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Auf dem Schweizer Markt versprechen über 65 Lebensmittellabels den Konsument/-innen einen Mehrwert an Ökologie, Tierwohl oder guten Arbeitsbedingungen. Pusch, WWF Schweiz, Helvetas und die Stiftung für Konsumentenschutz SKS haben die 31 wichtigsten Labels bezüglich ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit neu analysiert. Das Rating zeigt: Die Hälfte der bewerteten Labels verdient das Prädikat «Ausgezeichnet» oder «Sehr empfehlenswert».

Pusch, 20. Oktober - Das letzte Lebensmittel-Rating ist fünf Jahre her. Pusch, WWF Schweiz, Helvetas und SKS haben deshalb die 31 in der Schweiz wichtigsten Lebensmittel-Labels neu analysiert. Die Neubewertung 2015 zeigt, welchen Mehrwert Konsumierende punkto ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit erwarten können.

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Die Hälfte ist top

Erfreulich ist: Die Hälfte aller bewerteten Labels schneidet mit «Ausgezeichnet» oder «Sehr empfehlenswert» ab. Darunter sind alle Labels, die für Inland- und Auslandprodukte auf die Richtlinien von Bio Suisse setzen, aber auch solche, welche sich auf einen Produktbereich spezialisieren. Das Prädikat «Empfehlenswert» erhalten zehn Labels. Sie punkten entweder in fast allen Bewertungsbereichen (siehe Box), aber nicht auf höchstem Niveau, oder erzielen in Einzelbereichen Spitzenwerte. Die Note «Bedingt empfehlenswert» erhalten sechs Labels, weil sie in den meisten Bewertungsbereichen unterdurchschnittliche Resultate erzielen. Dies traf beispielsweise auf Biolabels zu, welche sich ausschliesslich auf die EU-Bio-Verordnung abstützen. Diese stellt in den Bereichen Bewässerung, Biodiversität, Klima und Soziales nur wenige oder gar keine Anforderungen. Den grössten Nachholbedarf für alle Labels gibt es in der Kategorie «Klima und Energie», da Kriterien zu Klimaschutz und Energieeffizienz bei allen Labels entweder fehlen oder falls doch vorhanden, nur sehr allgemein formuliert sind.

Welche Labels bewertet wurden

Beurteilt wurden die Lebensmittel-Labels mit überregionaler Sichtbarkeit auf dem Schweizer Markt, die umfassende Anforderungen in verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit stellen. Nicht bewertet wurden Herkunftslabel sowie Labels, welche nur Forderungen in einer Wirkungskategorie (z.B. Wasser) stellen. In den vergangenen Jahren stieg der Marktumsatz von Labels laut ihren eigenen Angaben stetig an und die Anzahl an Labels und Eigenmarken nahm zu. Das neue Rating der Lebensmittellabels gibt Konsumentinnen und Konsumenten Orientierungshilfe und soll Produzenten, Detailhändler und Discounter dazu motivieren, auf jene etablierten Labels zu setzen, welche einen Mehrwert für die Umwelt und eine sozial gerechte Produktion bieten.

Wie bewertet wurde

Die Bewertung umfasste drei Hauptbereiche: «Management», «Ökologie und Soziales» (inkl. Tierwohl) und «Prozesse und Kontrolle». Beurteilt wurde die Umsetzung der Labelrichtlinien in der Praxis, die inhaltlichen Anforderungen der Labels in Bezug auf Umwelt und Soziales sowie Transparenz, Unabhängigkeit und Kontrollmechanismen.

Warum es Labels braucht

Die Produktion von Nahrungsmitteln führt zu einer grossen Umweltbelastung und soziaen Ungerechtigkeit. Konkret gemeint sind: Pestizideinsatz, nicht artgerechte Tierhaltung, Futtermittelimporte in der Schweiz, die Vernichtung von Tropenwald oder die Ausbeutung von Arbeitskräften in südlichen Ländern. Langfristige Lösungen für ökologisch verträgliche und sozial gerechte Produktionssysteme sind erforderlich. Labels können Teil solcher Lösungen sein. Viele Labels haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt, um den steigenden Anforderungen auch seitens der Konsumentinnen und Konsumenten gerecht zu werden.

Vertiefte Infos

Den Hintergrundbericht zum Lebensmittellabel-Rating mit detaillierter Bewertung sowie Label-Ratgeber finden Sie auf: 

www.labelinfo.ch/bewertung

Weitere Links

www.wwf.ch/foodlabels

www.helvetas.ch/labels

www.konsumentenschutz.ch/label

Link zur Medienmitteilung

www.pusch.ch/medien

Kommentare  

#1 Billo Heinzpeter Studer 2015-11-06 14:37
Die neuste Label-Bewertung der Stiftung Pusch, des WWF und weiterer Organisationen bringt zumindest im Bereich Fisch mehr Fragen als Nutzen für die Konsument/innen.
Bewertet wurde einzig die Leistung der Labels auf dem Papier ihrer Richtlinien, nicht aber die tatsächliche Leistung in der Praxis. Darum konnte ein Fischerei-Label wie MSC, das überfischte Bestände und zerstörerische Grundschleppnet ze zertifiziert, besser abschneiden als das Label Friend of the Sea, welches beides nicht akzeptiert.
Nicht berücksichtigt wurde bei der Beurteilung der Fisch-Labels, ob und wie sehr sie sich um das Wohl der Fische kümmern. Für Konsument/innen , die überhaupt auf ein Label achten, dürfte aber das Tierwohl das wichtigste Kriterium sein, wenn es um Lebensmittel tierischer Herkunft geht.
Zur Label-Bewertung waren keine unabhängigen Fachorganisatio nen aus den Bereichen Tierschutz und Fischerei/Fisch zucht beigezogen worden. Mehr: www.fair-fish.ch/files/pdf/blog/kritik_pusch_labelvgl-20151104.pdf
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