Nestlé ist der weltweit grösste Einkäufer von Rohkaffee. Die Erklärung von Bern (EvB) und Solidar Suisse decken auf, wie fair der Kaffeehandel dieses Konzerns tatsächlich ist.

In seinem «Nescafé-Plan» gibt Nestlé vor, mexikanische Kaffeebauern mit einer Grossinvestition von 500 Millionen Franken aus der Armut helfen zu wollen. Die neue Broschüre «Kalter Kaffee» der Erklärung von Bern (EvB) deckt nun auf, dass Nestlé versucht, die Bauern mit Subventionen zum Anbau von Kaffeepflanzen der Sorte Robusta zu motivieren. Für Nestlé wird diese Sorte immer wichtiger, da der Verkauf von Instantkaffee, der ausschliesslich aus Robustabohnen hergestellt wird, stark zunimmt. Der Konzern bietet den Kaffeebauern für den Anbau dieser Sorte allerdings weder Preis- noch Absatzgarantien an. Die mexikanische Kaffeebauernvereinigung Consejo Mexicano de Organizaciones de productores de Café vermutet, dass der Anstieg von Robusta-Kaffee zu einem massiven Preiszerfall beim eigenen Arabica-Kaffee führen und eine neue Kaffeekrise im Land hervorrufen wird. Die EvB kommt zum Schluss, dass der «Nescafé-Plan» kein Kurswechsel von Nestlé in Richtung fairer Produktion, sondern eine Strategie zur Gewinnsteigerung ist. Ähnlich wie die EvB weist auch Solidar Suisse mit ihrer aktuellen Kampagne für fairen Nespresso darauf hin, dass sich der Nestlé-Konzern bislang weit grüner und sozialer gibt als er tatsächlich ist. Mit der Kampagne hat das Schweizer Hilfswerk nun immerhin erste Verhandlungen mit Nespresso erreicht.

Quelle: PUSCH

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