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Mit viel Engagement und Visionen ist im September 1992 der Verein „Bärner Bio Bure“ gegründet worden. Von ursprünglich 70 Bio-Betrieben stieg die Mitgliederzahl seither auf rund 1100. Der Verein bündelt die Interessen der Bio-Bauern und setzt sich in der Politik, am Markt und in der Bevölkerung für diese Anliegen ein.

Am 24. August haben die Berner Bio-Bauern das 20-Jahr-Jubiläum gebührlich gefeiert. Andreas Rickenbacher, der derzeitige Regierungsratspräsident im Kanton Bern, zählte in seinem Gastreferat auf, was der Verein und seine Dachorganisation Bio-Suisse alles erreicht haben: Die Anzahl Bio-Betriebe wurde seit 1992 verfünffacht, der Einfluss in der Politik erhöht und der Produktabsatz massiv gesteigert.

In jeder Organisation vertreten
Urs Brändli erinnerte an frühere Zeiten, als Bio-Produkte nur via Direktverkauf abgesetzt werden konnten und die Akzeptanz des Bio-Landbaus in bäuerlichen Kreisen noch in Kinderschuhen steckte. Heute sitzt in fast jeder bäuerlichen Organisation mindestens ein Bio-Landwirt, freut sich der Bio-Suisse-Präsident. Im Jahr 2012 bewirtschaften 10% der Schweizer Betriebe 11% der landwirtschaftlichen Nutzfläche nach biologischen Richtlinien. Dass immer mehr Landwirte eher aus wirtschaftlichen, denn aus ideologischen Gründen auf Bio umsteigen, macht Urs Brändli keine Sorgen. Wichtig ist, dass Neueinsteiger die Richtlinien einhalten, um das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten zu wahren, mit der Zeit wird auch das Herz nachkommen und für Bio schlagen, ist der Bio-Suisse-Präsident überzeugt. Er räumt aber ein, dass die Ansichten der Bio-Landwirte heute heterogener seien als früher.

Bio-Land Schweiz
Mit der Forderung des Dachverbandes nach einem Bio-Land Schweiz ist Kathrin Schneider, Präsidentin der Bärner Bio Bure, nur bedingt einverstanden. Sie befürchtet, dass Bio-Landwirte bei einem grossen Angebot an Bio-Produkten für ihre Erzeugnisse weniger lösen könnten. Und dass Konsumentinnen und Konsumenten mit tiefem Budget eher auf ausländische Ware umstellen würden. Zudem gibt es Betriebe, die wegen dem hohen Unkrautdruck nur mit grossem Aufwand auf Bio umstellen könnten, gibt sie zu bedenken.

Wertschätzung stärken
Ein Ziel von Kathrin Schneider ist es, die Wertschätzung für die Bio-Landwirtschaft zusammen mit den Bärner Bio Bure zu steigern. Man kann nicht nur mehr Ökologie fordern, sondern muss auch bereit sein, dafür etwas zu zahlen, betont sie. So sei etwa die Zeit, die ein Bio-Betrieb für Administration aufwende, nicht zu unterschätzen und verdiene eine entsprechende Entschädigung. Auf dem eigenen Betrieb will Kathrin Schneider produzieren, was auf dem Markt gefragt ist. Von vielen Bio-Produkten hat es nicht genug. Ein Umstieg auf Bio kann dazu beitragen, die Wertschöpfung innerhalb der Schweizer Landwirtschaft zu steigern. Aber es gibt auch Grenzen, beispielsweise bei der Milch, wo insbesondere Ende Frühling nicht alle in den Bio-Kanal verkauft werden konnte. Weil ein Anteil unserer gelieferten Milch als C-Milch klassiert werden musste, erhielten wir dafür bloss 36 Rp. pro Kilogramm, bemerkt Kathrin Schneider.

Quelle: Landi / Matthias Roggli

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