Die rund 100 Delegierten von Bio Suisse haben an ihrer Frühjahrsversammlung Änderungen der Richtlinien für die biologische Pflanzenzüchtung und -vermehrung zugestimmt. Zudem wählten sie Christina de Raad Iseli aus La Sarraz VD in den Vorstand. Sie folgt auf Danielle Rouiller, die Ende April zurücktritt.

Die Delegierten von Bio Suisse trafen sich heute in Olten zur Frühjahrsversammlung. Neben der Ersatzwahl in den Vorstand, stand eine Anpassung der Grundsätze und Ziele betreffend der Exklusivrechte auf Sorten an.

Nur noch Sorten züchten, die allen zugänglich sind

Nach intensiver Diskussion stimmten die Delegierten den Änderungen der Richtlinien bei der Pflanzenzüchtung und -vermehrung zu. Demnach sind künftig auf Knospe-Betrieben grundsätzlich nur Sorten zugelassen, die allen Knospe-Produzenten in der Schweiz zugänglich sind.

Zum Abschluss der Frühjahrs-DV stellte Hans Rudolf Herren seine Vision für den Kurswechsel der globalen Landwirtschaft und der Ernährungssysteme vor. Der Welternährungspreisträger und Präsident der Stiftung Biovision wies auf die sozialen und wirtschaftlichen Probleme hin und zeigte Lösungsansätze auf. Unter anderem fordert Herren höhere Investitionen in die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

H R Herren BiovisionHans Rudolf Herren: Bio muss aggressiver werden (Bild: Biovision).

Hans Rudolf Herren: Bio muss aggressiver vorgehen

Derzeit besitzt Bio einen Marktanteil von rund 7 % in der Schweiz. «Bio muss in Zukunft aggressiver vorgehen, um eine nachhaltige und produktive Landwirtschaft zu schaffen. 2 % Wachstum pro Jahr ist einfach zu wenig, da sind wir in 50 Jahren noch nirgends», sagte Herren mit Nachdruck. Hierfür gäbe es bereits vielversprechende Ansätze. Man müsse die Zusammenhänge sehen und wieder nutzen. Tiere gehören auf den Bauernhof, Nährstoffkreisläufe müssen geschlossen werden, Ökosystemdienstleistungen wie die natürliche Bestäubung müssen gefördert und pflanzeneigene Abwehrmechanismen gestärkt werden, sagte Herren.

Bio Suisse sieht genauso wie Hans Rudolf Herren einen Teil der Lösung darin, dass die Gesellschaft umdenken muss und die Biobranche weiterhin im Gespräch mit dem Konsumenten bleiben sollte. «Wir müssen uns viel besser organisieren, um die Gesellschaft umfassend aufzuklären», sagte Herren abschliessend.

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