Jeden (Bio-) Laden kann es treffen: K-Tipp, Saldo oder gar der Kassensturz kommen einkaufen. In der heutigen Ausgabe des K-Tipp werden Kalbsbratwürste untersucht. Klar, dass schon einmal die amtliche Limite von nur mindestens 50% Kalbfleischanteil zu Kritik Anlass gibt (Stichwort Konsumententäuschung). Schlecht kommen vor allem diejenigen weg, die nicht einmal diese Limite einhalten. Unter den 20 untersuchten Bratwürsten gibt es 6 mit Prädikat "gut", Biobratwürste findet man erst in der Gruppe genügend (eingekauft bei Biosfair, Weinfelden und im Coop) und schliesslich eine ungenügende Bratwurst von Pico Bio (eingekauft bei Egli, Zürich).

Bei jedem Produktetest kann man die Kriterien und deren Gewichtung diskutieren. Man tut aber gut daran, das Test-Resultat nicht einfach als böswillgen Angriff abzutun. Wenn man zu einer Stellungnahme eingeladen wird - das ist fairerweise immer der Fall - darf man ruhig davon ausgehen, dass der K-Tipp-Redaktor (im vorliegenden Fall) sehr gut dokumentiert ist und mehr vom Produkt weiss, als man selber. Trotzdem hört er in der Regel zu und nimmt gerechtfertigte Kommentare auf. Die "Zwei am Rücken" hat man aber auf jeden Fall, wenn schliesslich im Bericht beispielsweise zu lesen ist: "Der K-Tipp hat die Hersteller mit den Ergebnissen konfrontiert: Der Egli Bioladen hüllte sich trotz mehrfacher Aufforderung zur Stellungnahme in Schweigen."

Es hilft nichts, wenn man sich auf den Standpunkt stellt: ich bin ja nicht der Produzent. Jeder Laden ist selber für die Produkte verantwortlich, die er verkauft. Es ist seine Aufgabe, von seinem Lieferanten substanzielle Informationen zu beschaffen. Die Erfahrung zeigt allerdings auch, dass das nicht immer einfach ist.

Biofachgeschäft = Premiumanbieter?

Eine weitere Bemerkung scheint hier angebracht: Der Biofachhandel sieht sich gern im Premium-Segment. Es braucht aber nur wenige Negativerfahrungen und Negativ-Testberichte, um dieses schöne Bild zu zerstören. Qualität ist nicht allein schon durch die Bio-Zertifizierung gegeben. Biofachhändler tragen eine weitergehende Verantwortung.

Matthias Wiesmann

Den vollständigen Testbericht kann man für 3 Franken kaufen

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