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«Wo Genuss Herkunft hat»: Alpahirt eröffnet Haus zur Metzg

Am 5. Dezember eröffnet die Alpahirt AG in Chur das Haus zur Metzg. Dort soll erlebbar sein, was hinter den Produkten steckt. Ein bewusst traditionelles Konzept verbindet sich dabei mit innovativen Ansätzen.

 Manu Zala und Adrian Hirt vor dem Haus zur Metzg. Bild: Alpahirt AG

«Mit dem Haus zur Metzg schaffen wir erstmals einen eigenen physischen Ort, an dem wir Handel, Genuss und die Geschichten hinter den Produkten zusammenbringen können. Es ist für uns weit mehr als ein neuer Verkaufskanal», erklärt Adrian Hirt, Gründer und Geschäftsführer der Alpahirt AG. Hinter dem Unternehmen steht die seit 2013 laufende Aufbauarbeit und ein Netzwerk von rund achtzig Landwirtschafts- und Handwerkspartner:innen sowie über 150 Verkaufsstellen. Bis im Jahr 2029 strebt Alpahirt an, die führende Marke für nachhaltiges Trockenfleisch in der ganzen Schweiz zu sein, ein Synonym für Tierwohl, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Manu Zala ergänzt als Haus zur Metzg-Geschäftsführerin: «Das Haus zur Metzg steht für uns sehr stark unter dem Gedanken «Wo Genuss Herkunft hat». Wir möchten dort erlebbar machen, was hinter unseren Produkten steckt: die Menschen, die Tiere, das Handwerk und die Herkunft. Und zeigen, dass verantwortungsvolle Lebensmittelproduktion und echter Genuss Hand in Hand gehen können.»

Netzwerk sichtbar machen

Die Neueröffnung verbindet traditionelle Vermarktung mit einer innovativen Idee. Adrian Hirt zeigt auf wie: «Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Lieferanten ins Haus zu holen. Lieber zwanzig, deren Geschichte unsere Mitarbeitenden wirklich kennen. Unsere Mitarbeitenden sollen wissen, wer dahintersteht, woher das Produkt kommt und was daran besonders ist – und diese Geschichte auch den Gästen erzählen können.»

Das Haus zur Metzg verbindet zudem Verkaufslokal und Gastronomie. Wenn also ein Käse, ein Wein, ein Fleischprodukt oder etwas anderes auf dem Teller liegt, soll die Verbindung zu den Produzent:innen nicht an der Küchentür enden. Adrian Hirt erläutert: «Was du bei uns im Bistro probierst, sollst du danach auch im Shop kaufen können – und wir wollen dir sagen können, wer es hergestellt hat. Unsere Stärke liegt darin, Bäuerinnen und Bauern, Metzger:innen, Käser:innen, Winzer:innen und Gastronom:innen zusammenzubringen, ihre Produkte verständlich zu machen und einen gemeinsamen Zugang zu den Kund:innen zu schaffen.»

Bio als Grundlage für mehr

Seit vielen Jahren ist Graubünden der Schweizer Bio-Kanton: Der Anteil der Bio-Betriebe liegt laut Zahlen von Bio Suisse bei 64 Prozent. Gemessen an der landwirtschaftlichen Nutzfläche liegt der Bio-Anteil mit über 65 Prozent sogar noch leicht höher.

Adrian Hirt betont: «Bio ist für uns ein wichtiges Fundament, aber nicht die ganze Geschichte. Viele unserer Partnerbetriebe arbeiten nach Bio- oder vergleichbaren Standards.» Entscheidend sei jedoch nicht, wie viele Labels ein Produkt trägt, sondern wie es tatsächlich entsteht: «Bei Alpahirt setzen wir deshalb auf eigene Anforderungen: Gras und Heu statt Kraftfutter und Soja, regionale Wertschöpfung, ein langes Leben der Mutterkühe und eine möglichst naturbelassene Verarbeitung ohne Zusatzstoffe.»

Der wichtige Grundsatz dahinter ist «Feed no Food»: Die Wiederkäuer sollen Gras verwerten, nicht Lebensmittel, die auch Menschen ernähren könnten. Adrian Hirt ergänzt: «Genau diese Haltung möchten wir im Haus zur Metzg sichtbar und erlebbar machen. Denn am Ende geht es nicht darum, den Menschen noch ein weiteres Label zu erklären, sondern ihnen zu zeigen, wo ihr Essen herkommt, wer dahintersteht und weshalb es so gut schmeckt.»

Bis 2029 will Alpahirt die führende Marke für nachhaltiges Trockenfleisch sein. Bild: Alpahirt AG

Chur als erster Test

Am Standort Chur muss sich nun in der Praxis beweisen, dass das Modell funktioniert. Adrian Hirt sagt: «Wenn wir dort den Break-even erreichen, können wir über Häuser an weiteren Orten nachdenken. Interessant sind für uns vor allem Orte, an denen Alpahirt bereits Kundschaft, Handelspartner:innen und Vertrauen hat, wie etwa in Zürich, St. Gallen, Vaduz, Bern, Basel und Lenzburg.»

Das passt auch zur bisherigen Entwicklung. Alpahirt ist nicht durch ein einzelnes grosses Vertriebsmodell gewachsen, sondern über ein Netz aus Produzent:innen, Handelspartner:innen, Kund:innen und – Empfehlungen. Das zieht sich durch die ganze Alpahirt-Geschichte: Zu dieser gehören eine regionale Landwirtschaft, kleine Schlachtbetriebe, eine spezialisierte Verarbeitung, Handelspartner:innen und jetzt zusätzlich das Haus zur Metzg.

Wachstum aus der eigenen Community

Der schrittweise weitere Ausbau soll auf diesem Netzwerk aufbauen. Adrian Hirt erzählt: «Wir möchten aus unserer eigenen Basis herauswachsen – mit Produzent:innen, Kund:innen, Partner:innen und vielleicht künftig auch mit Menschen, die wirtschaftlich an Alpahirt beteiligt sind. Ich finde den Gedanken spannend, dass Menschen aus unserer Community wirtschaftlich am Unternehmen beteiligt sind und dadurch auch zu Botschafter:innen für Alpahirt und das Haus zur Metzg werden.»

Angedacht ist eine erste Beteiligungsrunde über Partizipationsscheine. Aktuell läuft dazu eine unverbindliche Umfrage zur Ermittlung der Interessenslage. Erste Signale und Rückmeldungen zeigen gute Voraussetzungen für weitere Wachstumsschritte.

Peter Jossi, Präsident bionetz.ch

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