"Umstellen auf Bio" lohnt sich

Die Nachfrage nach Bioprodukten ist so gross wie noch nie. Das Inlandangebot hingegen ist in vielen Bereichen knapp. Für unternehmerische Landwirtinnen und Landwirte öffnen sich im Biolandbau echte Zukunftsperspektiven. Am Saatguttag der Sativa Rheinau AG vom 25. Juni zeigten erfahrene Fachleute und Profis aus dem Biolandbau auf, wo die Chancen liegen, und wie sie umgesetzt werden können. Beteiligt an der Tagung waren Sativa Rheinau AG, Getreidezüchtung Peter Kunz, Bio Suisse, Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL.

Vom Anbau ....

Erik Meier, Bioberater vom Strickhof, zeigte anhand von Modellrechnungen auf, dass sich die Umstellung auf den Biolandbau oekonomisch sicher bezahlt macht. Die Produkte sind nämlich gesucht und können zu fairen Preisen abgesetzt werden. Zudem sind die Aufzeichnungen für die Biokontrolle nicht aufwändiger als beim ÖLN. Dass die Produkte gesucht sind, bestätigte Simona Matt, eine Vertreterin von Coop, eindrücklich. Aufgrund der steigenden Nachfrage für Biobrote beim Grossverteiler und der stagnierenden Biogetreideproduktion in der Schweiz wird nämlich der Anteil der inländischen Produktion gegenüber den nötigen Importmengen immer kleiner. Hansueli Dierauer, Ackerbauspezialist vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, wies darauf hin, dass es speziell für den Biolandbau gezüchtete und damit geeignete Getreidesorten gibt, die sich auch im Vergleich mit den übrigen Sorten bewährt hätten. Diese Sorten überzeugten besonders mit einem homogenen Verhältnis zwischen Qualität und Ertrag. Zudem würden mit 3 Sorten vom Züchter Kunz heute bereits über 50% der Bioackerbauflächen in der Schweiz bebaut. Allerdings würden die Bioackerbauflächen bloss 4% der gesamten Ackerbauflächen in der Schweiz betragen. Aufgrund der guten Nachfrage wäre da also noch ein riesiges Potential vorhanden, meinte auch Dierauer. Auf dem Flurgang durch den Sortengarten des Getreidezüchters Peter Kunz konnten sich die Besucherinnen und Besucher dann von den Vorteilen der unter Biobedingungen von ihm gezüchteten Getreidesorten überzeugen. Es braucht bis zu 15 Jahre Vorarbeit, bis eine Sorte für den Anbau bereitsteht. Bei einem Rundgang auf dem Hof von Martin Jost in Marthalen wurde durch den Betriebsleiter dann dargelegt, welche Gründe ihn dieses Jahr zum Umstellen auf den Biolandbau bewogen haben. Dass es oekonomisch stimmt und die Zukunftsperspektiven im Produkteabsatz sehr gut sind, waren für Martin Jost wichtige Gründe. Gegenüber der Öffentlichkeit würde er nun natürlich im Schaufenster stehen, meinte der Betriebsleiter weiter. Er liesse sich jedoch auch dadurch nicht von seinem Kurs abbringen, den er letztendlich mit voller Überzeugung gewählt habe.

.... zum Brot

Der Ausbau des Bioinlandgetreideanbaus bietet auch eine grosse Chance für gewerbliche Bäckereien. Dies zeigten mit ihrer Präsenz am Saatguttag die beiden bionetz.ch-Mitglieder Vollkornbäckerei Scharrenberg – ein "Bionier" der Bäckereibranche mit Biovollsortiment - und die Fredy`s AG mit einem grossen Angebot an Bio- und anderen Labelprodukten. Eines der wichtigsten Ziele der bionetz.ch-BiobäckerInnen-Gruppe ist es, einen konkreten Beitrag zum Ausbaus des Bioinlandanteils zu leisten und damit die Positionierung der Schweizer Biobäckereien zu Stärken. Die regelmässigen Fachtreffen stehen allen Interessierten offen:

VertreterInnen von Bäckereien mit Biovollsortiment, Betrieben mit einem Bioteilsortiment und allenfalls anderweitiger Labelproduktion (z.B. Naturel-IP Suisse/ Regionallabels....), interessierten BerufskollegInnen und weiteren Fachleuten, die sich mit der Thematik befassen.

Weitere Auskünfte:

Getreideanbau: Markus Johann, Sativa-Rheinau AG
BäckerInnengruppe: Peter Jossi, bionetz.ch

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