Rechtzeitig zum Weltbienentag vom 20. Mai hat das Bundesamt für Umwelt die neue Rote Liste der Bienen publiziert. In der Schweiz sind 45 Prozent der heimischen Wildbienen gefährdet.

insektenhotel 1070Wildbienen nutzen auch gerne eine Nisthilfe. Bild: Pixabay

Von den 615 bewerteten Arten wurden 279 (45,4 Prozent) auf die Rote Liste gesetzt, wobei der Anteil gefährdeter Arten bei den Blütenspezialisten, den Bodennistern, den im Sommer fliegenden und den im Tiefland vorkommenden Arten besonders hoch ist. Weitere 58 Arten (9,4 Prozent) wurden als nahezu bedroht eingestuft. Das geht aus der aktualisierten Roten Liste Bienen hervor, die das Bundesamt für Umwelt (BAFU) veröffentlicht hat. Diese ersetzt die im Jahr 1994 erschienene Liste. Ein direkter Vergleich zwischen den beiden Studien ist jedoch nicht möglich, da die aktualisierte Rote Liste auf einer breiteren Datengrundlage beruht und methodisch anders erhoben wurde.

Hoher Anteil ausgestorbener Arten

Im Vergleich zu anderen untersuchten Organismengruppen ist der Anteil der ausgestorbenen Bienen mit 59 Arten (9,6 Prozent) sehr hoch. Hauptursachen für die Gefährdung der heimischen Wildbienen sind ein mangelndes Angebot an Blüten zum Sammeln von Pollen und Nektar sowie fehlende Nistplätze. Die Analysen haben aber auch Verbesserungen aufgezeigt: So leben beispielsweise mehrere Arten, die 1994 als ausgestorben galten, wieder in der Schweiz; dies insbesondere in Biotopen von nationaler Bedeutung.

Die Analyse zeigt, dass die Situation der Bienen in der Schweiz derjenigen von Ländern wie Deutschland, Belgien und den Niederlanden entspricht. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass reich strukturierte und extensiv genutzte Gebiete im Jura und in den Alpen noch immer einen Artenreichtum beherbergen, der zum Teil selbst auf europäischer Ebene aussergewöhnlich ist. Dazu tragen auch die Sanierung und Pflege nationaler Biotope wie Trockenwiesen bei. Weiter erreichen mit dem Klimawandel einzelne wärmeliebende Wildbienenarten erstmals oder nach längerer Zeit wieder die Schweiz, nachdem sie hier seit vielen Jahrzehnten verschwunden waren.

Bienen.ch – Plattform zu Honig- und Wildbienen

Verein Freethebees (für eigenständig lebende Honigbienen)

Quelle: «Wildbienen: Das BAFU publiziert die neue Rote Liste», Bundesamt für Umwelt, 17.05.24

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