Anuga ist die weltweite grösse und wichtigste Businessplattform für Food & Beverage. In diesem Jahr waren 6‘777 Aussteller aus 98 Ländern präsent. Auch die Anuga 2013 war – wie jedes Mal - eine gigantische Leistungsschau der globalen Ernähungswirtschaft. Bioprodukte gehören neben vielem weiteren seit Jahren mit dazu. Lesen Sie dazu den Bericht von Markus Johann mit Blick auf den Auftritt verschiedener Schweizer Unternehmen.

Das komplette Messegelände der Messe Köln und damit eine Bruttoausstellungsfläche von 284.000 m² wurde dazu genutzt. Die grössten Ausstellernationen kamen aus Italien (1.043 Aussteller), Spanien (447), der Volksrepublik China (409), Frankreich (255), der Türkei (239), Griechenland (221), den Niederlanden (212), Belgien (189), der USA (189) und Thailand (161). Leichte Steigerungen zeigten in diesem Jahr die Länderbeteiligungen der Türkei, aus Polen und aus den USA.

Breites Spektrum

Zehn Fachmessen gliedern die Messe nach Themen und Schwerpunkten. Anuga Fine Food; Anuga Drinks; Anuga Meat; Anuga Frozen Food; Anuga Chilled & Fresh Food; Anuga Dairy; Anuga Bread & Bakery, Hot Beverages; Anuga Organic; Anuga RetailTec; Anuga FoodService. Trendthemen waren dieses Jahr: Gourmet Produkte und regionale Spezialitäten; Halal Food; Bio-Produkte; Vegetarische Produkte; Health & Functional Food; Koschere Produkte; Finger Food; Handelsmarken (private labels); Industrial Ingredients; Fair gehandelte Produkte. Somit kann festgestellt werden, dass Bio in beiden Bereichen auch einen Schwerpunkt bildete.

Überzeugender Auftritt der Schweizer Hersteller

Die Schweizer Nahrungsmittelbranche war erneut mit einer breiten Palette an Produkten auf der diesjährigen Anuga vertreten. Insgesamt stellten in diesem Jahr 65 Schweizer Unternehmen aus. 41 Schweizer Firmen zeigten allein im SWISS Pavilion, Halle 3.1, im SWISS Cheese Pavilion, Halle 10.1 sowie im SWISS Meat Pavilion, Halle 5.2, ein vielfältiges Angebot. Switzerland Global Enterprise organisierte in Zusammenarbeit mit Switzerland Cheese Marketing AG die beiden Pavilions in den Bereichen Anuga Fine Food sowie Anuga Dairy, Proviande organisierte den Schweizer Stand im Bereich Anuga Meat.

Anuga MJ Blick auf die Präsenz der Schweizer Aussteller in Halle 3 1Schweizer Aussteller am Swiss Pavilion in Halle 3 1 (Bild:Markus Johann)

Anuga Organic – eine Leistungsshow der Biohersteller !

In diesem Bereich stellten erneut zahlreiche Bio-Anbieter aus dem In- und Ausland in Köln aus. Erstmals erforderte die Beteiligung an der Anuga Organic den Nachweis einer anerkannten, im Markt üblichen Bio-Zertifizierung durch den Anbieter. Eine Massnahme, die aus Ausstellerkreisen angeregt und von der Koelnmesse umgesetzt wurde. „Ziel war es, den Einkäufern damit noch mehr Sicherheit bei der Produktsichtung zu geben“, erläuterte Dietmar Eiden, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse GmbH, den Schritt: „Die Resonanz darauf war überaus positiv, die Anuga Organic ist in der Fläche sogar noch gewachsen.“ Mit rund 250 Ausstellern bot die Anuga Organic ein breitgefächertes Bio-Angebot in Halle 5. Erstaunlich waren die gegenüber anderen Messehallen ziemlich tiefen Besucherfrequenzen in dieser Halle bei unserem Besuch am Messe-Dienstag.

Im Rahmenprogramm der Anuga fanden unter dem Stichwort „Bio-Kompetenzzentrum“ darüber hinaus interessante Workshops und Fachvorträge statt. Erneut waren Bioprodukte auch in den anderen Fachmessen gut vertreten. Die Anuga Aussteller- Datenbank machte das einfache Auffinden möglich. Über 1.600 Anbieter profilierten sich mit Bioprodukten – über alle 10 Fachmessen der Anuga hinweg.

Eine Möglichkeit in der separaten Biohalle (5.1.) war, sich primär mit Produkten in den Regalen in dem von Biopress organisierten Bereich zu präsentieren. Dieser Bereich entsprach in groben Zügen in etwa dem Layout von einem Bioladen. Diese Variante wählte u.a. auch bionetz.ch-Mitglied Maestrani, Flawil. Neben Maestrani haben noch ca. 90 andere Firmen von dieser Variante auch Gebrauch gemacht. Nach Auskunft von Thomas Leitner, Verkaufsleiter von Maestrani, hat diese Präsenz für sie in diesem Jahr so auch sehr gut gestimmt. Vor allem der Export mit Bioprodukten würde jedes Jahr zunehmen, meinte Leitner weiter. Sie hätten in Deutschland und auch Österreich jedes Jahr schöne Wachstumsraten, was auch dazu führen könnte, dass sie ihre Präsenz an der Anuga in zwei Jahren ev. ausbauen werden.

Anuga MJ Präsenz von Maestrani bei BiopressMaestrani-Auftritt bei Biopress (Bild: Markus Johann)

Eine andere Präsenz wählte bionetz.ch-Mitglied bio familia, Sachslen. Sie waren mit einem eigenen Stand in dem von bionetz.ch-Partnerorganisation Switzerland Global Enterprise (ehemals OSEC) organisierten Bereich präsent. Erstens weil sie nicht nur Bioprodukte im Sortiment führen und zweitens, weil die Schweizer Herkunft und –Herstellung damit auch sehr gut zum Tragen komme, teilte uns Peter Weber, Export Sales Director, mit. Mit dem Auftritt und dem Resultat in diesem Jahr seien sie sehr zufrieden. Sie konnten während den 5 Tagen viele bestehende Kundenkontakte pflegen und auch neue, interessierte Kunden sehr gut ansprechen. Zudem hätten sie in diesem Jahre ihre neue Linie „body ballance“ lanciert. Diese wäre bei vielen Messebesuchern sehr gut angekommen. Bio sei für ihr Unternehmen zwar sehr wichtig, explizit nach Bioprodukten nachgefragt worden, sei jedoch nur wenig, meinte Weber weiter. Der Exportanteil von bio familia liegt in der Zwischenzeit bei 45%, Tendenz steigend.

Natürlich war auch der Schweizer Käse ein wichtiges Thema an der Messe. Die Präsenz der Biokäsereien ging jedoch im grossen Ganzen etwas unter. Die grösseren Käseanbieter waren in der Halle 10.1 (Feinkostangebot) untergebracht. Bei diesem Auftritt kam die Qualitätsstrategie von vielen Käsereien auch sehr gut zum Vorschein.

Nicht mehr auf der Messe vertreten war die Narimpex aus Biel. Gemäss Auskunft von CEO Ueli Grünig, haben sie nach 20 Jahren Anugapräsenz ihre Messe- und Märkte -Strategie überarbeitet. Die Hauptexportmärkte wären für sie heute der nahe und ferne Osten, wo sie beispielsweise auch Zweigniederlassungen (u.a. in Dubai und Kuala Lumpur) unterhalten. Mit der Marke Nectaflor wären sie im EU-Raum zudem immer mehr auch von hohen Zöllen und dem hohen Wechselkurs betroffen gewesen. So dass sie im Vergleich mit ihren Hauptmitbewerbern auch immer mehr unter Kostendruck gestanden wären, meinte Grünig weiter. Das führte letztendlich auch zu dem Entscheid, an den Messen in Köln (Anuga) und Paris (Sial) zukünftig nicht mehr auszustellen.

Anuga MJ Blick in die Biohalle mit der Präsenz der deutschen BioverbändeBiohalle mit der Präsenz der deutschen Bioverbände (Bild: Markus Johann)

Der Bio-Markt wächst in Deutschland und weltweit

Im vergangenen Jahr hat die Branche in Deutschland erstmals mehr als sieben Milliarden Euro erzielt. Vor allem frische Lebensmittel treiben den Umsatz nach oben. Die Erlöse stiegen 2012 um sechs Prozent auf 7,04 Milliarden Euro (Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Damit erhöhte sich der Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt in Deutschland um 0,2 Punkte auf 3,9 Prozent. 31 Prozent des Bio-Umsatzes in Deutschland wird in den Fachgeschäften erzielt; sie profitierten im letzten Jahr besonders von der Nachfrage nach Obst und Gemüse, Molkereiwaren sowie Fleisch und Wurst. Normale Supermärkte haben am Gesamtmarkt einen Anteil von 50 Prozent; der Rest wird in Hofläden oder beispielsweise in Metzgereien und Bäckereien erzielt. Deutschland ist nach den USA und vor Frankreich der zweitgrösste Markt für Bio-Waren weltweit.

bionetz.ch-Kontakt: Markus Johann

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