Das strengste aller Tierlabels, «KAGfreiland» genannt, entstand schon 1972 unter dem Namen KAG - Konsumenten-Arbeits-Gruppe für tier- und umweltfreundliche Nutztierhaltung. Durch die Verbindung zwischen Bio-Label und Nutztierschutz-Organisation, also KonsumentInnen und ProduzentInnen, ist KAGfreiland nicht nur national, sondern auch international einzigartig. Die letzten Jahre der Organisation, die auf 5000 Mitgliedern basiert, waren etwas turbulent, denn auch KAGfreiland musste sich den Gegebenheiten des Bio-Fleisch-Marktes anpassen.

kagfreiland team 2016 kopieDas Team von Kagfreiland. Bild: zVgZirka 150 Vertragsbauern und -bäuerinnen führen auf ihren Eiern und Fleischprodukten die kleine Sonne, das Label für die schweizweit strengsten Tierhaltungs-Richtlinien, die bei jeder Tiergattung auf dem Hof eingehalten werden müssen. Zudem müssen gesamtbetrieblich auch die Bio Suisse Richtlinien eingehalten werden. Die Vermarktung des so produzierten Bio-Fleisches ist heute einmal durch KAG Metzger sichergestellt: Karl Abegg in Langnau am Albis, die Eichenberger Metzgerei in Wetzikon (ZH) sowie für Geflügel die Meier Metzgerei in Windisch. Weiter verarbeitet und verkauft die Wurstwerkstatt von Lukas Meier in Hägglingen auch KAGfreiland Fleisch. Nebst diesen Verkaufspunkten wird das KAGfreiland Fleisch von den Bauern selbst vermarktet: Die KAG Tierhalter finden unter anderem per Internet ihre Kundinnen und Kunden. Und die Bio-Metzg AG hat auch KAGFreiland-Geflügel im Sortiment.

Chance für Bioläden

«Als einziges Label, das derzeit nicht bei Discountern und Grossverteilern vertreten ist, ist KAGfreiland eine Chance für Bio-Läden» so Karin Angehrn, die Marketingverantwortliche von KAGfreiland. «Dennoch stehen wir bei den Bioläden oft an, weil Fleisch gerade dort ein Nischenprodukt ist und weil die Logistik und die Sicherung der Kühlkette besonderer Anstrengungen bedarf». So könne die Frage aufkommen, ob das KAGfreiland Angebot zu gross sei für die kleinen Läden und zu klein für Grossverteiler. Ein Dilemma, das KAGfreiland zu schaffen macht und das in den letzten Jahren auch zu einigen Führungswechseln auf der Geschäftsstelle geführt hat.

Kooperationen für Tierwohl

Heute braucht es KAGfreiland immer mehr als Kompetenzstelle Tierwohl. Viele Tierwohlprojekte wurden durch KAGfreiland ins Leben gerufen: Mastschweine auf der Alp, ein Projekt das man fast live auf der Homepage von KAGfreiland mitverfolgen kann.

«KAG will in Zusammenarbeit mit der Firma Pro Valladas herausfinden, welche Schweinerassen sich für die Exposition an der Höhensonne eignen, denn die in der Schweiz am meisten vertretene Rasse, das Edelschwein, kriegt davon Sonnenbrand» erzählt die Verantwortliche für Tierwohl und Co-Geschäftsleiterin Tanja Kutzer. «Ausserdem untersuchen wir die Fleischqualität und toll wäre natürlich, wenn die Turopolje Alpschweine die bei den Hirten unbeliebten Blacken fressen würden!» schmunzelt sie. Etwa 10 KAGfreiland Produzenten machen ausserdem mit beim Henne&Hahn- oder Bruderhahn-Projekt, bei dem pro Legehenne auch ein Bruder aufgezogen wird. So vermeidet man die Tötung der männlichen Küken gerade nach dem Schlupf. Weitere politische Arbeit leistet KAGfreiland nach wie vor in verschiedenen Arbeitsgruppen und Projekten und sucht auch immer wieder nach neuen Projektpartnern. Mit Proviande etwa kooperiert KAGfreiland im Projekt «all of it», bei dem es darum geht, das ganze Tier und nicht nur seine Edelstücke zu verwerten.

Runder Tisch

Für neue Projekte sei auch bionetz.ch sehr gefragt - es biete nützliche Verbindungen und Informationsplattformen. Denn «KAGfreiland möchte mehr Verkaufsstellen, zum Beispiel in Bioläden, sowie auch die Online-Schiene ausbauen», so Karin Angehrn, deren Lieblingsprodukt Rindsgeschnetzeltes ist. Sie ist von KAGfreiland und Bio überzeugt, seitdem sie die Allergien ihres zweiten Kindes durch möglichst natürliche und naturbelassene Lebensmittel in Schach hält. «Vielleicht könnten wir zusammen einen runden Tisch organisieren, an den wir über die Bedürfnisse der Bioläden diskutieren. » Sie ist überzeugt, dass ein nachhaltiges Fleischangebot gut zu Bioläden passt, denn Tiere gehörten zu einem ganzheitlichen landwirtschaftlichen Betrieb dazu.

Was Tiere an KAGfreiland gut finden

  1. Sie können täglich raus an die frische Luft
  2. Sie verfügen über viel mehr Platz als andere Nutztiere
  3. Sie werden als Kreaturen geachtet und sind keine Produktionsmaschinen

www.kagfreiland.ch

Heute umfasst das Team von KAGfreiland 450 Stellenprozent aufgeteilt auf 7 Personen.

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