In Norddeutschland sind die Legehennenhalter ins Visier der Justiz geraten. Konventionelle und biologisch geführte Betriebe haben offenbar systematisch ihre Ställe überbelegt. Knospe-Eier im Detailhandel sind nicht betroffen. Europa braucht mehr bäuerliche Familienbetriebe, die Tierwohl und Ökologie ernst nehmen.

Gegen hunderte von Legehennenbetrieben wird zurzeit in Deutschland ermittelt. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft sind es in der Mehrzahl konventionelle und einige ökologisch geführte Eierbetriebe im Bundesland Niedersachsen. Weitere Fälle haben die Ermittler an andere Bundesländer und nach Holland abgegeben. Der Vorwurf an die konventionellen und an die biologisch geführten Betriebe lautet, sie hätten vor 2011 mehr Tiere im Stall gehalten als gesetzlich erlaubt. Medienberichte sprechen von 15‘000 Legehennen pro Stall in Ställen, die für 12‘000 Tiere gebaut wurden. Hingegen liegen keine Informationen vor, dass in Deutschland konventionell produzierte Ware umdeklariert und als Bio-Eier verkauft wurde.

Knospe-Konsumeier ausschliesslich aus der Schweiz

Unter der Marke Knospe gelangen ausschliesslich Konsumeier aus der Schweiz in den Verkauf. Wer regelmässig sein Knospe-Frühstücksei isst, kann also sicher sein, dass Schweizer Bioqualität drin ist. Zusätzlich werden Verarbeitungseier importiert, die auch in Gebäck oder Eierteigwaren mit der Knospe landen. Der grösste Teil davon stammt aus Süddeutschland und Österreich.

Bio Suisse regelt die Produktion wie folgt:

  • Jeder Knospe-Betrieb wird jährlich von einer unabhängigen Kontrollorganisation geprüft, die
  • Kontrollen werden von einer weiteren Organisation zertifiziert.
  • Knospe-Betriebe dürfen maximal 2000 Legehennen pro Stall halten und 500 Hennen pro Herde.
  • Die Legehennen haben regelmässigen Zugang zum Aussenklimabereich, zum Auslauf und zur Weide.
  • Jede Henne verfügt über 5 m2 Weidefläche.
  • Den Hennen stehen Schattenplätze und ein Sandbad zur Gefiederpflege zur Verfügung.
  • Das Futter ist biologisch und frei von gentechnisch veränderten Organismen.
  • Die Körner werden direkt in die Einstreu verteilt, damit die Hühner ihrer natürlichen Veranlagung entsprechend scharren können.
  • Bereits die Küken stammen aus Schweizer Knospe-Betrieben.

Bio Suisse setzt auf eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Landwirtschaft. Dazu gehören gemischte bäuerliche Familienbetriebe, die ihre Hühner artgerecht und in überschaubaren Einheiten halten und sich von unabhängigen Kontrollstellen kontrollieren lassen. Die Betriebe von Bio Suisse produzieren gesamtbetrieblich, das heisst, überall auf dem Betrieb halten sie die Bio Suisse Richtlinien ein.

Schweizer Bioeier: Eine Erfolgsgeschichte

Heute stammt bereits jedes fünfte in der Schweiz verkaufte Ei aus einem Schweizer Biobetrieb. Bioeier sind eine Erfolgsgeschichte, nicht nur bei den Konsumenten sondern auch für die Tiere, für die Natur und für die Bauern. Dass diese Erfolgsgeschichte organisch weiterwachsen kann und es noch mehr biologisch produzierende bäuerliche Familienbetriebe in der Schweiz gibt, dafür setzt sich Bio Suisse täglich ein.

Quelle: Bio Suisse-Stellungnahme Eierskandal in Deutschland

Bio Suisse-Kontakt: Stephan Jaun, Leiter Information und PR

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Kommentare  

#1 Walter Mey 2013-03-26 09:28
Solange die männlichen Küken kurz nach dem Schlüpfen aus dem Ei getötet werden, weil sie keine Eier legen, und solange auch die Legehennen nach zwei bis drei Jahren getötet werden, weil sie nicht mehr genug Eier legen – solange sollten wir ganz auf den Konsum von Eiern verzichten.
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