"Der Bionier hat einen neuen Laden" verkündet einer der drei Tramhänger. Die beiden anderen Tramhänger scheinen etwas kryptisch eine Geschichte zu erzählen: "Ein Bio-Supermarkt schliesst" heisst es am einen Ort im Tram, und an einem anderen Ort "Bio lebt weiter".

Wie lebt Bio weiter. Was Vatter betrifft: ausgezeichnet. Der neue Laden ist ein Bijou, ein Mix von alt und neu - schon von aussen. Da steht der alte, schwungvolle "Royal"-Schriftzug neben demjenigen von Vatter. Drin gibt es alte Regale des traditionsreichen Cafés neben der modernen Wand mit einer blitzenden italienischen Kolben-Kaffeemaschine. Unter den plüschigen Tearoom-Teppichen kam schöner Parkettboden zum Vorschein. Und schliesslich ist auch das Angebot eine Mischung. Mit der Erwähnung der Kaffeemaschine ist es schon angedeutet: Man kann hier auch trinken und essen.

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Der gastronomische Teil wurde mit knapp 13% des Umsatzes budgetiert. In den ersten Tagen waren es mehr. Auch die grüne Linie hielt sich nicht an die budgetierten 5%. Sie übertraf diese Erwartung, obwohl das Früchte-/Gemüse-Regal geradezu niedlich klein wirkt. Während auch die Kosmetik einen höheren Anteil beanspruchte blieben beispielsweise Brot und Trockenprodukte unter den Erwartungen. Selbstverständlich können sich diese Verhältniszahlen noch stark verschieben. Eine Grösse hat sich bereits massiv verschoben: der Gesamtumsatz, der klar über den Erwartungen lag. Aber auch hier können verlässliche Aussagen erst nach Wochen und Monaten gemacht werden.

Vatter behält also einen (kleinen) Teil seines ursprünglichen Umsatzes. Die anderen Bioläden haben sich vorgenommen, die Veränderungen genau zu beobachten. Wir hoffen, hier später über die Ergebnisse berichten zu können.

Matthias Wiesmann

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