Gemäss dem Bundesratsbeschluss von heute wird sich die Schweiz an der UNO-Konferenz zur nachhaltigen Entwicklung vom kommenden Juni in Rio de Janeiro für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzen. Biovision begrüsst den Bundesratsentscheid und fordert, dass am Erdgipfel eine UNO-Organisation mit einem entsprechenden Mandat beauftragt wird, damit dieses Ziel tatsächlich umgesetzt wird. Die Nationalräte Maya Graf (GP) und Hansjörg Hassler (BDP) möchten nun vom Bundesrat wissen, wie er sich in Rio konkret für eine nachhaltige multifunktionale Landwirtschaft einsetzen wird.

„Die Schweiz wird sich in Rio für konkrete Massnahmen zum Erreichen einer grünen Wirtschaft einsetzen, die nachhaltige Landwirtschaft kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten“, sagte Botschafter Franz Perrez, Chef Abteilung Internationales des Bundesamtes für Umwelt und Leiter der Schweizer Delegation für die Rio-Konferenz auf Anfrage von Biovision. „Darum wird im Bundesratsmandat Landwirtschaft explizit als Themenbereich erwähnt“, erklärte er weiter.

„Damit geht die Schweiz in die richtige Richtung“, sagte Hans Rudolf Herren, Präsident der Stiftung Biovision und des Millennium Institutes zum Rio+20-Mandat. “Vor dem Hintergrund knapper werdender natürlicher Ressourcen, steigender Nahrungsmittelpreise, steigender Umweltbelastungen und dem Verlust von fruchtbaren Böden ist ein grundlegender Kurswechsel in der Landwirtschaft dringend nötig“, erklärte der Träger des Welternährungspreises Herren weiter. Ziele des Kurswechsels in der Landwirtschaft seien Ernährungssicherheit für alle, eine ländliche Entwicklung mit verbesserten Bedingungen vor allem für Kleinbäuerinnen und -bauern, und insbesondere für Frauen, sowie eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen. Damit die Ziele auch umgesetzt werden, soll gemäss Herren die UNO an der Rio+20-Konferenz mit einem Aktionsprogramm für einen Kurswechsel in der Agrar- und Ernährungspolitik beauftragt werden.

Nachhaltige multifunktionale Landwirtschaft

„Unsere Bundesverfassung stipuliert eine nachhaltige und multifunktionale Landwirtschaft“, stellt BDP-Nationalrat Hansjörg Hassler in seiner Anfrage vom vergangenen Mittwoch an den Bundesrat fest. Auch der Weltagrarbericht 2008 komme zum Schluss, dass die globale Weiterentwicklung der Landwirtschaft auf diesen Grundpfeilern bauen soll. Es sei hinreichend belegt, dass es weltweit einen Kurswechsel hin zu einem naturnahen und nachhaltigen Anbau von Nahrungsmitteln brauche. Hassler möchte deshalb vom Bundesrat wissen, wie sich dieser in Rio+20 für einen wirksamen Schritt der UNO zur Förderung der Ernährungssicherung durch eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft gestützt auf den Weltagrarbericht einsetzt.

„Die industrielle Landwirtschaft führt in die Sackgasse“, zeigt sich auch die grüne Nationalrätin Maya Graf überzeugt. Sie zerstöre die natürliche Umwelt und könne nicht verhindern, dass heute jeder siebte Mensch hungert und eine Milliarde Menschen in extremer Armut leben. Es brauche jetzt einen Kurswechsel in der Landwirtschaft: Weg von Ungerechtigkeit an Menschen und vom Raubbau an der Natur, hin zu Fairness und zu ökologischem Anbau, auch auf globaler Ebene. Daher müsse Landwirtschaft und Ernährungssicherheit am Erdgipfel im Juni 2012 ein Schlüsselthema sein, fordert sie. Sie fragt den Bundesrat an, wie er sich für dieses Ziel am Erdgipfel Rio+20 konkret einsetzt.

Informationen, Kontakte und Quellen:

Biovision, Vollständige Medienmitteilung

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