Die Firma Biomilk in Worb hat eine wechselvolle 30-jährige Geschichte hinter sich und stand schon mehrmals vor dem Konkurs. Nun ist sie nach einer Fusion und einem Neubau auf Erfolgskurs.

2019 01 29 10.41.01Neue Vertriebskanäle und neue Produkte, das hilft Biomilk zu wachsen. Bild: bionetz.ch
Fausta Borsani// Marcel Schär schmunzelt, als er nach seinen wichtigsten Lieferanten gefragt wird: «615 Kühe und Schafe aus der Region». Seit 2014 ist er, gelernter Käser und 50 Jahre alt, , Geschäftsführer von Biomilk. Angetreten ist er mit dem Vorsatz, den Umsatz mindestens zu verdoppeln, von 3.5 auf 8.5 Millionen bis ins Jahr 2022. Biomilk ist damit gut unterwegs. Im 2018 betrug der Umsatz bereits 4.6 Millionen Franken, im Herbst wurden neue Produktions-Räume in Worb bezogen.

Ursprünglich Demetermilch und -jogurt

Der Ursprung der Biomilk-Milchprodukte ist ausschliesslich regional. Die Milch stammt von Kühen und Schafen um Bern und Worb. Biomilk entstand, um die Demeter-Milch der regionalen Bauern zu vermarkten. Noch heute sind es viele Demeter-Produzenten, die liefern. Und es sind immer mehr: Schär fing vor 5 Jahren mit 340'000 Kilo Demeter-Kuh-Milch an. Heute wird 1 Million Kilo Demeter-Milch verarbeitet, und dies ist immer noch zu wenig, um die gestiegene Nachfrage zu decken. Marcel Schär hat viele neue Produkte eingeführt, wie zum Beispiel Fruchtquark in Demeterqualität, Kefirdrink aber auch Panna Cotta. Dazu erzählt Marcel Schär eine Anekdote: «Bravi! hat uns eine Italienerin gesagt, nachdem sie ihren Löffel abgeschleckt hatte». Mittlerweile zählt Biomilk Biopartner, Coop, Alnatura, Manor sowie die in der Region verankerte Vertriebsfirma Horai AG zu ihren Kunden. Die Horai AG gehört zu den Aktionären von Biomilk, wie auch die Pensionskasse CoOpera, die Stiftung Stimme und die Käsi Worb.

Marcel SchaerMarcel Schär, Geschäftsführer der Biiomilk AG. Bild: bionetz.ch

Sorgfältige Handarbeit

Seit der Fusion mit der Chäsi Worb vor 2 Jahren, verarbeitet Biomilk auch separat noch Milch unter dem Label «Chäsi Worb» von 5 konventionellen Bauern zu Jogurt. Einer von ihnen will mittlerweile auf Demeter umstellen, was 3 Jahre dauern wird. Das Wachstum, so berichtet Marcel Schär sei die Folge von grosser Offenheit des Demeter-Verbandes, der sich auf neue Vertriebskanäle eingelassen habe, aber auch auf die beharrliche Arbeit im Bereich Werbung und mit den Medien zurückzuführen. Das heutige Sortiment kann sich jedenfalls gut sehen lassen. Stolz ist Marcel Schär darauf, dass seine Biomilk-Produkte nicht homogenisiert werden und dass immer noch viel in Handarbeit gemacht wird: «Das Produkt bleibt so naturbelassen wie möglich, die Milch wird nicht gepumpt, sondern mit Kannen von Hand geleert», so die Philosophie.

 HandarbeitHandarbeit geht vor, die Milch wir nicht gepumpt. Bild: bionetz.ch
So geht es weiter

In der Firma hat es kluge Köpfe, die laufend Innovationen vorantreiben und es gibt auch eine speziell dafür geschaffene Stelle in der Qualitätssicherung. Marcel Schär erachtet die laufende Vernetzung, zu der er auch bionetz.ch zählt, den Austausch, sowie die Verankerung in der Region als Erfolgsfaktoren.

Biomilk Logo mit Byline
Biomilk AG,
Neufeldstrasse 3, 3076 Worb

Biomilk ist in 420 Läden der Schweiz mit Produkten vertreten. Die Produkte sollen in Zukunft auch nach Deutschland und Italien exportiert werden. Das Unternehmen verarbeitet 1,2 Millionen-Kilo Biomilch von 18 Milchlieferanten und 615 Kühen und Schafen. Es beschäftigt 15 Mitarbeitende.

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