Vatter war 1992 der Biosupermarkt-Pionier der Schweiz. Und er blieb es auch, denn im Gegensatz zu Deutschland kam es in der Schweiz nur zu wenigen Gründungen grossflächiger Bioläden. Nun beabsichtigt der Verwaltungsrat der Vatterland AG, den umsatzstärksten Bioladen der Schweiz Anfang April 2011 zu schliessen.

LaubeÄlteres Bild des Ladens in den Lauben von Bern

tva_und_CoopBild aus dem Jahr 2000: Thomas Vatter mit der Coop Naturaplan-Spitze: Kathrin Rapp und Felix Wehle

Nach einer Spitze 2008 fiel der Umsatz des Vatter-Biosupermarkts bis heute um etwa 16%. Eine Erholung ist nicht absehbar. Es ist enger geworden für den grossflächigen Bioladen zwischen den Grossverteiler-Supermärkten, die immer mehr Bioprodukte führen und den kleineren, mit Spezialitäten oder als Quartierläden, Hofläden oder Marktfahrern klarer positionierten Bioanbietern. In ihrer Presseinformation unterstreicht die Vatterland AG, dass der Biofachhandel zwar Strukturprobleme hat, dass es aber entscheidende Gründe gibt, welche die Weiterführung gerade dieses Geschäfts an dieser Lage in Frage gestellt haben. Deshalb will auch Vatter das Feld nicht einfach räumen. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, das Projekt eines Lehrlingsladens anzugehen, zu welchem möglichst alle derzeitigen Lernende nahtlos wechseln können. Ein solcher Laden könnte weiterentwickelt werden zu einem Unternehmen, das auch geschützte Arbeitsplätze anbietet.

Vatter hat in der Wertschöpfungskette von der Produktion bis zur Konsumentin vieles bewegt. "Wir sind stolz darauf. Nun müssen wir uns den Realitäten stellen" schreibt Vatter. "Dies fällt uns schwer. Denn wir sind mit unseren Lieferanten, Mitarbeiterinnen und der Kundschaft sehr verbunden. Bei Lieferanten und Kundschaft hinterlassen wir eine empfindliche Lücke. Viel gravierender ist unser Entscheid für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Rahmen des Möglichen wollen wir uns individuell um ihre Situationen kümmern."

Nicht betroffen von der Schliessung ist das Vatterland als Sitzungs- und Tagungsort ("Business-Center". Weitergeführt wird ebenfalls die Modeboutique nature à porter. Sie arbeitet weiterhin gemeinsam mit Farfalla an der Spitalgasse. Nicht in Frage gestellt ist schliesslich der "espace bien-être", der Ort für das körperliche Wohlbefinden.

Die unternehmerischen Gründe

Das Biofachpublikum in Gross- und Detailhandel ist zweifellos an einer detaillierteren Analyse der Gründe interessiert. Inwiefern sind diese tatsächlich spezifisch für den Logischen Supermarkt Vatter, inwiefern gelten Gründe allenfalls auch für andere Läden – und für welche? Für bionetz.ch-Mitglieder werden die einzelnen Aspekte im folgenden analysiert.

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