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An der Biofach 2016 haben Vertreter von Bioorganisationen über Bio 3.0 diskutiert. Als Grundlage diente ein Papier des FiBL. Bionetz.ch hat das lebendige Gespräch für Sie mitverfolgt. 

Markus Johann - Anlässlich der Biofach 2015 präsentierten Bioland, Naturland, Bio Suisse und Bio Austria gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, ein Papier zur Entwicklung des Ökolandbaus und der ökologischen Lebensmittelwirtschaft. Der Titel lautete «Wege zu mehr Bio in Europa und weltweit». Ziel war, eine lebendige Diskussion zum Biolandbau 3.0 auszulösen.

FiBL Direktor Urs Niggli bei der Präsentation KopieFiBL-Direktor Urs Niggli präsentierte ein Papier zur Entwicklung des Ökolandbaus und der ökologischen Lebensmittelwirtschaft (Foto: Markus Johann).

In den vergangen 12 Monaten war innerhalb der Organisationen und auch übergreifend viel über Bio 3.0 diskutiert worden. Ein Jahr später stellten sich die fünf Organisationen gemeinsam mit Partnern aus der Wertschöpfungskette der erneuten Diskussion. Weltweit wird erst rund ein Prozent  der landwirtschaftlichen Nutzfläche unter Biorichtlinien bewirtschaftet. Der Biolandbau muss immer noch stark mit anderen Agrarsystemen konkurrieren und konnte sich bisher weltweit gesehen zu wenig stark ausbreiten.

Podium mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern KopieDas Podium v.l.n.r: Gertraud Grabmann, Bio Austria; Hans Bartelme, Naturland; Urs Brändli, Bio Suisse; Stephanie Strotdrees, Bioland; Moderator Thomas Fertl, Bio Austria; Urs Niggli, FiBL; Susanne Horn, Neumarkter Lammsbräu; Volker Krause, Bohlsener Mühle (Foto: Markus Johann).

Das Bewusstsein in den Köpfen verankern

Für Gertraud Grabmann von Bio Austria braucht es mehr Bildungsanstrengungen, um den Biolandbau voranzubringen. «Mit ihr lässt sich das Bewusstsein für den Biolandbau besser in den Köpfen der Menschen verankern», sagte die Obfrau des österreichischen Bioverbands. Sie plädierte dafür, das Thema entlang der gesamten Bildungskette, also von der Grundschule bis zum Studium, in den Bildungsplänen zu implementieren.

Emotional kommunizieren

Urs Brändli, Präsident von Bio Suisse, plädierte dafür, mit mehr Selbstvertrauen sowie emotional zu kommunizieren. Es brauche zudem mehr Partnerschaften mit ähnlich gesinnten Organisationen, z.B. aus dem Fair Trade- oder Nachhaltigkeitsbereich. «Sonst droht Bio Mainstream zu werden und wird z.B. beim Thema der Nachhaltigkeit von anderer Seite überholt», monierte Brändli

In Bildung investieren

Stephanie Strotdrees, Vizepräsidentin von Bioland, zeigte sich hocherfreut, dass Bio 3.0 jetzt breit und mit Vertretern aus der gesamten Wertschöpfungskette diskutiert werde. «In vielen Bereichen haben Entwicklungen stattgefunden – von der Züchtung bis zur Technologie.“ Auch innerhalb von Bioland sei in verschiedenen Gremien viel und intensiv diskutiert worden. Eine Grenze zieht Strotdrees beim Eingriff in das Erbgut der Pflanzen. «Die einzelne Zelle ist auch bei technologischen Entwicklungen für mich und Bioland unantastbar», hielt sie fest. Grosses Potential sieht sie in der Bildung.

Immer grösser, immer mehr?

Hans Bartelme, Präsidiumsvertreter von Naturland, beschäftigt unter anderem die Grössenentwicklung der Biobetriebe. «Grössere Betriebe können zwar viel zum Flächenwachstum beitragen, jedoch ist damit eine gewisse Gefahr der Verwässerung verbunden.» Auch was neue Produkte anbelange, habe er Bedenken. «Braucht es wirklich einen Bio-Kindersekt im Bio-Sortiment“, so seine rhetorische Frage.

Händler involvieren

Susanne Horn von Neumarkter Lammsbräu und Volker Krause von der Bohlsener Mühle zeigten sich sehr erfreut darüber, dass die Hersteller jetzt in die Diskussion um Bio 3.0 involviert werden. «Letztendlich sind es nämlich wir Hersteller, die gegenüber den Konsument/-Innen die innovativen Bioprodukte kommunizieren müssen» sagte Krause dazu. Deshalb müssten sie an diesem Prozess teilhaben können.

In der anschliessenden Plenumsdiskussion lobte u.a. Gebhardt Rossmanith von der Bingenheimer Saatgut AG, dass die Diskussion zu dem Papier jetzt offener und konstruktiver geführt worden sei als noch vor einem Jahr. «Unsere Bedenken bezüglich der Entwicklung in der Pflanzenzüchtung und der Herkunft des Saatguts sind jetzt eingeflossen», lautete das positive Fazit von Rossmanith. Wir von bionetz.ch sind gespannt, wie die Diskussion weitergeht und bleiben für Sie am Ball.

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