzielte letztes Jahr einen Umsatz von sechs Millionen Dollar. Mit der vollständigen Übernahme verfügt Emmi nun über einen eigenen Produktionsbetrieb in den USA und will damit seine Wachstumsstrategie in Übersee ausbauen. Emmi erzielte 2009 in den USA einen Umsatz von rund 175 Millionen Dollar.

Copyright: LID, 20.08.2010

Links:

Emmi

Hinweis: Emmi ist auch im Biobereich tätig und hält u.a. seit 2005 die Aktienmehrheit bei der Molkerei Biedermann Bischolfszell TG, die Bioprodukte herstellt. A.d.R.

(BioFach) - Zum 25. Jubiläum des Bio-Herstellers aus Mühldorf am Inn (ca. 60 km östlich von München) wird ein neuer Markenauftritt geplant. Byodo möchte sich deutlich von No-name und Massenbio absetzen und den Bio-Feinkostcharakter seiner hochwertigen Produkte betonen.

Mediterrane Feinkost, Speiseöle, Essigspezialitäten, Reiswaffeln und diverse Nachspeisen wie z.B. Panna Cotta befinden sich im Sortiment. Alles begann 1985 mit einer kleinen Tofumanufaktur. Neben der Marke Byodo für den Naturkostfachhandel haben sich in den letzten Jahren zwei weitere Bereiche etabliert: Byodo CateringLine bietet Grossverbrauchern ein hochwertiges, massgeschneidertes Sortiment an Grossgebinden.

Zudem wird immer mehr Rohware auch ins Ausland in 30 verschiedene Länder geliefert.

Quelle: www.byodo.de

Copyright: BioFach, Newsletter vom 20.08.2010

(LID) - Die Tafelapfel- und Tafelbirnenernte wird in diesem Jahr deutlich tiefer ausfallen als in den letzten Jahren.

Trotzdem werde es auch in diesem Jahr genügend Früchte geben, um die Nachfrage zu decken, schreibt der Schweizerische Obstverband in einer Medienmitteilung.

Erwartet werden rund 92'300 Tonnen Tafeläpfel - die kleinste Menge seit zwölf Jahren und 23 Prozent weniger als im letzten Jahr. Bei den Tafelbirnen erwarten die Fachleute mit 12'000 Tonnen gar nur die Hälfte der letztjährigen Ernte.
Der wichtigste Grund für den Rückgang ist das Wetter. Während die Blütezeit kurz, kalt und feucht gewesen sei, hätten Wetterextreme die Wachstumsphase gestört, schreibt der Obstverband. Zudem habe man nach der Grossernte 2009 eine natürliche Schwankung erwartet. Stabil geblieben ist dafür die Anbaufläche.

Copyright: LID, 17.08.2010

23.08.2010

(BioFach) - Der Umsatz von zertifizierten Fairhandelserzeugnissen erbrachte 2009 in Deutschland einen Umsatz von 267 Mio. EUR. Das entspricht einer Steigerung um 26 % gegenüber dem Vorjahr.

Kaffee ist nach wie vor das stärkste Fairtrade-Produkt, gefolgt von Blumen, Fruchtsaft und Textilien aus Fairtrade zertifizierter Baumwolle.
Weltweit kauften Verbraucher Fairtrade gesiegelte Produkte mit einem geschätzten Umsatz von über 3,4 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Wachstum von 15 %. Die grössten Fairtrade-Märkte sind Grossbritannien mit einem Jahresumsatz von 897 Mio. EUR und die USA mit einem Jahresumsatz von 851 Mio. EUR.

Zu dieser Entwicklung trugen Deutschland mit 264 Mio. EUR (+26 %), Österreich mit 72 Mio. (10 %) und die Schweiz mit 180 Mio. (+7 %) bei.

Quelle: www.transfair.org

Copyright: BioFach, Newsletter vom 20.08.2010

Am Samstag, 21. August 2010 feiert die Produzenten-Konsumenten-Genossenschaft Bern ihr 30jähriges Jubiläum und lädt ein zu einem Fest auf der Mittelstrasse.

Der Hallerladen hat sich in 30 Jahren von einem spleenigen PKGB-Lädeli zu einem grossen Biomarkt in der Länggasse entwickelt, der nach wie vor denselben Werten verpflichtet ist: Nämlich taufrische, regionale und garantiert biologische Lebensmittel zu verkaufen und dabei den ProduzentInnen faire Preise zu bezahlen. Eine Idee, die wieder taufrisch ist, wie die Vertragslandwirtschaft zeigt. Die Genossenschaft ermöglicht dabei ein nachhaltiges Wirtschaften und ein direktes Mitreden. Ein Modell, das Anklang findet, traten doch im Jubiläumsjahr 100 neue Mitglieder bei.

1980 wird die Produzenten-Konsumenten-Genossenschaft Bern gegründet, ein politisch-sozial-wirtschaftliches Projekt, als Zeichen gegen das Lädelisterben, als selbstverwalteter Betrieb und als ein Ort für die Propagierung und Vermarktung von biologisch erzeugten Lebensmitteln.

Das bedeutet auch, dass die unterschiedlichen Interessengruppen der ProduzentInnen und KonsumentInnen in einer Genossenschaft zusammenzuarbeiten. Die Idee stösst auf reges Interesse, wird aber auch belächelt: "Bio, was soll das sein?"

Die damaligen Pioniere glaubten an die Zukunft der biologischen Landwirtschaft. Heute, 30 Jahre später, werden in der Schweiz mit biologischen Produkten mehr als 1,5 Milliarden Franken erwirtschaftet. Dieser Wachstumsboom zeigt sich auch in der Entwicklung des Hallerladens, 2005 zügelte das Geschäft vom kleinen Milchladen an der Hallerlstrasse 1 in ein grosszügiges Lokal an der Mittelstrasse, mitten im Länggass-Quartier.

Bei allen Veränderungen steht ein Anliegen immer im Zentrum der Produzenten-Konsumenten-Genossenschaft: das gegenseitige Verständnis. So arbeiten heute alle Angestellten im Hallerladen mindestens einen Tag im Jahr auf einem Lieferantenbetrieb mit: sie helfen beim Äpfel ausschneiden, beim Rüebli jäten, bei der Kartoffelernte, melken Ziegen oder füllen Mehl in Säcke ab. Dieser Arbeitstag bringt eine Nähe zu den Produkten, die wir im Laden verkaufen und natürlich einen Einblick in den Arbeitsalltag der Produzentenfamilien.

Diese ProduzentInnen der Genossenschaft bieten an 12 Marktständen essen und trinken, offerieren Spezialitäten wie frisch gepresste Öle aus der Ölpresse, betreiben eine Mehlmühle und Ponyreiten für Kinder. Die Strohlounge lädt zum Verweilen ein und verschiedene Musikgruppen unterhalten mit jazziger bis urtümlicher Schweizermusik. Ein offizieller Festakt um 14h würdigt die Arbeit der letzten 30 Jahre. Und ausserdem: ausgewählte Produkte im Hallerladen sind zu Preisen wie anno dazumal erhältlich.

Hier lesen Sie die Festschrift vom Hallerladen (pdf-Datei, 182 KB)

Jubiläumsfest, Samstag, 21. August 2010, 10h bis 16h auf der Mittelstrasse/Ecke Länggassstrasse

Von Natur aus sind Kühe behornt. Doch heute haben 90% (!) der Kühe in der Schweiz keine Hörner mehr.

Jährlich werden 200'000 Kälber enthornt. Auf Milchpackungen haben alle Kühe Hörner. Eine Mogelpackung!

KAG macht Werbung für ein altes Demeter-Anliegen

Bund und Landwirtschaft empfehlen, alles Rindvieh zu enthornen, weil Hornkühe zu gefährlich seien. Eine vorgeschobene Argumentation. Zahlreiche Bauernhöfe zeigen, dass es sehr wohl funktioniert, behornte Kühe im Laufstall zu halten.

KAG greift mit diesen Argumenten ein altes Demeter-Anliegen auf. Zu den ersten Höfen mit behornten Kühen im Laufstall gehörte l'Aubier in Montézillon oberhalb Neuchâtel. Deshalb ist es merkwürdig, dass an der "Pro-Hornkuh-Pressekonferenz" neben KAG zwar das Forschungsinstitut für biologischen Landbau und die Stiftung für das Tier im Recht, nicht aber Demeter vertreten sind. - Warum?

KAG-Geschäftsleiter Roman Weibel: "Wir haben bewusst das Hörnerprojekt nicht mit Demeter zusammen lanciert, weil wir zwei Aussagen haben, die für Demeter nicht bequem sind, wir aber Demeter deswegen nicht in die Bedrouille bringen wollen: Laufstall und täglicher Auslauf. KAGfreiland will Laufstall als Pflicht. Per Ende dieses Jahres geht eine zehnjährige Übergangsfrist in unseren Richtlinien zu Ende." 17 KAG-Höfe haben es nicht geschafft, auf Laufstall umzustellen, deshalb werden sie nicht mehr mit dem KAG-Label vermarkten können.

Dass verschiedene Organisationen ihre Prioritäten unterschiedlich setzen, ist normal. Ebenso aber auch, dass verschiedene Organisationen mit einem gemeinsamen Anliegen, dieses gemeinsam vertreten, auch wenn sie sich in vielen anderen Punkten widersprechen. Mit Bedrouille hat das dann eigentlich nichts zu tun. Deshalb erscheint die Art und Weise, wie KAG ihr Anliegen in die Öffentlichkeit bringt, etwas seltsam und dem Anliegen abträglich.

KAG hat es als "Ein-Themen-Partei" wesentlich einfacher, Einzelpostulate zu forcieren. KAG ist Tierschutzspezialistin. Die Anbauorganisationen müssen gleichzeitig immer mehrere Anliegen unter einen Hut bringen. Dass nur Tierhaltungsethik, nicht aber beispielsweise Produktqualität von KAG thematisiert wird, zeigte sich bereits in den Anfängen, als es einerseits konventionell gefütterte KAG-Hühner gab, andererseits bio-gefütterte Hühner, welche nicht KAG-konform gehalten wurden.

Wenn Demeter seit eh und je Behornung fordert, so hat das mit der Anschauung vom Wesen der Kuh zu tun, mit ihrer ausserordentlichen Stoffwechselkonstitution und der Funktion der Hörner in den Stoffwechselprozessen. Eine solche ganzheitliche Anschauung beinhaltet selbstverständlich auch ethologische Aspekte, gewichtet diese aber nicht gleich, wie das eine auf ethologische Aspekte spezialisierte Organisation tut (oder viel einfacher tun kann).

Laufställe mit behornten Kühen müssen grösser sein, damit Ausweichen der hierarchisch tiefer gestellten Hornträger besser möglich ist. Für Laufstallbauten gibt es Beiträge - aber halt nur für die Minimalversion. Hier liegt ein Problem, das vielleicht auch einzelnen der 17 ausscheidenden KAG-Bauern Bauchweh gemacht hat. Das wäre zum Schluss noch ein ganz praktisch-wirtschaftlicher Aspekt. Für Landwirte halt auch ein Gesichtspunkt.

Matthias Wiesmann, 16.08.2010

"Die Vorstellung, was «gutes» Essen ist, ist an einem Wendepunkt: Neue Werte und Sehnsüchte bestimmen zunehmend das Konsumentenverhalten, " so der Befund der aktuellen GDI-Pilotstudie.

Basierend auf 613 Konsumenteninterviews, «face-to-face», in der Schweiz und Deutschland leiten die Autorinnen Nicole Lüdi und Mirjam Hauser den "Consumer Value Monitor (CVM)" ab, der Aufschluss darüber geben soll, wie "neue Sehnsuchtsfelder den Lebensmittelkonsum verändern."

"Reconnection", so der Begriff die Suche nach neu-alten Sicherheiten und Heimatgefühlen beim Lebensmitteleinkauf. Auch die Bioqualität wird dabei klar in diesem Sehnsuchtsfeld verortet, idealerweise verbunden mit regionaler und traditioneller kulinarischer Ernährungskultur.

Ihre Meinung?

bionetz.ch-Kontakt: Peter Jossi, p.jossi@bionetz.ch, 11.08.2010

Infos und Bestellung:

http://www.gdi.ch/de/publikationen/consumer-value-monitor-cvm

GDI Studie Nr. 35 / 2010

Consumer Value Monitor (CVM)
Wie neue Sehnsuchtsfelder den Lebensmittelkonsum verändern

Autorinnen: Nicole Lüdi, Mirjam Hauser
GDI-Research-Board: David Bosshart, Stephan Berthoud, Karin Frick, Martina
Kühne, Peter Kruse, Frank Schomburg

Sprache: Deutsch

Basisbericht, plus 1. Update (Erhebung 2009) kostenlos dazu.
Version: PDF Deutsch - CHF 240.-

(Matthias Wiesmann/ bionetz.ch) - "Die Revolution frisst ihre Kinder" ist eine gängige Redensart. Man könnte den Eindruck bekommen, sie treffe auch für die Entwicklung bei Bio Partner zu.

Nach der Fusion im Jahr 2007 von Eichberg Bio, Vanadis und Via Verde konstituierte sich ein "paritätischer" Verwaltungsrat der bisherigen Hauptaktionäre. Seit der Frühjahrs-Generalversammlung 2010 ist keiner der Pioniere mehr im Verwaltungsrat. An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 31. August betritt ein neuer, unbekannter Aktionär die Bühne. Wenn alles so läuft, wie angedacht, bedeutet das nicht nur Normalisierung im unternehmerischen Führungsbereich, sondern auch langfristige Sicherung der Entwicklung.

Im Personalrestaurant von Bio Partner haben sie lange überlebt, Hanspeter Bühler und Mäni Mahler, Rücken an Rücken auf einem Plakat. Die Pose soll die Devise illustrieren: Kooperation statt Fusion. Die Devsie ist immer noch gut. Das Plakat ist aber schon eine Weile entfernt und die Realität ist erst recht ganz anders.
Die Fusion der drei Unternehmungen Eichberg Bio, Vanadis und Via Verde ist vollzogen. Rechtlich schon seit drei Jahren, inzwischen aber auch operativ. Neue Räumlichkeiten wurden bezogen, Abläufe wurden neu gestaltet, viele MitarbeiterInnen haben die Unternehmungen verlassen, neue sind gekommen. Eine Unternehmung mit gegen 100 Mio CHF Umsatz ist entstanden.

Dass solches von den Kunden nicht unbemerkt vonstatten geht, ist nicht verwunderlich. Präzision und Frische einzuhalten, ist auch unter normalen Umständen eine permanente Herausforderung. In Phasen tiefgreifender Änderungen wird es erst recht schwierig. Immerhin haben viele unzufriedene Kunden wieder Hoffnung geschöpft. Normalisierung ist im Gang.

Doch während auf der Ebene des Tagesgeschäfts ein Konsolidierungsprozess stattfindet, sind Veränderungen in den oberen Etagen noch im Gang. Ein kurzer Blick zurück: Nach der Fusion im Jahr 2007 von Eichberg Bio, Vanadis und Via Verde konstituiert sich ein "paritätischer" Verwaltungsrat der Hauptaktionärsgruppen Mahler und CoOpera, 2008 setzt die Eichberg-Gruppe ihre Majorität von Zehntelsprozenten ein und wählt einen Verwaltungsrat nach eigenem Gusto - und gleich auch einen neuen Geschäftsführer. Dann 2009: der Geschäftsführer bleibt, zwei gewichtige Verwaltungsräte (E. Mahler und U. Niggli) scheiden aus. An der Generalversammlung im März 2010 wird der Verwaltungsrat fast rundum erneuert.

Die Zeit der Pioniere ist definitiv vorbei. Mit der ausserordentlichen GV Ende August 2010 soll diese Veränderung besiegelt werden. Der einzige Verwaltungsrat, der länger als zwei Jahre Mitglied ist, dürfte dann noch der Produzent Stephan Müller sein. Neu hinzugekommen sind im Frühjahr 2010 ausschliesslich Persönlichkeiten mit grosser Führungserfahrung in verschiedenen Bereichen: Der "Weichkäser" Stephan Bär braucht nicht vorgestellt zu werden; Beatrice Breitenmoser, Geschäftsführerin der Stiftung Rüttihubelbad (Altersheim, sozialpädagogische Einrichtung und Hotel/Restaurant), ist gewissermassen Grosskonsumentin von Bioprodukten; Dieter Benz hat sich als Finanzchef bei Hügli mit der Verarbeitung von Bioprodukten vertraut gemacht; Yves Enderli blickt auf grosse Erfahrungen im nationalen und internationalen Handel zurück. Unisono hört man von diesen Neugewählten, dass sie ein hervorragend zusammenarbeitendes Team seien. An der a.o. GV Ende August soll Yves Enderli zum Vorsitzenden dieses Teams gewählt werden. Doch nicht genug mit den Veränderungen bei den Verantwortungsträgern. Ein Stockwerk höher im Organigramm, bei den Aktionären, bewegt sich ebenfall einiges. Die Hauptaktionäre Mahler und CoOpera haben sich entschlossen, ihre Aktien an die Bio Development Holding (eine Schweizer Firma mit Sitz in Freienbach, Schwyz) zu verkaufen, die damit überhaupt erst den Schritt von der Idee zur wirtschaftlichen Realität vollzieht.

Die Idee wurde von Fabio Brescacin und Urs Mantel entwickelt. Beide haben sich im Verwaltungsrat von Bio Partner kennen und schätzen gelernt. Urs Mantel hatte seine "Bio-Sporen" als VR-Präsident der Via Verde AG abverdient, als er diese Unternehmung mit Hilfe des Geschäftsführers Andi Lieberherr und zahlreichen Gläubigern sanierte. Fabio Brescacin ist die führende Persönlichkeit bei der italienischen Ecor, dem mit Abstand grössten Biogrossisten in Italien. Mit der Fusion mit der Bio-Kette NaturaSi hat Ecor grosses Wissen im Bereich des Bio-Detailhandels erworben. Brescacin und Mantel sind überzeugt, dass die auf den Biofachhandel ausgerichtete Biobranche eine übernationale Zusammenarbeit braucht, als Voraussetzung für ihre Weiterentwicklung. (Man denke nur an die Warenbeschaffung, welche angesichts der Bio-Expansion der konventionellen Supermarktketten immer problematischer wird.)

Der BioPartner-Verwaltungsrat begrüsst diese Entwicklung. Es ist vorgesehen, dass auch EcorNaturaSi Teil der Bio Development Holding wird. Mantel und Brescacin, die als Vertreter des neuen Mehrheitsaktionärs an Bio Partner ebenfalls in den Verwaltungsrat der Bio Partner Schweiz AG eintreten sollen, können hier die übernationalen Aspekte einbringen. Die CoOpera Beteiligungen AG, durch mehrere Beteiligung in der Bio-Branche engagiert, bleibt über ihre Beteiligung an der Bio Development Holding der Bio Partner verbunden.

Eine gute Zusammenarbeit mit KundInnen und Lieferanten ist auf der einen Seite die wirtschaftliche Grundlage eines Grossisten. Auf der anderen Seite braucht es eine solide Finanzierung und gut bestellte Führungsorgane. Spannende und spannungsreiche Jahre liegen zurück. Weniger Spannung werden dem Handels- und Verteilgeschäft von BioPartner gut tun. Die neue Konstellation in Verwaltungsrat und Aktionariat dürfte eine wesentliche Voraussetzung bilden, um das Schiff BioPartner in ruhigere Gewässer zu steuern. Doch auch in diesen Gewässern wird es nicht an Herausforderungen fehlen.

Matthias Wiesmann, bionetz.ch, 14.08.2010

Hinweis:

Auf der neuen bionetz.ch-Website (ab Sept. 2010) finden bionetz.ch-Mitglieder eine ausführliche Darstellung über den Bio-Grosshandel unter dem Menüpunkt "Entwicklung Grosshandel" (im Bereich Bio-Wissen / Überblick)

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