Mit einem Umsatzplus von satten 20 Prozent rechnet die halbstaatliche Agence Bio für 2016. Statistisch gesehen stellen in Frankreich jeden Tag 21 landwirtschaftliche Betriebe auf bio um.

Franz Wein Bild: Pixabay, CecileOSaveursFranzösischer Bio-Wein hat Erfolg Bild: Pixabay, CecileOSaveursBereits 1931 kamen die ersten Bioprodukte auf den französischen Markt. Zwischen 2007 und 2012 hat sich die Zahl biologischer Betriebe verdoppelt. Mehr als 30’000 Bio-Bauern bewirtschaften inzwischen über 1,5 Mio. Hektar - rund 6 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche.

Das Bio-Siegel AB

Frankreich hat nicht bis zur Einführung eines EU-Siegels gewartet, um Bioprodukte auszuweisen. Während die Europäische Union erst im Jahr 1991 eine Regelung fand, führte Frankreich bereits 1985 das Bio-Siegel AB ein. Das AB-Logo ist Eigentum des französischen Agrarministeriums. Nun können sowohl das europäische als auch das französische Bio-Siegel für Produkte vergeben werden, die zu 100 % aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Bei Verarbeitungserzeugnissen müssen mindestens 95 % der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen.

Die Franzosen und bio

Bioprodukte standen noch nie so hoch im Kurs wie heute: 9 von 10 Franzosen (89%) kaufen bio, zumindest gelegentlich, während es im Jahr 2003 nur 54%  waren. 65% der französischen Bevölkerung konsumieren bio regelmässig, mindestens einmal im Monat, gegenüber 37% im Jahr 2003.

Bio ausser Haus

Über die Hälfte aller Franzosen möchte sich auch ausser Haus biologisch ernähren. Laut Gesetz dürfen Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung (Mensen, Kantinen etc.) das Bio-Siegel AB benutzen, nicht jedoch das europäische Zertifikat. 
Im 2016 boten 58% der Gastronomiebetriebe ihren Gästen Bio-Produkte an.

Organisation der Biosparte

Neben den zuständigen Ministerien ist die Agentur für die Entwicklung und Förderung der biologischen Landwirtschaft Agence Bio Dreh- und Angelpunkt der ökologischen Landwirtschaft. Die im November 2001 gegründete Agentur untersteht dem Agrarministerium und fungiert als Informations- und Handlungsplattform zur Entwicklung, Förderung und Strukturierung des französischen Biosektors. 
Die Agentur sorgt für eine bessere Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren (Ökologie-, Agrar- und Wirtschaftsministerium, Nationales Institut für Herkunft und Qualität INAO, Berufsverbände) und erfüllt vier wesentliche Aufgaben: öffentlichkeitswirksame Förderung der biologischen Landwirtschaft, Beobachtung der Entwicklung des Ökoanbaus in Frankreich, Verwaltung des Strukturfonds für Biobetriebe sowie des Fonds Avenir Bio und Zertifizierung der Biobetriebe bzw. Vergabe des AB-Siegels.
Das Nationale Institut für Herkunft und Qualität INAO untersteht ebenfalls dem Agrarministerium und ist für die Zulassung der Zertifizierungsstellen zuständig. Das Institut überwacht die Durchführung der Kontrollen und gewährleistet den Schutz des AB-Siegels.

Subventionen und Hilfen

Frankreich und die Europäische Union unterstützen die Umstellung auf biologische Landwirtschaft. Biobauern können nicht nur Zuschüsse aus der gemeinsamen Agrarpolitik beantragen, sondern auch nationale und regionale Hilfen: Agrarumweltmassnahmen, Steuergutschriften und nicht-finanzielle Unterstützung bei der Umstellung. Weitere Subventionen können beim Regional- oder Departementrat beantragt werden.

Biowein - eine Erfolgsgeschichte

Seit 1991 werden in Frankreich auch Bioweine produziert und seit 2012 ist der gesamte Herstellungsprozess genormt.
Zwischen 2007 und 2012 hat sich die Anbaufläche für Biowein verdreifacht: von 22 500 auf 64 000 Hektaren. Das entspricht 8,2 % der gesamten Weinanbauflächen im Jahr 2012, gegenüber 2,76 % im Jahr 2007. Quantitativ ist Frankreich - nach Italien - das zweit grösste Biowein produzierende Land in Europa. Interessant ist, dass die Anbaufläche für französischen Biowein zunimmt, während immer weniger Land mit konventionellen Weintrauben bebaut wird. So hat sich die Anbaufläche für Biowein in den letzten Jahren jährlich um 20 bis 25 Prozent vergrössert.
Der französische Biowein ist im Ausland sehr beliebt: 40 % gehen in den Export.

Quellen: http://www.agencebio.org/; http://www.ambafrance-de.org/

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