Schweizer Industriekäse landet zunehmend als Billigstware im Ausland. Bei Schleuderpreisen legen zwar die Bauern drauf – aber nicht die Käser. Wie ist dies möglich? Ein aktueller LID-Bericht zeigt die Hintergründe zum Schlüsselbegriff "Verkäsungszulage" auf, den staatliche Zahlungen für Verarbeitungsbetriebe. Das Beispiel wirft die Frage nach dem Sinn und Zweck dieser Art von Beiträgen auf. Oder anders gefragt: Welche Lenkungsmassnahmen wären in der Verarbeitung sinnvoll und nötig, um eine nachhaltige Entwicklung und gezieltere Förderung der Qualitätsstrategie zu bewirken?
 
Schweizer Käse gilt in den meisten Köpfen als Qualitätsprodukt. In den Medien wird er als Premium-Artikel gehandelt, welcher sich auch im Export im Hochpreissegment positioniert. Doch die Realität sieht anders aus: Inzwischen wird rund jedes dritte Kilo Käse nicht mehr handwerklich-gewerblich, sondern industriell herstellt. Und wer sich die Exportstatistiken genauer anschaut, stellt fest, dass Schweizer (Industrie-) Käse zunehmend in der Billigschiene landet. Frischkäse und Mozzarella wurden letztes Jahr z.B. zu deutlich tieferen Preise exportiert, als importiert.

Billig-Exporte sind kein Zufall

Es lohnt sich trotzdem. Allerdings nur für den Käser. Das liegt an drei Faktoren: Der Verkäsungszulage, dem gestützten Milchfettpreis und der Milch-Segmentierung. Und daran, dass die Wege des Milchhandels so transparent sind wie Schokolade. Die Verkäsungszulage war ursprünglich dazu gedacht, den hohen Schweizer Milchfettpreis beim Export zu kompensieren. Weil aber die Verkäsungszulage nicht an den Fettgehalt im Käse gebunden ist, haben heute diejenigen Käser, die überhaupt kein Fett im Käse belassen, den Fünfer und das Weggli: Sie bekommen sowohl die Verkäsungszulage als auch den hohen Preis fürs Milchfett. Magerkäse mit null Prozent Fett kann man zwar nicht essen, aber als Rohstoff für Analogkäse, der in Fertigprodukten Verwendung findet, eignet er sich alleweil.

Quelle/ ganzer LID-Beitrag

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