Dem Vernehmen nach lanciert Alnatura gemeinsam mit der Migros ein neues Konzept für Bio-Märkte. Start im Herbst mit einem Pilotladen in Zürich-Höngg.

Alnatura betreibt in Deutschland 67 Filialen mit einem Sortiment von 6000 Bioprodukten, davon 1000 unter der eigenen Marke.

Das wirkt für mich wie eine (unerwartet) schnelle Antwort auf meine Frage in Bio Handel 2/2012: „Was kann Alnatura daran hindern, von Weil am Rhein, Grenzach oder Konstanz noch etwas weiter in den Süden vorzurücken?“ Es ist aber auch ein exzellentes Beispiel für den Befund: Kennzeichnend „für die Welt der Wirtschaft ist Pragmatismus: man kooperiert, wo es zweckmässig ist. Solches Zweckmässigkeitsdenken ist vielen Bioakteuren fremd, wenn nicht gar verdächtig. Denn man ist ja angetreten, um einer Überzeugung in der Welt Geltung zu verschaffen. Kleine Überzeugungsunterschiede können schon als Welten empfunden werden; zum Beispiel der Unterschied zwischen Bioladen und Reformhaus.“ (Beitrag)

Weder für Alnatura noch für Migros ist Zweckmässigkeitsdenken fremd. Migros braucht Unterstützung, wenn sie den (Bio-)Abstand zu Coop verkürzen will. Alnatura andererseits hat ihren Markteintritt seinerzeit in einer genau solchen Kooperation vollzogen.

Liegt also alles auf der Hand – und trotzdem hat wohl kaum jemand in der Bioszene mit diesem Szenario gerechnet. Umso mehr gilt für die Biobranche – um nochmals Bio Handel zu zitieren: „Die Frage ist heute nicht so sehr: Gibt es Marktchancen, sondern: Gibt es Unternehmer?“, gemeint sind Unternehmer, die nicht irgendwo bewährte Modelle kopieren, sondern da wo sie sind, standortgerechte Leistungen in standortgerechten Kooperationen anbieten. Ohne Ideen und Pragmatismus geht das nicht.

Matthias Wiesmann

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