Dem Beton Leben einhauchen – mit Pneumatit
Als nach einem Brand ein Stall der Stiftung Fintan neu zu bauen war, setzten sich Pneumatit-Gründer Markus Sieber-Proença und Forscher José Martinez das Ziel, dem Beton Leben einzuflössen: Damit war der flüssige Zusatzstoff Pneumatit geboren.
Gewerbe- und Bürobau in Wolfhausen ZH: ein Innovationspark als Holzkonstruktion mit der Verwendung von Pneumatit in den Betonteilen. Bild: zVg
Das Unternehmen Pneumatit AG ist im Rahmen des 1998 in Rheinau ZH gegründeten ökologisch-sozialen Projekts Fintan entstanden. Zu Fintan gehört neben anderen selbständigen Betrieben die Gut Rheinau GmbH. Die Herstellung von Pneumatit umfasst heute zirka hundert Schritte in rund zwei Arbeitswochen.
Resultat ist ein in der Baupraxis unkompliziert einsetzbares homöopathisches Produkt. Es verändert die physikalischen und bautechnischen Eigenschaften von Beton nicht. Und doch zeigt es eine Wirkung, auf anderer Ebene. Markus Sieber erläutert, was dahintersteckt: «Wir wollten für Gut Rheinau einen Beton, der unseren betrieblichen Ansprüchen an Lebendigkeit genügt. Einen Beton, der für Mensch und Tier freundlicher, gesünder ist und Räume für individuelle Entfaltung und Entwicklung bietet.»
Pneumatit verankert gemäss der Firmen-Website eine feine biologische Aktivität dauerhaft im Beton und wird im Werk oder vor Ort eingemischt – in den frischen Baustoff auf Zement- oder Anhydrit-Basis. Viele Menschen nehmen das so behandelte Material anders wahr als den «normalen» Industriebeton, wie die Erlebnisberichte zeigen.
Pneumatit ist ein in der Baupraxis unkompliziert einsetzbares homöopathisches Produkt. Bild: zVg
Wachsende Nachfrage
Der Flüssigzusatzstoff wird individuell dosiert geliefert, für Gross- bis Kleinstprojekte, abgestimmt auf die jeweiligen Techniken beim Mischen und Giessen. «Mit Vorteil wird Pneumatit konsequent genutzt, also auch für Fundamente, Mörtel und Zementputz», empfiehlt Markus Sieber. «Auch Teilanwendungen, etwa bei Renovationen, bringen schon Gewinn», erklärt er weiter.
Pneumatit wurde ursprünglich ohne Gedanken an Verkauf und Vermarktung entwickelt, nur für den Eigenbedarf. Fast überraschenderweise wuchs gemäss Markus Sieber nach der Erstanwendung 2007 langsam aber stetig die Nachfrage. In der Folge wurde 2014 zunächst eine GmbH gegründet. Aktiv am Markt ist das bionetz.ch-Mitglied Pneumatit AG seit 2016.
Vielfältig einsetzbar
Seither fand der Zusatzstoff vielfältige Anwendungen für Wohn-, Schul- und Arbeitsräume, Ladenbauten, Weinkeller, Besucher:innenzentren, Kunstateliers, Kliniken und therapeutische Räume, Kinderspielplätze, Hotels und Restaurants, Stall- und Freilauf-Bauten ebenso wie für Lebensmittellager und Wasserzisternen. Die Nachfrage steigt auch international, wie Projekte in bis heute 18 Ländern zeigen. Aufgrund der Erfahrung auf dem Gut Rheinau erfolgten viele Anfragen für Ökonomiebauten und Ställe in der Landwirtschaft sowie für Gärtnereien.
Markus Sieber zählt einige Projekte auf: «Für Soyana durften wir zur Produktionshalle in Schlieren ZH beitragen. Für das renommierte Bio-Unternehmen Rapunzel kam Pneumatit beim Bau eines Besucher:innen- und Logistikzentrums zum Einsatz. Premium-Winzer:innen in der Schweiz, in Österreich, Frankreich und auf Korsika haben neue Keller mit pneumatisiertem Beton gebaut.»
Markus Sieber zeigt sich zuversichtlich: «Pneumatit ist eigentlich die logische Wahl für alle Beton- und Anhydrit-Bauteile in Bauten, in denen Leben stattfinden und gefördert werden soll, vor allem auch für die Herstellung, Lagerung und Aufbereitung von Lebensmitteln.»
Peter Jossi, Präsident bionetz.ch
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