eco.ch führt am 27. März 2015 den eco.naturkongress zum Thema «Gut leben: Mit Suffizienz gegen Verschwendung» durch. Vom 27. bis 29. März 2015 findet zudem das eco.festival mit diversen Veranstaltungen und einem Nachhaltigkeitsmarkt in Basel statt. Im aktuellen bionetz.ch-Gastkommentar zeigt Marc Zimmermann, Geschäftsführer eco.ch, verschiedene Aspekte des diesjährigen eco.ch-Schwerpunktthemas auf.

«Downshifting», «Simplify your Life» und «Suffizienz» sind heute in aller Munde. So wie es aussieht, entwickeln sich diese Lebensstile zu einem Megatrend in unserer Hemisphäre. «Slow Food» ist ein schönes Beispiel dafür, dass diese auf der Reduktion basierenden Philosophien nicht mit einem Lust- oder Konsumverzicht einhergehen müssen.

Bewusster Konsum statt Verschwendung

Ein bewusster Konsum löst bei den Konsumentinnen und Konsumenten eine wesentlich höhere Befriedigung aus als eine ständige Ansammlung von Gütern. Der Begriff «Konsumsucht» bringt es auf den Punkt: Man kauft sich etwas, das eine kurze Befriedigung auslöst. Schon kurz darauf stellt sich aber wieder diese Leere ein, die zum neuerlichen Konsum verleitet. Diese Leere ergibt sich – wie bei anderen Süchten – oftmals aus einem Selbstwertdefizit heraus.

ECOS Teamfotos 7992 e1417620359786Marc Zimmermann, Geschäftsführer eco.ch (Bild: eco.ch)

Qualität statt Quantität

Im Gegensatz dazu setzt ein bewusster Konsum auf die echten Werte eines Produkts. Dabei stehen natürlich qualitative Kriterien im Vordergrund. Dies nach dem Motto: Ich kaufe bewusst ein Qualitätsprodukt, das kostet zwar vielleicht mehr, hält aber auch länger und erspart mir dadurch Ärger. Neben äusseren Qualitätskriterien von Produkten kommen heutzutage aber vermehrt deren «innere Werte» zum Tragen. Mehr und mehr Konsumentinnen und Konsumenten möchten nicht nur ein besonders gutes Produkt konsumieren, sie möchten dies auch mit einem guten Gewissen tun. Sie wollen sicher sein, dass Herstellung, Vertrieb und Transport des Produkts unter Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Kriterien erfolgte.

Suffizienz und Konsum

Der Begriff «Suffizienz» meint: Jeder soll nur so viel konsumieren, wie er wirklich braucht. Damit werden die Produktionsmittel und der entstehende Abfall reduziert und die Umwelt geschont. Ausserdem: Wer suffizient konsumiert, der kann eine Menge Geld sparen. Doch was macht man mit dem vielen Ersparten? Endlich mit der Familie nach Thailand reisen? Nun damit wäre für die Umwelt nichts gewonnen. Suffizienz funktioniert nur nachhaltig, wenn das zunächst gesparte Geld nicht andernorts ausgegeben wird, wo es noch mehr Schaden anrichten kann.

Bewusster Genuss statt Essensreste

Ein grosser Teil der Lebensmittelindustrie basiert heute auf der Massenproduktion. Die negativen Folgen wie Übernutzung der Ressourcen, ungleiche Verteilung und Qualitätsverluste sind uns allen bekannt.

Neuere Bewegungen suchen nach Lösungen zur «Foodwaste»-Thematik und leisten damit einen bedeutenden Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Aber wäre es nicht noch schöner, wenn es von Anfang an weniger Resten gibt? Suffizienz bedeutet hier den bewussten Einkauf von Nahrungsmitteln, die man benötigt um zu geniessen. Die dank suffizientem Konsumverhalten erzielten Geldersparnisse erlauben es, biologische, regionale und qualitativ hochwertige Lebensmittel zu kaufen. Die dürfen so dann auch etwas mehr kosten.

Quelle und weitere Informationen:


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