„Hero-Kosthaus entwickelt sich zum Kulturhaus“ titelte eine Zeitung im vergangenen Jahr. Hero ist ein Nahrungsmittelkonzern, der gleich beim Bahnhof Lenzburg, 20 Schnellzugminuten von Zürich Richtung Basel/Bern, gelegen war, dem es dort zu eng wurde, weshalb er die Fabrikation an den Stadtrand verlegte. Das Kosthaus Lenzburg veranstaltet am 6. September 2013 ab 15.15 Uhr einen Tag der offenen Tür mit einigen kurzen Referaten, Besichtigung und Apéro.

Kosthaus, das ist der Name für Sozialeinrichtungen einer Industrieunternehmung. Hier sind Kantine, Aufenthaltsräume, Garderoben, Duschen und anderes untergebracht. Mit der Verlegung der Fabrikation von Hero brauchte es das Kosthaus nicht mehr. Dies war eine Gelegenheit für die CoOpera, die bereits mit dem grossen gelben Haus „Gleis 1“ auf dem Nachbargrundstück beim Bahnhof Fuss gefasst hatte. Nun wurde es möglich, hinter Gleis 1 und neben dem Kosthaus eine Wohnüberbauung zu realisieren und das Kosthaus einer neuen Bestimmung zuzuführen.

Es brauchte aber einige Zeit, für die freigewordenen Räume die richtigen Nutzer zu finden. Weil das „Esstorant“ in Gleis 1 zu klein war, um selbsttragend geführt zu werden, beschloss die CoOpera, die ehemalige Hero-Kantine wieder zum Restaurant zu machen. Gleichzeitig sollte ein Teil des grosszügig ausgelegten Raums für Tagungen zur Verfügung stehen. Nun ist beides zu einem guten Ende gekommen:

Bio-Restaurant

Das Restaurant „Phönix“, wie es heute heisst, ist nicht nur Restaurant, sondern gleichzeitig Ausbildungsstätte für sogenannte Attestlehren. Attestlehren sind Berufsausbildungen für Jugendliche, die keinen Zugang zu normalen Berufslehren mit den manchmal zu hohen Anforderungen haben. Hier können sie in den Bereichen Gastronomie/Küche und Hauswirtschaft ausgebildet werden. Initiant dieses Projektes ist Johannes Marhenke, der in diesem Bereich („Sinnenvoll“ in Pratteln) bereits viel Erfahrung gesammelt hatte und dem es ein Anliegen ist, für die Küche Bio- und Demeterprodukte einzukaufen. Seine Gäste sind heute hauptsächlich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Industrieunternehmen in der Umgebung. Aber auch der Gewerbeverband war schon zu Gast und Betriebsessen werden sicher folgen.

Tagungen

Tagungsveranstalter, insbesondere solche mit ökologisch orientierten TeilnehmerInnen, die Bio-Essen bevorzugen und mit der Bahn anreisen, finden hier ganz nah beim Bahnhof ideale Tagungs- und Sitzungsbedingungen vor. (Für Autofahrer gibt es eine zweistöckige Parkgarage im Haus.) Zum Raumangebot für Tagungen gehören neben dem Kosthaus-Saal für etwa 100 Leute (in Vortragsbestuhlung) ein kleiner angrenzender Sitzungsraum und die beiden Seminar- und Sitzungsräume in Gleis 1. So können hier auch grössere Veranstaltungen kombiniert mit Workshops durchgeführt werden. Im Untergeschoss des Kosthauses hat sich ein Fitness-Center eingerichtet, das schon sehr gut angelaufen ist.

Boden in Nutzungseigentum

Eine Besonderheit des Kosthauses ist an dieser Stelle ausserdem zu erwähnen: Das Grundstück gehört der Stiftung für Nutzungseigentum am Boden, die gemäss ihren Statuten Grundstücke / Liegenschaften nur kaufen (oder geschenkt erhalten!), diese aber nie mehr veräussern darf. Dadurch wird ein solches Grundstück gänzlich dem Grundstückmarkt bzw. der Spekulation entzogen. Die CoOpera als Eigentümerin des Gebäudes zahlt der Stiftung eine Nutzungsgebühr (vergleichbar einem Erbbaurechtszins).

Informationen zum Tag der offenen Tür

 

 

 

 

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