Im Frühling lässt sich besonders gut über natürliche Kosmetik reden. Ein Besuch bei der Grande Dame der ganzheitlichen und behutsamen Pflege.

Fausta Borsani - Es ist Frühling in Arlesheim! Weleda empfängt mich in einem hellen, luftigen Gebäude. Dezente Farben, ein ruhiger, frischer Duft liegt in der Luft - ja, die 96 Jahre stehen der Grande Dame Weleda sehr gut. «Weleda» war die Berufsbezeichnung für eine keltische Heilerin, die im Altertum auch den Stamm geführt hat. Und am Anfang entstanden beim Unternehmen Weleda Heilmittel. Dem Vorbild der Arzneien folgend sind dann gleich auch die Pflegeprodukte entstanden. «Jeder Inhaltstoff folgt wie bei den Arzneimitteln einer ganzheitlichen Logik und hat einen bestimmten Grund drin zu sein», erklärt mir Christoph Lüthi, ehemaliger Fachhandelsberater, der sich selbst als aktivsten Schweizer Pensionär von Weleda beschreibt. Im Sinne eines ganzheitlichen Gesundheitskonzeptes diene die Weleda-Naturkosmetik der Anregung gesunder Prozesse und Funktionen im Menschen. Dabei sollen die Lebenskräfte unterstützt, die Lebensprozesse harmonisiert und das körperlich-seelische Wohlbefinden gefördert werden.

rgb calendula arlesheim switzerland scrDie Natur liefert mit ihrer wunderbaren pflanzlichen und mineralischen Vielfalt die wertvollen Inhaltstoffe der Pflegeprodukte. Bild: Weleda

Kostbarkeiten der Natur

patricia pecourtKommunikationsverantwortliche Patricia Pécourt mit ihren Lieblingsprodukten. Bild: BionetzPatricia Pécourt, Leiterin der Kommunikation, hat zwei Lieblingsprodukte: «Ich mag besonders das Weleda Granatapfel Serum fürs Gesicht und die Mandel Pflegemilch für den Körper.» Das Granatapfel Serum schenkt ihr täglich am frühen Morgen einen Frische-Kick für den Tag. «Im Sommer bewahre ich es, um den Effekt zu verstärken, sogar im Kühlschrank auf». Granatapfel wirkt gegen die Hautalterung und aktiviert die hauteigene Regeneration. Die Granatapfelfrucht birgt unter der ledrigen Haut die kostbaren Samen, die gepresst den Granatapfelsaft ergeben. Aus den Kernen wird sodann das Granatapfelsamenöl vorsichtig kalt gepresst. Dieses kostbare Pflanzenöl hat antioxidative Eigenschaften, fördert die Regeneration der Haut und wirkt so gegen deren Alterung.

maria rechsteinerMaria Rechsteiner pflegt den Garten in Arlesheim, einer von acht Gärten der Weleda Gruppe. Und sie beobachtet die Gestalt und die Eigenschaften der Pflanzen. Denn gemäss der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis seien die Lebensvorgänge im menschlichen Organismus und in der Natur wesensverwandt. Bild: Bionetz

Die Biographie der Rohstoffe

Weleda verwendet ausschliesslich hochwertige biologische Rohstoffe aus kontrolliertem Knospe- und Demeter-Anbau sowie aus zertifizierter Wildsammlung. Sie verzichtet bewusst auf synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe. Für Weleda ist es nicht nur wichtig, welche Rohstoffe verwendet werden, sondern auch woher sie kommen.

rgb ylang ylang harvest madagascar 38 scrYlang-Ylang Ernte in Madagascar. Bild: Weleda
Christoph Lüthi, der grosses Wissen über Weleda hat, sagt: «Im Laufe der Zeit hat Weleda viele Anbauprojekt in den Herkunftsländern aufgebaut und erntet nun die Früchte langjähriger Kooperationsbemühungen, nämlich erstklassige Rohstoffe die sonst nicht (mehr) erhältlich wären. Wie zum Beispiel die Wurzel der peruanischen Ratanhiaplanze, dessen Gerbstoffe Eingang finden in die Ratanhia-Zahnflegeprodukte.» Auch in Marokko und in Madagaskar, gibt es solche Rohstoffprojekte. Entlang der ganzen Lieferkette ist der Weleda Fairness ganz wichtig: das bedeutet gute Bezahlung, gute soziale und arbeitsrechtliche Voraussetzungen, die Sicherung der Ernährung sowie Kindergärten und -krippen. Ausnahmslos alle Rohstoffe werden vor der Produktion sorgfältig selbst kontrolliert, und zwar konsequent jede Lieferung, jeder Container und jede Flasche. Am Schweizer Produktionsstandort in Arlesheim sind für die Qualitätssicherung allein fünf Personen angestellt.

produktion arlesheimDie Optimierung des Ressourcenverbrauchs ist für Weleda ein wichtiges Thema. Im 2015 konnte beispielsweise das Verpackungsmaterial um 10 Prozent reduziert werden. Auch die Energie wird effizient genutzt sowie der Wasserverbrauch minimiert. Bild: Weleda.

Schuldenfrei dank Kommunikation und Mitarbeiter

Vor ein paar Jahren stand es wirtschaftlich um Weleda nicht gut. Wie die gesamte Biobranche, untersteht auch das Arznei- und Kosmetikunternehmen einem steten Wandel und muss vielfältige Herausforderungen meistern: die Menschen werden älter, die Kaufkraft stagniert, viele Marktsektoren sind übersättigt und die Preisspirale dreht sich laufend nach unten. Die Konsumentin und der Konsument shoppt heute vermehrt via Laptop und Tablet gemütlich auf der Couch. Weleda hat sich angepasst: «Heute sind Internet, Facebook, Twitter Bestandteil unserer Kommunikation geworden Wir arbeiten mit sogenannten «Influencer» und Bloggerinnen zusammen. Einen eigenen Onlinehandel betreiben wir bis heute nicht – hier suchen wir die Zusammenarbeit mit den bereits am Markt tätigen Onlineplattformen» so Patricia Pécourt. Für die Zusammenarbeit mit dem Fachandel ist auch die Plattform «bionetz.ch» ganz wichtig für Weleda. Den Turnaround schaffte Weleda durch ein klares Konzept, Umsatzsteigerungen in den beiden Sparten Naturkosmetik und Arzneimittel, sowie durch erfolgreiche Produktinnovationen und eine hohe Kostendisziplin. «Nicht zuletzt aber dank eines anhaltenden, grossen Engagements der Mitarbeitenden. Bei uns herrscht ein starkes Wir-Gefühl», unterstreicht Patricia Pécourt. Heute werde Weleda von den Banken mit der Note «A – sichere Anlage», bewertet. Seit Mitte 2015 sei Weleda, netto betrachtet, schuldenfrei.

Internationale Ausstrahlung der Marke Weleda

Weleda war von Beginn an ein internationales Unternehmen. Die deutschsprachigen Länder sind zwar weiterhin eine tragende Säule des Geschäfts. Doch auch andere Märkte werden zunehmend anvisiert: «Weleda ist auf allen Kontinenten präsent. Über die positiven Entwicklungen im asiatischen Markt freuen wir uns zur Zeit besonders», erklärt Patricia Pécourt. Und: «Wir investieren verstärkt in Neuentwicklungen: 2014 generierten wir das Umsatzwachstum der Naturkosmetik zu 74 Prozent durch neue Produkte, 2015 sogar zu 86 Prozent». Innovation gilt nicht nur bei den Produkten: «Weleda wird beim Thema Nachhaltigkeit als Pionier und Leuchtturm angesehen. Und dafür werden wir belohnt!», freut sie sich. Denn Weleda erhielt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis, den Unternehmensverantwortungs-Preis der deutschen Bundesregierung sowie in der Schweiz den Swiss Ethics Award.

Schwitzen ist gesund!

christoph luethiChristoph Lüthi, der aktive Pensionär mit dem grossen Wissen. Bild: BionetzDie neuen Frühlingsprodukte von Weleda sind 3 neue Deo Roll-On’s. «Damit sollen wir nicht weniger schwitzen, das ist ja sehr wichtig und gesund, sondern nicht unangenehm riechen!», schmunzelt Christoph Lüthi und ergänzt: «Die nachgewiesene 24 Stunden-Wirkung erreichen wir wieder mit ausschliesslich natürlichen Inhaltstoffen und ganz ohne Aluminiumsalze!». Weleda hat Anfang 2017 ihr Naturkosmetiksortiment um ein paar Farbakzente erweitert: Neu im Sortiment gibt es 3 natürliche Lip Balms:   es gibt sie in den dezent schimmernden Nuancen «rose», «nude» und «berry red» und sie sind zudem vegan. Mit diesen Produkten spricht Weleda junge Frauen an, die auch beim Schminken auf Natürlichkeit und nachhaltige Produkte setzen möchten.

image001Drei Dinge, die Weleda speziell machen

1. Weleda ist Pionierin der Naturkosmetik. Von Anfang an war Weleda wichtig, dass ausschliesslich natürliche Rohstoffe verwendet werden. Die Qualität der Rohstoffe und die Art und Weise, wie sie gewonnen sowie verarbeitet werden, sind immer noch essentiell.
2. Weleda ist ein werteorientiertes,  anthroposophisch inspiriertes Unternehmen. Rudolf Steiner, der Weleda zusammen mit der Ärztin Ida Wegmann vor 96 Jahren gründete, war Vorreiter eines Ansatzes, den man heute «Nachhaltigkeit» nennt. Rudolf Steiner war auch der Begründer der Anthroposophie. Seine Erkenntnisse zu den Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Natur dienten als Grundlage für die Entwicklung der Naturkosmetikprodukte und Diätetika. Daneben ist Weleda die weltweit grösste Herstellerin von Arzneimitteln für die anthroposophische Medizin.
3. Weleda sieht sich in der Verantwortung gegenüber der Umwelt, der Gesellschaft und damit auch gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Um diese Verantwortung langfristig wahrnehmen zu können, muss Weleda wirtschaftlich verantwortlich handeln. Gewinne sind nicht Selbstzweck, sondern werden in das Unternehmen investiert. Mittlerweile hat Weleda 3 grosse Produktionsstandorte: Deutschland, Frankreich und Schweiz. Heute arbeiten über 300 Mitarbeitende am Schweizer Produktionsstandort in Arlesheim mit. In der Schweiz sind die Pflegeprodukte in Apotheken, Drogerien, Bioläden, Reformhäusern, Coop und Manor zu finden. www.weleda.ch

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