Der feine Duft frisch gewaschener Wäsche ist für uns der Inbegriff der Sauberkeit. Doch Wäsche waschen zählt zu den am meisten umweltbelastenden Tätigkeiten im Haushalt. Jedes Waschmittel enthält Stoffe, die der Umwelt schaden. Sie schaden den Lebewesen im Wasser oder reichern sich in der Umwelt an.

soap nuts 4032858 1280Nur Waschnüsse stellen keine Belastungen für die Gewässer dar. Gefüllt mit den Schalen des indischen Waschnussbaumes werden kleine Stoffbeutel in die Waschtrommel gelegt. Waschnüsse enthalten die seifenähnliche Substanz Saponin. Bild: Pixabay
Für etwa 100 Franken pro Kopf und Jahr kaufen wir Waschmittel ein. Dies entspricht einem jährlichen Verbrauch von 21 Kilogramm pro Person. Und so gelangen zirka 150'000 Tonnen Chemikalien wie Tenside, Phosphate, Duftstoffe, optische Aufheller und Silicone in das Abwasser.

Aber nicht nur die Chemikalien aus den Waschmitteln belasten die Umwelt. Waschen verbraucht viel Wasser und Energie und zählt deswegen auch zu den Klimasündern! Nachfolgend ein paar einfache Tipps für die ökologische Wäsche (leicht gekürzt aus Newsnet vom 20. Juli 2019):

Tipp 1: Auslüften statt waschen

Einfach das T-Shirt, die Bluse oder Hose am Abend an einen Bügel hängen und ab damit an die frische Luft. Wer keinen Balkon oder Garten hat, kann seine Kleider auch im Bad durchlüften lassen. «Die feuchte Luft beseitigt nicht nur Gerüche, sie glättet auch Knitterfalten», sagt Johanna Schaufelberger, Leiterin der Bäuerinnenschule Strickhof.

Tipp 2: Müffeltest machen

Es lohnt sich, an getragenen Kleidern erst einmal zu schnuppern, bevor man sie reflexartig in die Wäsche schmeisst. Allerdings ist das mit dem Riechen so eine ­Sache. Die meisten haben Panik zu versagen, insbesondere beim eigenen Schweissgeruch. Schaufelberger kennt dieses olfaktorische Di­lemma von ihren Schülerinnen nur zu gut. Sie empfiehlt deshalb, den Schnuppertest nicht unmittelbar nach dem Ausziehen zu machen, ­sondern erst am nächsten Morgen, am besten gleich nach dem Duschen. «Da haben wir eine besonders ­sensible Nase, weil alles frisch riecht und Gestank dann besonders auffällt.»

Tipp 3: Schmutz ausbürsten

Anzüge, Jacken, Mäntel und Hosen kann man zwischendurch einfach mit einer Bürste reinigen. «Vor der Erfindung der Waschmaschine war das eine sehr gängige Methode, um Staub und Schmutzpartikel aus Kleidern zu entfernen», sagt Schaufelberger. Gerade bei Anzügen spart man sich dadurch auch ein paar mühsame Gänge zur chemischen Reinigung.

Tipp 4: Jeans brauchen kein Wasser

Chip Bergh, der CEO von Levi’s, schockiert gern mit der Botschaft, dass er seine Jeans seit zehn Jahren nicht gewaschen habe. Das sei viel besser für den Stoff, und Flecken würden mit der Zeit einfach verblassen. Dass der Mann bisher nicht an einer Jeansvergiftung gestorben ist, grenzt jedoch nicht an ein Wunder. «Für die Hautflora von gesunden Menschen ist es völlig unbedenklich, wenn man eine Jeans ein paar Monate nicht wäscht», sagt Stamminger. Die Bakterienwerte seien nach mehreren Monaten ähnlich hoch wie bereits nach einigen Tagen. Johanna Schaufelberger ergänzt: «Wolle braucht man eigentlich auch nie zu waschen, Lüften bei nebligem Wetter ist für das Material ideal.» Sie empfiehlt dennoch, alles Wollige spätestens im Frühling einmal im Handwaschgang zu reinigen, «damit Hautschuppen, die Motten so gern haben, entfernt werden».

Tipp 5: Keine Kurzprogramme

Früher oder später kommt man um die Waschmaschine nicht herum. Wie aber wäscht man sauber und ökologisch zugleich? «Ein Eco-Programm bei 40 Grad ist ähnlich hygienisch, aber um einiges energiefreundlicher als ein 60-Grad-Normalprogramm», sagt Schaufelberger. Die Waschmaschine arbeitet anstatt mit der Temperatur mit einer längeren Einweichzeit. 60 Grad lohnen sich nur noch bei stark verschmutzter Kleidung, Putzzeug oder Unterwäsche. Auf Kurzprogramme soll man grundsätzlich verzichten, weil sie sehr viel Energie aufwenden, um das Wasser möglichst rasch aufzuheizen. Und was ist mit Tumbeln? «Auch das verbraucht viel Strom, und die Hitze greift die Fasern an.»

Tipp 6: Wind statt Weichspüler

Eigentlich ist der Weichspüler ein psychologisches Produkt. Nicht die Wäsche braucht ihn, sondern wir, um unser Bedürfnis nach Flauschigkeit zu befriedigen. Leider schadet der Weichspüler mehr, als er nützt: Die zusätzliche Chemikalie belastet Umwelt und Haut, «weil sie ja in der Kleidung bleibt und allergische Reaktionen auslösen kann», warnt Schaufelberger. Der Weichspüler verstopft zudem atmungsaktive Materialien und reduziert die Saugfähigkeit von Baumwolle, was bei Bade- und Abwaschtüchern nicht wirklich ideal ist. Flauschfans müssen jedoch nicht verzagen: «Kleider und Frotteetücher werden weich, wenn man sie draussen aufhängt», sagt Stamminger. Der Wind sorge nämlich dafür, dass sich die nassen Fasern durch die Bewegung voneinander lösen, was die Textilien soft mache.

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