Die Produktion und der Konsum von Lebensmitteln sind für mehr als ein Drittel der CO2-Emissionen (Äquivalente) des privaten Konsums verantwortlich. Allein die Viehwirtschaft verursacht global mehr Emissionen als der gesamte Transportsektor. An der «Pusch»-Tagung vom 9. Juni 2015 im Landhaus Solothurn diskutierten gut 70 Vertreter und Vertreterinnen aus der Land- und Ernährungswirtschaft über die wichtigsten Ansatzpunkte für eine klimaschonende Ernährung und darüber, wer dafür in der Verantwortung steht.

In der öffentlichen Wahrnehmung wird der Beitrag der hiesigen Ernährungsmuster zur Klimaerwärmung stark unterschätzt. Auch die Politik verschont diesen Wirtschaftsbereich: während in den Bereichen Gebäude, Verkehr und Industrie bereits verschiedene Vorschriften und Instrumente greifen, passiert im Landwirtschaftssektor wenig; klimapolitische Instrumente fehlen weitgehend.

Ganze Ernährungskette steht in der Verantwortung

Die Ernährungswirtschaft umfasst die ganze Ernährungskette, von der Landwirtschaft über die Verarbeitung, die Lagerung, den Transport und Handel bis hin zum Konsum.

Die wichtigsten Hebel, um Klimagase entlang dieser Ernährungskette zu reduzieren, sind folgende:

  • Food Waste vermindern: Rund ein Drittel der Lebensmittel gehen auf dem Weg vom Feld bis zur Gabel verloren. Nach einer Berechnung von Pusch enden jährlich in der Schweiz rund 24‘000 Rinder und Kälber, 84‘000 Schweine, 2‘880 000 Hühner und 17‘000 Schafe als Food Waste im Abfall.
  • Düngereinsatz reduzieren und graslandbasierte Fleisch- und Milchwirtschaft fördern: Die Klimagasemissionen aus der Rindfleischproduktion sind enorm. Jedoch sind nicht die Kühe an sich problematisch; grasfressende Kühe haben positive Effekte auf die Bodenqualität. Die Krux liegt in der intensiven Haltung. Die hoch industrialisierte Landwirtschaft, die nur mit hohem Einsatz von Kunstdünger funktioniert, ist das Hauptproblem. Das im Kunstdünger enthaltene Lachgas ist mehr als 300-mal so klimarelevant wie CO2 und bildet den grössten Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel.
  • Klimaschonend konsumieren: Wer seinen Fleischkonsum auf zwei- bis dreimal pro Woche reduziert und nur dann Rindfleisch konsumiert, wenn dieses aus Weidehaltung stammt, verhält sich nicht nur gesundheits-, sondern auch klimabewusst.

Löwenburg 1Die graslandbasierte Fleisch- und Milchwirtschaft trägt zum Klimaschutz bei (Bild: zVg).

Fleischkonsum unverändert hoch

Die aktuellen Zahlen des Fleisch-Fachverbandes sind jedoch ernüchternd: Jahr für Jahr steigt der durchschnittliche Fleischkonsum; nicht zuletzt unterstützt durch Werbung aus Steuergeldern! Einen weiteren wichtigen Beitrag leisten die Konsumenten, wenn sie auf saisonale Produkte setzen sowie per Flug transportiere Produkte und solche aus beheizten Gewächshäusern meiden.

Der Detailhandel und die Gastronomie können durch entsprechende Angebote in ihren Regalen und Speisekarten sowie mit transparenter Information zu ihren Produkten viel bewirken.

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