Die Preise für Reis versetzen Entwicklungsländer wie Bangladesch in Schockstarre. So hat das arme Land angekündigt, bis Ende Juni doppelt so viel von dem Grundnahrungsmittel zu importieren wie bislang geplant. Begründet wird dieser Schritt mit Panikkäufen, denn Leute, die normalerweise zehn Kilogramm benötigen, tätigen Hamsterkäufe und kaufen doppelt so viel ein, berichtet Bloomberg unter Berufung auf das Generaldirektorium für Lebensmittel.

Auch angesichts der Unruhen in Tunesien und Ägypten, die sich unter anderem an zu hohen Lebensmittelpreisen entzündet haben, droht laut der Weltbank "eine der größten Bedrohungen für die wirtschaftliche Erholung und die soziale Stabilität". Dass die aktuelle Lage nach wie vor angespannt ist, zeigt sich vor allem am Beispiel Bangladesch. Dort erreichte der Reispreis im Dezember einen Rekord und erhöhte sich FAO-Angaben nach 2010 um über 40 Prozent.
Weil es nur eine begrenzte Anzahl von Exporteuren gibt, ist der Reismarkt besonders sensibel für Schwankungen. Zu allem Überfluss kommen Ernteausfälle in den Exportländern Thailand und Vietnam noch dazu. Prognosen gehen 2011 von Rückgängen aus.
Um eine Versorgung mit Lebensmitteln in Afrika sicherzustellen und weitere Preiskapriolen zu verhindern, fordert die Weltbank eine verstärkte Unterstützung der Bauern in Afrika. Dort befinden sich mehr als 50 Prozent der landwirtschaftlich bestellbaren Fläche. Eine schärfere Regulierung der Rohstoffspekulanten hält die Weltbank hingegen für weniger dringlich. Vor allem die USA bemühen sich derzeit um eine strengere Überwachung von Spekulanten.

(Quelle: pressetext.redaktion)

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