Zum 25-jährigen Jubiläum hat die Öbu mit dem «Forum ö 2014» in der «Eventfabrik Bern» symbolisch die zweite Phase im Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft gestartet. Rund 200 Fachleute von Unternehmen und Partnerorganisationen tauschten ihre Strategien und Praxiserfahrungen aus. BAFU-Direktor Bruno Oberle zeigte den noch langen Weg hin zu einer «grünen Wirtschaft der Zukunft» auf. «Ich rechne mit der Öbu!» schloss Oberle seinen Aufruf zur tatkräftigen Mitarbeit. Bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen Wirtschaft kann die Biobranche einiges beitragen und hat gleichzeitig noch viele Hausaufgaben zu lösen.

Peter Jossi - Ernst Ulrich von Weizsäcker, Nachhaltigkeitsexperte und bereits Gastreferent an der ersten Öbu Gründungsversammlung vor 25 Jahren, eröffnete die diesjährige Veranstaltung. Er zeigte sich überzeugt, dass die Schweiz und Europa sowohl mit ihrem Know-how als auch unternehmerischem Innovationsgeist in Zukunft eine wichtige Rolle in der Umsetzung der Grünen Wirtschaft spielen. Der von Ernst Ulrich Weizsäcker seit vielen Jahren proklamierte «Faktor 5» zeigt auf, wie lang der Weg noch ist: Es geht nicht in erster Linie um «Sparen», sondern um eine drastisch erhöhte «Ressourcen-Effektivität», die viel mehr umfasst als das heutige Verständnis von Produktivität.

öbu forum 2014 IMG 2585Auf der Suche nach der Zukunftswirtschaft (Bild: Öbu)

Mit «Business Solutions» Klimaziele erreichen

Wie diese Vision global realisiert werden soll, präsentierte Peter White vom World Business Council of Sustainable Development. Er erklärte den sogenannten «Action2020-Plan». Dieser wird von mehr als 40 internationalen Unternehmen unterstützt und hat die Einschränkungen negativer Auswirkungen der Klimawärmung mit Hilfe von unternehmerischer Lösungen zum Ziel. Unternehmen können dafür neue «Business Solutions» einreichen oder bereits bestehende abrufen und umsetzen.

Verschiedene weitere Forum ö-Beiträge stellten die Herangehensweise nationaler und internationaler Unternehmen vor. Von der CO2-Kompensation der eigenen Emissionen bis hin zum Prinzip des «true value», das sich nicht nur am finanziellen Wert eines Unternehmens, sondern auch an den sozialen und ökologischen Kosten orientiert. Wie kann der Einbezug der Nachhaltigkeit überhaupt angestossen werden? Dies ergründeten Verhaltensökonom Gerhard Fehr und Designexperte Gerhard Buurman in einem wortgewandten Schlagabtausch.

Öbu Forum IMG 2431BAFU-Direktor Bruno Oberle (Bild: Öbu)

Neue Aufgaben und Lösungsansätze

Neben heute umsetzbaren Strategien braucht es für eine Wirtschaft der Zukunft dringend visionäre Lösungen. In seinem Gastreferat forderte BAFU-Direktor Bruno Oberle von der Öbu und ihren Mitgliedern konkrete Antworten auf Fragen zum intelligenten Produktdesign (Ecodesign) und sinnvolle Angebote der Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU. Zum Abschluss betonte er, dass Vorschläge von allen Seiten gefragt sind, wie sich die Schweiz mit der Grünen Wirtschaft als starker Wirtschaftsstandort positionieren kann.
In einem neuen Workshop-Format im sogenannten «ThinkPact-Modus» wurden die Erfahrungen aus Unternehmen, NGO und Forschung gesammelt. Daraus ergaben sich neue Projektideen und Lösungsansätze zu den Themen Kreislaufwirtschaft, Konsum, Standorte und Wirtschaftsfakultät der Zukunft.

Biowirtschaft mit Zukunftslösungen

Grüne Wirtschaft und die Nutzung natürlicher Kreisläufe – dafür steht die Biolandwirtschaft seit eh und je. Um einen wichtigen Beitrag an die «Wirtschaft der Zukunft» zu leisten, kann die Biobranche und die Ernährungswirtschaft auf den Erfahrungen der biologischen Kreislaufwirtschaft aufbauen. Die Herausforderungen gehen jedoch weit über die klassischen Bioanforderungen hinaus. Zudem umfassen sie die gesamte Wertschöpfungskette von «Feld und Stall» bis ins Verkaufsregal und als wesentlichen Faktor auch das Konsumverhalten.

Bei Bio Suisse ist der Handlungsbedarf erkannt und die Zielsetzungen sind klar definiert: «Bio Suisse strebt eine laufende Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit in den Bereichen Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel an». Ein neuer Bio Suisse-Kriterienkatalog ermöglicht es den Produzenten und Lizenznehmern, die Nachhaltigkeit ihrer Betriebe selbst einzuschätzen und eventuelle Schwachstellen und Weiterentwicklungspotenziale zu erkennen.

Wichtige Hilfestellungen bietet auch das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL). SMART (Sustainability Monitoring and Assessment RouTine) ist eine am FiBL entwickelte Methode, mit welcher die Nachhaltigkeit von Firmen im Lebensmittelsektor und von landwirtschaftlichen Betrieben erfasst und bewertet werden kann. Die Bewertung umfasst alle Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie, Soziales undUnternehmensführung.

«Grüne Wirtschaft der Zukunft» - für die Biobranche verbindet sich mit dieser Herausforderung eine grosse Chance. Mit zukunftsfähigen Business Solutions lässt sich glaubwürdig aufzeigen und kommunizieren, dass «Bio» über den eigenen Hof und Tellerrand hinaus wichtige Impulse liefern kann.

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