Die Staatsanwälte in Mecklenburg-Vorpommern ermitteln in zwei Fällen gegen Landwirte, die im grossen Stil konventionelle Schweine als Bio-Schweine vermarktet haben sollen. Der erste Fall wurde bereits Ende 2013 aufgedeckt, jedoch berichteten erst jetzt regionale Medien über den Vorgang. Beim zweiten mutmasslichen Betrug handelt es sich um einen aktuellen Fall von Anfang Juni.

Im ersten Fall sollen laut NDR zwei 66 und 33 Jahre alte biozertifizierte Landwirte aus Leopoldshagen im Landkreis Vorpommern-Greifswald Schweine von konventionell wirtschaftenden Höfen in der Region aufgekauft, in ihren Stall gebracht und von dort als Bio-Schweine an den Schlachthof weiterverkauft haben.

Die Ostseezeitung sprach von bis zu 10`000 Tieren. Berichtet hatte über den Fall zuerst der Nordkurier. Er zitierte einen Landwirt, der mit den Beschuldigten früher geschäftlich zu tun hatte, mit den Worten, die Beiden hätten diese Masche seit Jahren durchgezogen. Im Öko-Kontrollverfahren war der Betrieb seit 1998.

Bio Schwein 06 2015 image1389Bioschwein oder nicht Bioschwein? Das ist hier nicht die Frage (Bild: Bioschwein Austria).

Aktueller Fall betrifft auch Edeka

Eine Woche später berichtete das Ministerium von sich aus über einen zweiten, aktuellen Fall. Ein Betrieb im Landkreis Ludwigslust-Parchim habe «offensichtlich sein Bio-Zertifikat missbraucht, um Schweine als ‚bio‘ zu vermarkten, die jedoch anscheinend vorsätzlich mit konventionellem Futter gemästet wurden. Hinzu kommt, dass die konventionellen Schweine in einer Betriebsstätte gehalten wurden, die nicht im Öko-Kontrollverfahren erfasst war», schrieb das Ministerium.

Nach Angaben von Pressesprecher Constantin Marquardt handelte es sich um einen breit aufgestellten Bio-Betrieb, dessen Schwerpunkt die Schweinemast gewesen sei, in einer Grössenordnung von 500 bis 1'000 Mastplätzen. Die Ungereimtheiten seien der Ökokontrollstelle «Fachverein» bei der Kontrolle aufgefallen, woraufhin diese noch vor Ort die Behörden alarmiert habe.

Nachdem Futterproben den Verdacht bestätigt hätten, seien ein Vermarktungsverbot verhängt und die Abnehmer des Betriebs informiert worden. Die Grössenordnung des mutmaßlichen Betrugs müsse jetzt die Staatsanwaltschaft ermitteln. Dem Vernehmen nach sollen es bis zu 5'000 falsch deklarierte Tiere gewesen sein. Zu den Abnehmern des Fleisches gehörte nach Informationen aus Erzeugerkreisen auch ein Verarbeitungsbetrieb der «Edeka» Minden Hannover.

Quelle und vollständiger Bericht:

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