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Der Biolandbau kann im Jahr 2050 die Welt ernähren. Dieses Fazit stand am Ende des gut besuchten Programms des Eco-Naturkongresses in Basel fest. Allerdings müssen die Menschen bereit sein, über ihre Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensweisen nachzudenken.

Markus Johann - Vom 27. bis 29. Mai 2016 hat in Basel die Eco stattgefunden, die von der Messeleitung sehr professionell organisiert war. Eco.ch ist das Schweizer Forum für nachhaltige Entwicklung. Der erste Tag war dem Eco-Naturkongress gewidmet. Rund 250 Personen trafen sich im Schauspielbasel Basel, um über das Thema «Welternährung und die Schweiz» zu debattieren.

FiBL versus Syngenta

«Der Biolandbau hat noch viel Entwicklungspotential», stellte Urs Niggli, der Leiter des Forschungsinstitutes für Biolandbau (FiBL) zu Beginn des Vormittags in seinem Referat fest. Darin strich Niggli folgende Punkte hervor:

  • Der Biolandbau hat viele positive Effekte auf unsere Umwelt, wie z.B. eine Erhöhung der Artenvielfalt und eine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.
  • Um Ertragslücken zur konventionellen Produktion wettzumachen, muss der Biolandbau offen für gewisse technologische Entwicklung sein, beispielsweise den Einsatz von hochpräzisen, vom Computer gesteuerten Maschinen.
  • Der Biolandbau holt heute schon mit den eingeschränkt auf dem Hof verfügbaren Nährstoffen das Beste heraus.
  • Zukünftig muss die Biolandwirtschaft bei der Fleischproduktion auf eine konsequente Graslandwirtschaft setzen und Schweine und Hühner ausschliesslich mit Abfällen füttern, damit sie 2050 wesentlich mehr Menschen ernähren kann.
  • Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es zwingend mehr Forschung und Gelder sowie Lenkungsmassnahmen von der politischen Seite her.

Zu den Äusserung von Niggli nahm Juan Gonzalez Valero von Syngenta kontradiktorisch Stellung. «Wir von Syngenta wollen auch eine höhere Biodiversität und den Einsatz von weniger Pflanzenschutzmitteln. Die Realität ist allerdings etwas komplexer», sagte Gonzalez und machte einen Bezug zum Totalherbizid Glyphosat. Glyphosat werde aus einem Molekül hergestellt, das natürlicherweise auch in der Umwelt vorkomme. Deshalb verstehe er die in letzter Zeit stärkere betriebene Polemik gegen dieses Herbizid nicht ganz, so Gonzalez. Dies löste unter den Teilnehmenden eine rege Diskussion aus. Dass ein Syngenta-Vertreter an einem solchen Anlass aufgetreten ist, ist jedoch positiv zu beurteilen.

Juan Gonzaler.jpgJuan Gonzalez-Valero von Syngenta löste mit seiner Äusserung zu Glyphosat Befremden im Publikum aus (Fotografin: Eleni Kougionis).

Wettbewerbsbedingungen der Schweizer Landwirtschaft

Bis zur Mittagspause beschäftigen sich die Teilnehmenden vertieft in 13 Workshopgruppen mit unterschiedlichen Themen. So tauschten sich am Workshop «Wettbewerbsbedingungen der Schweizer Landwirtschaft» gut 20 Teilnehmende intensiv aus. Mitzunehmen war die Erkenntnis, dass die Schweizer Landwirtschaft konsequent auf eine Qualitätsstrategie setzen sollte. Denn gegen die im weltweiten Vergleich viel grösseren Landwirtschaftsbetriebe im Ausland haben die  kleinstrukturierten Betriebe sonst keine Chance. Als weitere wichtige Ansatzpunkte definierten die Teilnehmenden folgende Felder: Innovationskraft, Kreativität, Dienstleistung, Bildung, Kommunikation erhöhen, Mehrwert schaffen, mehr Gelder für Züchtung/Forschung, mehr Freiräume dank weniger Eingriff der Behörden, Transparenz, Bevölkerung sensibilisieren.

WorkshopDie Schweizer Landwirtschaft muss konsequent auf eine Qualitätsstrategie setzen, lautete das Fazit aus diesem Workshop  (Foto: Markus Johann).

Fairtrade, Fleischkonsum und Landgrabbing

In weiteren Referaten des Vormittags wurde auf die heutige Stellung von Fairtrade im gesamten Welthandel eingegangen. Die Schlussfolgerung daraus: Es wird weiterhin viel Engagement brauchen, um die Bedingungen im weltweiten Agrar- und Lebensmittelhandel zu verbessern.

Nuygoy NyongoEs gibt noch viel zu tun, so in einfachen Worten die Botschaft von Nyagoy Nyong′o, Direktorin von Fairtrade Africa (Fotografin: Eleni Kougionis)

Weshalb die Gesellschaft den Fleischkonsum unbedingt reduzieren sollte, legte Tara Garnett, Gründerin vom Food Climate Research Network (University of Oxford) zu Beginn des Nachmittags in einer Videobotschaft dar. Der heutige Fleischkonsum sei zu ca. 20 Prozent für die weltweiten CO2-Emmissionen verantwortlich.

In einem weiteren Referat stellte Hansrudolf Herren, Gründer von Biovision, die Problematik des Landgrabbings vor. Nur noch 25 Prozent des Landes, das weltweit weggekauft werde, bleibe für die Landwirtschaft erhalten, lautete die eindrückliche Botschaft von Herren. Einmal mehr wies er zudem auf die weltweite Überproduktion von Lebensmitteln und auf die Rückstandsproblematik der konventionellen Landwirtschaft hin.

Prix Eco 2016

Anschliessend an den Naturkongress fand die Verleihung des Prix Eco 2016 statt. Gewinner/-innen in diesem Jahr sind:

  • Hauptpreis: myclimate
  • Generation Zukunft: Horizon und Swiss Shrimps
  • Hoffnungsträgerin: Köchin Rebecca Clopath

prix.eco.chSie durften einen prix eco.ch entgegennehmen: Sabine Perch-Nielsen für die Klimaschutzstiftung myclimate und links davon Viktor Kambli für Biomilk (2. Platz). Rechts Guy Morin, Regierungspräsident Kantons Basel-Stadt.

 

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