Overshoot Day der Schweiz am 11. Mai
Die Schweiz hat ihr ökologisches Ressourcenbudget für das laufende Jahr bereits aufgebraucht. Würde die gesamte Menschheit so leben, bräuchten wir 2,8 Planeten dafür.
Überproportionaler Konsum: Der ökologische Fussabdruck der Schweiz ist zu gross. Bild: Pixabay
Der Swiss Overshoot Day liegt mehr als zwei Monate vor dem globalen Erdüberlastungstag Ende Juli. Dass die Schweiz so negativ heraussticht, liegt gemäss WWF Schweiz am überproportional hohen Konsum der Schweizer Bevölkerung in mehreren Bereichen: Mobilität (insbesondere Fliegen und Autofahrten), Wohnen (insbesondere Öl- und Gasheizungen), Ernährung (insbesondere tierische Produkte und Lebensmittelverschwendung) sowie Fast Fashion und Fast Elektronik.
Politische Rahmensetzung als grösster Hebel
Individuelle Massnahmen seien wichtig, aber nicht genug. Der Schweizer Finanzplatz ist für ein Vielfaches der gesamten inländischen CO2-Emissionen verantwortlich. Eine konsequente Anpassung der Rahmenbedingungen für diesen Sektor hätte eine Wirkung, die kein individuelles Verhalten erzielen kann. Lösungen, wie sie die im April eingereichte Finanzplatz-Initiative präsentiert, sind deshalb zentral.
Die Schweiz hat ihren Overshoot Day 2026 am 11. Mai erreicht. Bild: Screenshot
Thomas Vellacott, CEO vom WWF Schweiz, sagt dazu: «Der Swiss Overshoot Day ist kein Naturgesetz, sondern auch die Konsequenz unzureichender politischer Rahmenbedingungen und mangelnder Regulierung. Es kann nicht sein, dass Hunderttausende Einzelpersonen ihren ökologischen Fussabdruck reduzieren, während der Schweizer Finanzplatz fossile Projekte weltweit in Milliardenhöhe finanziert. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen gemeinsam handeln, aber es ist die Politik, die den Rahmen dafür setzen muss.»
Lösungsansätze auf verschiedenen Ebenen
Die Lösungen liegen bereit, beispielsweise erneuerbare Energien, Elektrifizierung, Kreislaufwirtschaft und biologische Landwirtschaft. Um sie umzusetzen und zu skalieren, braucht es entsprechende politische Rahmenbedingungen. Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle konsequent an planetaren Grenzen ausrichten und Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduzieren.
Auch Privatpersonen können wirksam beitragen: mehr Zug statt Flug, wenn Auto dann elektrisch, Wärmepumpe statt Öl- oder Gasheizung, mehr pflanzliche Ernährung, Produkte länger nutzen, reparieren und teilen. Wer zudem demokratisch mitgestaltet und seine Geldflüsse hinterfragt, setzt Signale weit über die Schweiz hinaus.
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