Der Verein Bluepingu hat erstmals einen Kurzfilm-Wettbewerb ausgeschrieben. Unter dem Motto „LebensWERTraum 2025“ sind kreative Beiträge zu nachhaltigen Lebensmodellen der Zukunft gefragt. Die oneco-Redaktion führte dazu ein Gespräch mit Bluepingu-Chef Frank Braun.

oneco-Redaktion: Herr Braun, woher kann die Idee zum Kurzfilm-Wettbewerb?

Frank Braun: Wir begleiten die BIOFACH Messe seit 2011 mit einer öffentlichen Event-Reihe in Nürnberg, um Themen und Facetten der Messe in der Stadt zu tragen. Nach der letzten BIOFACH kam uns im Frühjahr die Idee zu einem Film-Wettbewerb. Dann kamen erste Zweifel, oje, bekommen wir das gestemmt. Doch unterm Strich waren wir so begeistert von der Idee, dass wir einfach sagten: Das machen wir!

Es ist ja nicht der erste Wettbewerb, der zur BIOFACH von Bluepingu ausgerichtet wird…

Ja, wir haben bereits einen Malwettbewerb für Grundschüler aus der vierten Klasse. Jetzt wenden wir uns an junge Erwachsene und Erwachsene überhaupt, wir schreiben international aus, das ist eine ganz andere Nummer. Aber egal ob Malwettbewerb oder Kurzfilm: Das Spannende an einem künstlerischen Zugang zum Thema LebensWERTraum ist die Freiheit des Kreativen, die Kunst fixiert keinen Rahmen. Man kann spinnert herangehen, egal wohin die Gedanken hinfliegen.

LebensWERTraum ist ja auch ein Phantasiename…

Die Namensfindung war eigentlich das Schwierigste, wir haben ewig diskutiert. Jeder hatte seine eigenen Ideen, die aber nicht alle überzeugten. Dann wurde der LebensWERTraum in die Runde geworfen, es war auf einmal Stille im Raum, dann waren wir uns einig. Das ist es. Der Begriff lässt sich teilen und unterschiedlich zusammensetzen. Lebenswert, Lebensraum, Lebenstraum, oder Wertraum, das zeigt die Vielschichtigkeit des Themas für den Wettbewerb und bietet vielfältige Möglichkeiten, das Thema zu interpretieren.

Ist die Jahresangabe 2025 die nachhaltige Gegenposition zu politischen Agenda 2010?

Initiator Frank Braun: Mitmachen lohnt sich. Foto Thomas Tjiang

Wir haben uns eher an der Agenda 21 orientiert, die 1992 auf dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro entstanden ist. Wir wollen aber keine Vision für das Jahr 2500, sondern Lebensträume und LebensWERTräume, die noch in unserer Lebenszeit Realität werden können.

Was ist denn inhaltlich beim Kurzfilm-Wettbewerb gefragt?

Wir wollen die Kunst- und Kreativwirtschaft mit ins Boot holen, wir wollen Facetten der Nachhaltigkeit und wir erwarten radikale Vordenker. Das ist offenes Terrain für die Teilnehmer. Denkbar ist auch eine schwarz-weiß-Arbeit, ein Cartoonfilm oder was auch immer. Es kann zur Not auch in chinesischer Sprache gedreht werden, dann brauchen wir aber deutsche oder englische Untertitel. Zur Preisverleihung am zweiten Messetag der BIOFACH wollen wir dann eine neunzigminütige LebensWERTraum-Rolle zeigen, also eine Art nachhaltige Cannes-Rolle. Über die Qualität der Kurzfilme werden unter anderem der „Taste the Waste“-Regisseur Valentin Thurn und „Silent Snow“-Regisseur Jan van den Berg wachen.

Der Wettbewerb ist zu Monatsbeginn angelaufen, wie sind denn Ihre Erwartungen?

Schön wäre es, wenn wir 50 Filme bekommen, alles darüber wäre super. Wir haben das Thema auch gezielt an den Medienhochschulen verteilt, haben unser Netzwerk in den USA genutzt und haben den Wettbewerb auch beim Global Sustainability Jam und der Transition-Town-Bewegung (etwa „Stadt im Wandel“) der Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen bekannt gemacht. Wir bekommen jetzt schon jeden Tag Rückfragen, das ist ein gutes Zeichen. Es gab sogar schon Fragen aus dem südkoreanischen Seoul und dem indischen Bangalore.

Quelle: Oneco

Weitere Informationen zum LebensWERTraum-Wettbewerb

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