Bei der Verarbeitung von sonnengetrocknetem Kaffee fallen Kaffeeschalen an, welche bis heute als Abfall ungenutzt vermodern. Diese will Original Food als Mitinitiantin des Kaffakocher-Projektes in der Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens als saubere Kochenergie nutzbar machen. So kann der Holzverbrauch reduziert, der Bergregenwald von Kaffa weiter geschützt und die Gesundheit der Menschen verbessert werden. Das Projekt wird von der Plattform REPIC des Bundes sowie weiteren Partnern unterstützt, der Rest soll über Crowdfunding finanziert werden. Helfen Sie mit, damit aus Kaffeeabfall wertvolle Kochenergie wird!

In Äthiopien schwindet seit Jahren der Wald. Ende der 60er Jahre waren noch 40 Prozent des Landes von Wald bedeckt. Inzwischen ist der Anteil auf 2.7 Prozent geschrumpft. In der Region Kaffa, der Urheimat des Arabica-Kaffees, steht ein letztes Stück Bergregenwald mit einem Bestand an wilden Kaffeepflanzen, seit 2010 sogar als Unesco-Biosphärenreservat geschützt.

Original Foods  Wilder Arabica Kaffee aus dem Regenwald A44B6067Wilder Arabica Kaffee aus dem Regenwald (Bild: Original Food)

Waldschwund und Holzverbrauch eindämmen

Einer der Gründe für den Waldschwund ist der grosse Holzverbrauch von Haushalten, die auf offenen Feuerstellen kochen. Diese offenen Feuer befinden sich im Inneren der Hütten, produzieren viel Rauch und schaden der Gesundheit. Vor allem Frauen und Kinder atmen täglich viel Rauch ein. Die Feuer sind ineffizient und benötigen grosse Mengen an Holz. Für das Schleppen der schweren Holzbündel sind meist die Frauen zuständig.

Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffees und Afrikas grösster Produzent und Exporteur von Kaffee. Aus dem Bergregenwald der Region Kaffa stammt auch der fairtrade- und biozertifizierte Kaffa-Wildkaffee. Beim traditionellen Trocknungsverfahren werden die gepflückten Kaffeekirschen an der Sonne getrocknet und anschliessend geschält. Die trockenen Schalen bleiben übrig. Diese liegen bisher ungenutzt auf Abfallbergen und verpesten in Mottfeuern die Luft, da sie schlecht brennen.

Original Foods Holzträgerinnen in ÄthiopienHolzträgerinnen in Äthiopien (Bild: Original Food)

Praxisnahe Lösung: Kaffakocher

Ziel des Kaffakocher-Projektes, einer Initiative der Arbeitsgemeinschaft Kaskad-e und bonnepomme sowie Original Food, ist es, die Kaffeeschalen aus der Kaffeeaufbereitung künftig anstelle von wertvollem Holz als Brennmaterial nutzbar zu machen. Die Lösung ist ein sogenannter Pyrolysekocher, mit welchem die Kaffeeschalen entgast und das Gas zum Brennen gebracht. So kann rund 65-70 % Energie gespart werden. Bei der Pyrolyse entsteht als Zusatzprodukt Pflanzenkohle. Diese Kohle kann zusammen mit Kompost oder Dung in den Boden gebracht werden. Dadurch wird der Ertrag der Felder grösser und CO2 gespeichert.

Original Foods Sonnentrocknung  DSC5308 Wildkaffee wird natürlich an der Sonne getrocknet (Bild: Original Foods).

Bei der Entwicklung und Umsetzung wird eng mit der lokalen Bevölkerung und äthiopischen Experten zusammengearbeitet. Handwerker in Kaffa stellen die an die lokalen Bedürfnisse angepassten Kocher her und verkaufen sie. So werden Kleinunternehmer gefördert, Klima und Wald geschont und der Kaffeeabfall sinnvoll genutzt und, schlussendlich als Nährstoff in die Natur zurückgeführt. Besonders auch Frauen erhalten neue Perspektiven: das aufwendige Sammeln und schwere Schleppen von Holz entfällt und beim Kochen sind sie und ihre Kindern nicht mehr dem Rauch der offenen Feuerstellen ausgesetzt.

Orinal Foods Kaffeeschalen A44B6513Kaffeeschalen sollen als Brennmaterial genutzt werden (Bild: Original Food).

Finanzierung mit Crowdfunding

Im Rahmen des Projektes werden sowohl die Produktion der ersten Kocher und deren Verbreitung begleitet als auch den Einsatz der daraus entstehenden Pflanzenkohle als natürlicher Bodenverbesserer bekanntgemacht. Die gesamten Kosten des Projektes belaufen sich auf CHF 174'000. Der Bund unterstützt dieses über die Plattform REPIC mit 50%. Einen weiteren Teil finanziert die Organisation «GEO schützt den Regenwald» und die Initianten und Partner bringen viele Eigenleistungen in das Projekt. Trotzdem fehlen noch CHF 50'000, wovon CHF 30'000 über Crowdfunding finanziert werden sollen.

Quellen und weitere Informationen:

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