Die Biofach ist oft auch die Bühne, um dramatische handelspolitische Entwicklungen und Verhandlungsfortschritte zu zeigen. Dieses Jahr kündigten die Europäische Union und Vereinigte Staaten ihre historische neue Partnerschaft im Handel mit Bio-Erzeugnissen an.

Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten haben im Rahmen einer gemeinsamen Medienkonferenz an der Biofach bekannt gegeben, dass in Europa oder den USA zertifizierte ökologische Erzeugnisse ab dem 1. Juni 2012 in beiden Gebieten als solch verkauft werden dürfen. Durch diese Partnerschaft der zwei größten Herstelle ökologischer Erzeugnisse weltweit wird die Förderung des ökologischen Landbaus auf ein starkes Fundament gestellt, das der wachsenden Bio-Branche sowie Beschäftigung und Unternehmen auf globaler Ebene zugute kommen wird.

Gegenseitige Anerkennung? - Einige Ausnahmen von der Regel

Unterschiede bestehen, haben beide Parteien für sich festgestellt, dass ihre Programme gleichwertig sind. Die einzige Ausnahme bildet das Verbot der Verwendung von Antibiotika. Gemäß den Vorschriften des USLandwirtschaftsministeriums für ökologisch erzeugte Lebensmittel ist die Verwendung von Antibiotika verboten. Nur zur Kontrolle invasiver bakterieller Infektionen (Feuerbrand) in Bio-Apfel- und -Birnenplantagen ist ihr Einsatz erlaubt. In den Vorschriften für ökologisch erzeugte Lebensmittel in der Europäischen Union ist der Einsatz von Antibiotika nur zur Behandlung infizierter Tiere vorgesehen. Für alle im Rahmen dieser Partnerschaft gehandelten Erzeugnisse müssen Zertifizierer überprüfen, dass aus keinem Grund Antibiotika verwendet wurden.

Standard-Harmoniniserung muss weiter gehen

Die gegenseitige Anerkennung der gesetzlichen Biostandardsbestimmungen ist ein wichtiger Schritt, kam es doch bisher zu grossen Handelshemmnissen beim Handel mit Bioprodukten, die nicht durch inhaltliche Unterschiede gerechtfertigt werden. Wichtig ist dabei, dass die weltweite Biobewegung die Harmonisierung sowie gleichzeitig die praxisfähige und sichere Umsetzung und Weiterentwicklung der Biostandards darüber hinaus voran treibt, z.B. im Rahmen des IFOAM-Programms IFOAM-Family of organic Standards. An der Biofach forderte die IFOAM zudem eine ganze Reihe von Massnahmen, um einer nachhaltige Biolandwirtsschaft weltweit zum Durchbruch zu verhelfen. Dazu gehört auch die Anerkennung und Harmonisierung von gesetzliche Biobasisstandards ausserhalb der EU und der USA.

Peter Jossi

Informationen: Medienmitteilung der Europäischen Kommission

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