Branchen-News

(Bio Suisse) - Die vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) kurzfristig festgesetzte Mehlzollsenkung torpediert die im Juni ausgehandelten Richtpreise für Knospe-Brotgetreide. Bio Suisse weist darauf hin, dass der Mehlzoll in erster Linie als Industrieschutz dient und eine Senkung keinen Einfluss auf die Produzentenrichtpreise haben darf.

Vom BLW fordert Bio Suisse künftig eine frühzeitige Festlegung und Kommunikation marktrelevanter Entscheide. Ende Mai gab Bio Suisse bekannt, dass die bisherigen Produzentenrichtpreise für Knospe-Brotgetreide auch für die Ernte 2010 unverändert gültig bleiben. Dies, sofern bis zum 30. Juni 2010 die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht angepasst würden.
Nun hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) kurzfristig am 29. Juni - also nur zwei Tage vor Inkrafttreten der neuen Richtpreise - den Zoll auf Mehleinfuhren gesenkt. Da dies eine Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen bedeutet, stehen die Richtpreise für Knospe- Brotgetreide erneut zur Diskussion.

Nächsten Dienstag werden sich deshalb Vertreter der Fachkommission Ackerkulturen von Bio Suisse mit Vertretern der Verarbeiter treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ein entsprechendes Treffen im konventionellen Sektor blieb am 1. Juli 2010 ergebnislos. Die Branche konnte sich nicht auf einen Richtpreis für konventionelles Brotgetreide einigen. Zu erwarten ist, dass nun die heimischen Verarbeiter die Mehlzollsenkung als Anlass nehmen werden, um Druck auf die Getreidepreise auszuüben.

Bio Suisse betont, dass der Mehlzoll in erster Linie ein Schutz für die heimische Verarbeitungsindustrie ist und bei Knospe-Brotgetreide keinen direkten Einfluss auf den Preis des inländischen Bio-Getreides haben darf: Gemäss der Import-Politik der Bio Suisse wird auch künftig kein Knospe-Mehl in die Schweiz importiert, und - im Gegensatz zum Mehlzoll - bleibt der Getreidezoll unverändert.
Zudem weist Bio Suisse darauf hin, dass die Knospe-Bauern mit unverändert hohen Produktionskosten für einen unverändert hohen Mehrwert des Schweizer Knospe-Getreides sorgen - Getreide, das notabene in der Schweiz weiterhin sehr gesucht ist.

Bio Suisse bedauert die Senkung des Mehlzolls und bemängelt, dass damit der Bund die Branche insgesamt schwächt. Die Vereinigung Schweizer Biolandbau-Organisationen sieht der zunehmenden Marktkonzentration bei den nachgelagerten Stufen mit Besorgnis entgegen. Zudem fordert sie vom BLW künftig eine frühere Kommunikation solcher marktrelevanter Entscheide.

Copyright vom 02.07.2010 und weitere Auskünfte:
Stephan Jaun, Leiter Information und PR Bio Suisse, 079 242 99 11

(IMO) - Das Institut für Marktökologie (IMO) in der Schweiz steht unter neuer Führung: Elisabeth Rüegg übernimmt als Direktorin die Nachfolge von Dr. Rainer Bächi, der vor knapp drei Wochen bei einem Autounfall tödlich verunglückt ist.

Elisabeth Rüegg hat das IMO Institut 1990 zusammen mit Rainer Bächi gegründet und war von Anfang an als seine Stellvertreterin an allen wichtigen Entwicklungen beteiligt. Neben ihrer internationalen Inspektionstätigkeit baute sie aktiv die Länderbüros in Deutschland und der Türkei auf. In den letzten Jahren konzentrierte sie sich zunehmend auf den Bereich Research & Development und koordinierte verschiedene internationale Projekte, an denen IMO als Partnerorganisation beteiligt ist.

Die Entscheidung für Elisabeth Rüegg ist im Stiftungsrat einstimmig gefallen. Auch das Board of Directors (BoD) der IMOgroup AG, die die verschiedenen IMO-Länderbüros vereinigt, steht hinter der neuen Direktorin. "Wir haben die Wahl von Frau Rüegg empfohlen", bekräftigt Henrich Neisskenwirth für den Vorstand. "Wir sind froh, dass uns mit Elisabeth Rüegg eine erfahrene und kompetente Führungspersönlichkeit zur Verfügung steht", erklärt Stiftungsratsmitglied Hans Ueli Eisenhut. "Sie wird IMO im Sinne des Gründers fortführen."

Das betont auch Elisabeth Rüegg: "Zu den zentralen Unternehmenswerten gehörte schon immer die Förderung der Eigenverantwortung. Der Mitarbeiter soll nicht nur in seinem engen Fachbereich entscheiden, sondern auch bei der Entwicklung seines Unternehmens mitwirken."
Um dem gerecht zu werden, hat Frau Rüegg jetzt ein sog. "Decision Board" eingesetzt, das sie bei ihren künftigen Entscheidungen unterstützen wird. "Diese erweiterte Führungsstruktur knüpft an die innovative und zukunftsorientierte Unternehmenskultur des IMO an und soll in den kommenden Monaten zielgerichtet weiterentwickelt werden."

Dem Decision Board gehören 5 langjährige Mitarbeiterinnen des IMO Instituts in Weinfelden an: Martina Battini (Leitung Abt. Asien), Ute Eisenlohr (Leitung Abt. Afrika), Michèle Stark (Leitung Abt. Fischerei und Aquakultur), Dr. Graciela Wiegand (Leitung Qualitätsmanagement) und Katharina Yañez-Exner (Leitung Abt. Südamerika).

Aufgrund der aktuellen Situation wird sich Elisabeth Rüegg weitgehend aus allen operativen Bereichen des IMO zurückziehen und sich mit aller Kraft auf die Management- und Führungsaufgaben konzentrieren. Die Geschäftsführung der deutschen IMO GmbH sowie der türkischen IMO-Control Ltd. wird sie auch weiterhin wahrnehmen.

Markus Bächi, Stiftungsratsmitglied und Bruder des bisherigen Direktors, wünschte dem Führungsteam zum Start alles Gute und freut sich, dass für die Kunden weltweit ein so engagiertes und erfahrenes Team im Einsatz ist: "Wir sind überzeugt, dass IMO seine Arbeit erfolgreich fortsetzen wird".

Copyright: Dr. Ines Hensler, IMO, Medienmitteilung vom 02.07.2010

Rentabler Walnussanbau ist in Graubünden möglich

(alpinavera) - Die Machbarkeitsstudie über die Möglichkeit eines rentablen Walnussanbaus in Graubünden belegt, dass der professionelle Anbau und die Verarbeitung von Walnüssen im Kanton Graubünden wirtschaftlich möglich sind. Es ist also realistisch, dass die Nüsse der Bündner Nusstorten künftig auch aus Graubünden kommen.

Die Nüsse in den Bündner Nusstorten stammen heute grösstenteils aus den USA, Frankreich und Bulgarien. Trotzdem stammen meist mehr als 80% der Zutaten aus der Schweiz, was der Swissness-Vorlage entspricht. Andererseits ist gerade die namensgebende Zutat in der Nusstorte nicht aus der Schweiz und schon gar nicht aus Graubünden. alpinavera empfindet diese Situation als unbefriedigend. So hat sich alpinavera entschlossen anhand einer Machbarkeitsstudie zu prüfen, ob es möglich ist, den Wallnussanbau in Graubünden rentabel zu betreiben.

Gemeinsame Machbarkeitsstudie von LBBZ Plantahof, alpinavera, regioViamala und Bio Grischun
Mit der Organisation regioViamala, deren Region sich gut für den Wallnussanbau eignet, hat alpinavera einen Partner für das Projekt gefunden. Zusammen reichten Sie 2009 den Antrag für eine Machbarkeitsstudie beim Amt für Wirtschaft und Tourismus ein, das kurz darauf einen Beitrag im Rahmen der neuen Regionalpolitik sprach.

Zur Umsetzung der Studie wurden Rolf Hug vom LBBZ Plantahof und Ueli Heinrich von Bio-Grischun beigezogen. Im Juni 2009 fiel der Startschuss des Projekts, dessen Leitung bei alpinavera lag. Basis der Studie waren eine schriftliche Erhebung bei Bündner Landwirten und bei den Verarbeitern, sprich den Bäckern, sowie Forschungsergebnisse bisheriger Arbeiten und Betriebsbesichtigungen in der Schweiz und in Frankreich.

Rentabler Walnussanbau in Graubünden ist realistisch
Die Studie hat gezeigt, dass es möglich ist, den Walnussanbau und die Verarbeitung der Walnüsse rentabel zu betreiben. Voraussetzungen sind, dass die Anbaufläche mindestens 20 Hektar beträgt, mindestens 55 Tonnen Nüsse verarbeitet werden können und die Investitionen mit einem hohen Anteil an Subventionen unterstützt werden. (...)

Hier lesen Sie die vollständige Medienmitteilung mit Bildern (pdf-Dokument, 222 KB)

Copyright: alpinavera, Medienmitteilung vom 30.06.2010/ Beitrag stark gekürzt, A.d.R.

(LID) - Die Schweiz zählte 2009 noch 60034 Bauernbetriebe, dies sind 1,4 Prozent oder 840 weniger als im Vorjahr.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) präsentierte am 18. Juni 2010 die Auswertung der landwirtschaftlichen Betriebszählung. Mit einem Rückgang von 1,4 Prozent der Bauernbetriebe liegt der Strukturwandel im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Jedoch zeigt sich klar eine Tendenz hin zu grösseren Bauernhöfen. Die durchschnittliche Fläche betrug 2009 rund 17,6 Hektaren und ein Drittel aller Betriebe sind grösser als 20 Hektaren.

Die Zahlen geben auch Auskunft über die Produktionsart. Hier zeigt sich, dass die Anzahl der Bio-Betriebe seit 2005 weiterhin abnehmend ist. Im vergangenen Jahr gab es 200 Höfe mit biologischem Anbau weniger als noch im Jahr 2008.

Insgesamt arbeiteten 166722 Personen in der Landwirtschaft. Davon 73445 als Vollzeitbeschäftigte, das heisst, sie arbeiten mehr als 75 Prozent im landwirtschaftlichen Bereich.

Copyright: LID, 18.06.2010

(LID) - Würde der weltweite Fleisch- und Milchkonsum um ein Drittel reduziert, so könnte der Ausstoss von Treibhausgasen stark vermindert werden.

Mit einer solchen Umstellung des Konsums und der Produktionsmethoden könnten 84 Prozent des weltweiten Ausstosses von Treibhausgasen in der Landwirtschaft verhindert werden, wie Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in einer Studie herausgefunden haben.

Bei der Herstellung von Viehfutter und durch das Ausbringen von synthetischem Dünger entstehen die Treibhausgase Methan und Lachgas, schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Lachgas ist ungefähr 300 Mal und Methan 20 Mal stärker als das Treibhausgas Kohlendioxid.

Die Wissenschaftler betonten allerdings, dass viele Menschen in Entwicklungsländern an Proteinunterversorgung litten und ihren Konsum deshalb nicht weiter einschränken könnten. In den Industrienationen wäre hingegen ein grosses Sparpotenzial vorhanden.

Copyright: LID, 28.06.2010

Hier lesen Sie den ausführlichen Beitrag (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung)

Links:

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

(BioFach) - Der Rückgang im Bio-Markt, der im vergangenen Jahr in Grossbritannien dramatische Ausmasse angenommen hatte, hat sich abgeschwächt.

Während das Umsatzminus 2009 bei über 13 % lag, war in den 52 Wochen bis Mitte April dieses Jahres ein Rückgang von 11,5 % festzustellen. Der gesamte Lebensmittelmarkt hat hingegen um 2 % im Umsatz zugelegt.

Der Bio-Obst- und Gemüsebereich verzeichnete einen Rückgang von 10 % gegenüber 13 % in 2009. In Grossbritannien wird der Hauptumsatz mit Bio-Produkten über den LEH erzielt. Waitrose und Morrisons waren dabei die einzigen Einzelhandelsketten, die ihren Bio-Umsatz erhöht haben.

Weitere Informationen über die Entwicklung des Bio-Markts in Grossbritannien im vergangenen Jahr können dem "2010 Organic Market Report" des britischen Ökolandbau-Verbandes, Soil Association entnommen werden. Der Gesamtumsatz war im vorigen Jahr auf 1,84 Mrd. Britischen Pfund (2,04 Mrd. EUR) von zuvor 2,1 GBP gefallen.

Quelle: www.soilassociation.org

Copyright: BioFach, Newsletter vom 25.06.2010

Es ist eine unhaltbare Situation: Trotz eines Anbauverbots ist jüngst Saatgut mit Spuren von Genmais der Firma Pioneer in Deutschland ausgesät worden, doch der Patentinhaber sieht für Entschädigungen „keinen Grund“. Die Konsequenzen tragen nicht nur die betroffenen Landwirte, sondern die gesamte Lebensmittel-Branche.

Die Konsequenzen tragen nicht nur die betroffenen Landwirte, sondern die gesamte Lebensmittel-Branche. Davon weiss die Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller (AoeL) ein Lied zu singen. In ihrem aktuellen Themenheft, das am 18.Juni 2010 in Frankfurt am Main vorgestellt wurde, stellen die Mitgliedsunternehmen ihre Erfahrungen mit der Agro-Gentechnik dar.

"Vielfalt ernährt natürlich die Welt!" ist der Titel des Themenheftes, denn: "Nur die ökologische Lebensmittel-Wirtschaft – basierend auf robusten Ökosystemen – ist imstande, nachhaltige Strukturen für die gesunde Ernährung der Weltbevölkerung zu schaffen", erläutert Dr. Ulrich Mautner vom Salus Haus und beruft sich auf den Weltagrarbericht. Das könne er aus der Erfahrung als Arzneimittel-Hersteller bestätigen: "Die Natur ist ein unschätzbarer Fundus. Deren Vielfalt ist ein Wert an sich, der vor jeglichen Verlusten und Kontaminationen geschützt werden muss." Dieser Fundus muss für alle zugänglich bleiben und darf auf keinen Fall privatisiert werden.

Doch genau das macht die Gentechnik-Industrie, mehr noch: "Sie externalisiert die Folgekosten und bürdet sie den Mitbewerbern und Verbrauchern auf", so Dr. Gernot Peppler, Geschäftsführer von Rack & Rüther Wurstwaren. Welche aufwändigen und vielfältigen Massnahmen die ökologischen Hersteller ergreifen müssen, um ihre Produkte gentechnikfrei zu halten, das schildern sie in dem Themenheft.
Immer wieder kommt es auch zu Kontaminationen durch zugelassene und nicht zugelassene GVO, berichtet AoeLGeschäftsführer Dr. Alexander Beck. Die Bio-Hersteller fordern deshalb: "Die Verursacher müssen per Gesetz dazu verpflichtet werden, die volle Haftung für ihr Tun - und zwar in der gesamten Wertschöpfungskette - zu übernehmen."

Das Themenheft ist hier herunterzuladen oder bei der AoeL-Geschäftstelle zu bestellen.

Quelle: AoeL-Pressemitteilung

Copyright: Bio-Markt.info, 21.06.2010/ mit freundlicher Genehmigung, A.d.R.

(BioFach) - Der Gruppenumsatz der Weleda AG, deren grösster Standort Schwäbisch Gmünd ist, erhöhte sich 2009 um 13 % auf 269 Mio. EUR (Vorjahr: 238 Mio. EUR). Das Konzernergebnis nach Steuern beträgt 3,1 Mio. EUR.

Aus dem Vorjahresverlust von 3,9 Mio. EUR wurde wieder ein Gewinn, berichtet die Gmünder Tagespost.
Die Weleda-Gruppe setzt sich aus der Weleda AG sowie aus 17 Mehrheitsbeteiligungen mit insgesamt 1879 Mitarbeitern zusammen. Als Exportland neu hinzu gekommen ist Neuseeland.

Besonders positiv entwickelten sich die Umsätze in der Naturkosmetik (+ 14 %), deren Anteil am Gesamtumsatz auf 70 % stieg. Dies ist in erster Linie der weltweiten Einführung der neuen Granatapfel-Pflegelinie zu verdanken. Auch bei Arzneimitteln wurde ein Plus (11 %) erzielt. Die deutsche Niederlassung Schwäbisch Gmünd ist mit 43 % des Konzernumsatzes die grösste Gesellschaft der Gruppe. Hier betrug der Umsatz 115 Mio. EUR. Die Erlöse in der Naturkosmetiksparte in Deutschland erhöhten sich um 16 % auf rund 82 Mio. EUR.

Quelle: www.gmuender-tagespost.de

Copyright: BioFach, Newsletter vom 25.06.2010

(Sativa-Rheinau AG) - Der diesjährige Getreidetag der Getreidezüchtung Peter Kunz (GZPK) und der Sativa Rheinau AG stand ganz im Zeichen des Klimawandel und der trockenresistenten Getreidesorten. Er richtete sich an interessierte Personen aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel.

Nach einem Rundgang durch die Zuchtgärten der Getreidezüchtung wo unter fachkundiger Leitung des Getreidezüchters Peter Kunz auch die neueren XXL-Sorten (=trockenresistene Sorten) besichtigt werden konnten, standen vor allem zwei Referenten im Mittelpunkt des Tages: Prof. Dr. Jürg Fuhrer, Leiter des Bereichs Klima/Lufthygiene an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz und der Klimaforscher des FiBL (Forschungsinstitut für biologische Landwirtschaft), Dr. Andreas Gattinger.

Beide Referenten sind renommierte Klimaforscher und beschäftigen sich seit Jahren mit den Klimaveränderungen und den kommenden Herausforderungen an die Landwirtschaft. Sie haben den zahlreich erschienen Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland eindrücklich darlegen können, wie sich die Klimaveränderungen auf die Landwirtschaft auswirken werden. (...)

Hier lesen Sie den vollständigen Beitrag (Word-Dokument mit Bildern, 1,35 MB)

Copyright: Markus Johann, Sativa-Rheinau AG, 24.06.2010

(www.eco-institut.de) - Biokleidung ist auch bei Modeketten salonfähig geworden. Obwohl sich viele Kunden fragen, wie "bio" ein als "organic" angepriesenes Nachthemd wirklich ist oder ob es sich bei der "green" Jeans eher um eine "green-washed"-Jeans handelt. Gütesiegel wie das GOTS-Zeichen bieten Orientierung.

Im Experteninterview spricht Heike Scheuer vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. (IVN) unter anderem über den Global Organic Textile Standard (GOTS). Sein grünes Siegel markiert immer mehr Textilien, schon mehr als 2.800 Betriebe sind nach dem vor zwei Jahren eingeführten Standard zertifiziert.

GOTS-Textilien bestehen mindestens zu entweder 95 oder 70 Prozent aus Bio-Fasern bzw. aus Fasern von Feldern, die sich gerade in der Bio-Umstellung befinden. Damit Kunden sehen, was sie davon in Händen halten, gibt es vier Varianten des GOTS-Labels mit unterschiedlichen Unterzeilen.

"So blickdicht wie die meisten Stoffe sind viele Kulissen der Modeproduktion. GOTS bietet Verbrauchern Durchblick, die bei der Kleiderwahl nicht nur auf Äusserlichkeiten achten", sagt Mareen Joachim von der VERBRAUCHER INITIATIVE.
Denn GOTS steht für weit mehr als die Verwendung von Bio-Fasern: Im Interview erklärt Heike Scheuer, was für nachhaltige Kleidung ausserdem entscheidend ist. Sie nennt die wichtigsten Merkmale von GOTS und geht auch auf andere Themen ein, wie die Verunreinigung von Bio-Baumwolle mit Fasern genveränderter Sorten.

Auf www.oeko-fair.de kann das Interview kostenlos nachgelesen werden. Darüber hinaus bietet das Portal viele zum Thema passende Hintergrundinformationen in der Rubrik "Kleiden & Schmücken" (http://www.oeko-fair.de/kleiden-schmuecken).

Quelle: http://www.verbraucher.org

Copyright: www.eco-institut.de, Newsletter vom 16.06.2010
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