Die Situation ist laut WWF besorgniserregend: Niemals zuvor verbuchte die Rote Liste der Weltnaturschutzunion mehr gefährdete Arten. Meist ist es nicht ein einzelner Grund, der das Aussterben einer Art besiegelt, aber fast immer steckt der Mensch dahinter. Um den Verlust der Arten ins Bewusstsein zu rücken, ernennt die Umweltschutzorganisation die Gewinner und Verlierer des Jahres 2016.

tiger pixabay poswiecieDer Tiger gewinnt. Bild: Pixabay, Poswiecie

Die Gewinner

Zu den Gewinnern gehören der Tiger und der Graupapagei, die besser vor Wilderei und illegalem Handel geschützt sind. Der exotische und giftige Rotfeuerfisch profitiert auch, denn er fühlt sich bei den steigenden Wassertemperaturen im Mittelmeer immer wohler. Auch die Adelie- und die Kaiserpinguine gewinnen, denn sie sind im antarktischen Rossmeer im Südpolarmeer beheimatet. Dieses ist eines der letzten unberührten Meere auf dem Planeten und spielt künftig als Rückzugsraum für kälteliebende Arten eine grosse Rolle. Die Mitgliedsstaaten der internationalen Kommission zur Erhaltung lebender Meeresressourcen haben kürzlich im Rossmeer das grösste Meeresschutzgebiet der Welt ausgewiesen und 1,5 Millionen Quadratkilometer unter Schutz gestellt. Leider gehört zu den Gewinnern auch ein eingeschleppter Schädling aus dem asiatischen Raum: Die Kirschessigfliege befällt Obst wie Kirschen und Trauben bevor sie geerntet werden und verursacht dadurch Schäden in der Landwirtschaft. Ihr kurzer Generationszyklus macht sie zu einem schwer bekämpfbaren Insekt.

Die Verlierer

Er galt als der Herrscher der Savannen, inzwischen ist seine Situation jedoch dramatisch: der Löwe. Auf dem ganzen afrikanischen Kontinent gibt es höchstens noch etwa 39 000 davon. In Afrika ging ihr Lebensraum in den letzten 50 Jahren etwa um 75 Prozent zurück. Reisst ein Löwe ein Rind, ist der finanzielle Schaden der Bauern immens. Die Löwen werden darum oftmals vergiftet oder erschossen. Auch Wilderer erlegen Löwen, um ihre Körperteile in Asien zu verkaufen, weil sie auf dem Gebiet der Traditionellen Asiatischen Medizin einen hohen Wert haben. Ein ähnliches Los ereilt die Giraffe: auch sie verliert ihr Lebensraum und wird gejagt wegen ihres Fleisches und ihres Fells gejagt. Zu den gewichtigsten Verlierern gehört der afrikanische Savannenelefant. Seine Bestände sind zwischen 2007 und 2014 von knapp einer halben Million auf rund 350 000 Tiere zurückgegangen. Der Elefant ist Opfer der Wilderei, die von international agierenden Banden organisiert wird.

elephant pixabay kikataniVerlierer afrikanischer Elefant. Bild: Pixabay, Kikatani

Veränderungen in der Ozeantemperatur und der chemischen Zusammensetzung des Wassers bedrohen schliesslich den grössten Fisch der Erde. Walhaie werden noch immer gejagt oder enden als ungewollter Beifang in den Netzen der globalen Fangflotten.

Quelle: NZZ/WWF

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