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Genug guter Fisch für das schlechte Gewissen?

Der Aufruf zur Reduktion des Fleischgenusses führt nicht zuletzt zu einem Anstieg des Fischkonums und in der Konsequenz zum Zusammenbruch ganzer
Fischbestände:
9,1 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte pro Kopf und Jahr essen die SchweizerInnen, wobei der Konsum in den letzten drei Jahren um mehr als 25 Prozent anstieg. Mit gutem Grund fordert der WWF die Konsumentinnen und Konsumenten daher auf, einzig Produkte aus nachhaltiger Fischerei und
Biofischzucht zu kaufen.

Heinzpeter Studer, Geschäftsleiter von fair fish, zeigt auf, dass diese Rechnung so einfach nicht aufgehen kann: "9 Kilo Fisch pro Kopf und Jahr können auf nachhaltige Weise schlicht nicht beschafft werden. Seriöse Fisch-Label machen durchaus Sinn: Als zweiter Schritt. Der erste Schritt jedoch heisst: Den Fischkonsums auf ein vernünftiges Mass reduzieren," warnt Studer.

Ihre Meinung:

bionetz.ch-Kontakt; Peter Jossi, p.jossi@bionetz.ch


«Krieg gegen die Fische»

Die neusten Zahlen sind beklemmend: Die Schweiz vertilgt pro Einwohner im Jahr über 9 Kilo Fisch und Meeresfrüchte. Trotz absehbarer Erschöpfung der Fischbestände nimmt der Fischkonsum Jahr für Jahr zu – auch in der Schweiz, die traditionell gar kein Land von Fischessern ist.

Laut Schätzungen* des Vereins fair-fish kann der Planet Erde etwa anderthalb Fischmahlzeiten pro Mensch und Monat liefern, Fischzucht inbegriffen. Das entspricht ungefähr 2,7 Kilo. Wir essen also dreimal mehr Fisch, als uns eigentlich zusteht. Die Rechnung bezahlen die Umwelt, arme Völker im Süden – und die übernächste Generation. Denn wenn wir weiterhin die Ozeane leeressen, wird es in vierzig Jahren nichts mehr zu fischen geben.

9 Kilo Fisch pro Kopf und Jahr können auf nachhaltige Weise schlicht nicht beschafft werden. Eine unbequeme Wahrheit, welcher man nicht damit entgehen kann, dass man einfach nur noch Fisch mit irgendeinem Öko-Label kauft. Soviele Label-Fische wird es nie geben, es sei denn, das Label werde verwässert. Seriöse Fisch-Label machen durchaus Sinn: als zweiter Schritt. Der erste Schritt jedoch heisst:  den Fischkonsums auf ein vernünftiges Mass reduzieren. Sonst bleibt es beim «Krieg gegen die Tiere», wie es Jonatahn Foer in seinem aktuellen Buch «Tiere essen» treffend nennt – und er meint damit nicht nur den zu hohen Konsum von Fleisch, sondern ausdrücklich auch von Fisch. 

* http://www.fair-fish.ch/blog/archive/2010/08/10/weniger-fisch-essen-fair-fish-findet-gefolgschaft.html

Rückfragen:

Heinzpeter Studer, hps@fair-fish.ch oder 0043 681 20 22 58 75



Medienmitteilung - Detail
Zürich, 24. August 2010
Schweizer Fischkonsum auf Rekordniveau

Satte 9,1 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte pro Kopf und Jahr - das ist neuer Schweizer Rekord. Allein in den letzten drei Jahren stieg der Konsum
um mehr als 25 Prozent an – auf gesamthaft 71‘011 Tonnen. Umso wichtiger ist es, dass die Konsumentinnen und Konsumenten einzig Produkte aus nachhaltiger Fischerei kaufen. Der neue WWF Ratgeber «Fische und Meeresfrüchte» hilft dabei.

http://www.wwf.ch/de/newsundservice/news/news/?1331



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