Die Menschheit befindet sich wegen der Corona-Krise im Ausnahmezustand, aber irgendwann wird die Pandemie vorbei sein. Dann ist es an der Zeit, einige Dinge grundlegend zu verändern, sagen Wissenschaftler*innen aus den Niederlanden. Sie haben fünf Forderungen für die Welt nach Corona formuliert.

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Die Wissenschaftler*innen richten sich mit ihrem 5-Punkte-Plan an die niederländische Politik. Mit seiner Kritik an aktuellen Wirtschafts- und Produktionsmechanismen lässt er sich aber auf so gut wie jedes Land übertragen. Das sind die Forderungen:

1. Kein Wachstumszwang

Das globale Wirtschaftssystem ist auf ständiges Wachstum ausgerichtet und verursacht dabei ökologische Probleme und Ungleichheiten. Wachstum und Investitionen soll es nur noch in bestimmten Bereichen geben, unter anderem den systemrelevanten öffentlichen Sektoren, bei erneuerbaren Energien sowie dem Bildungs- und Gesundheitswesen. In anderen Bereichen seien hingegen Reduktionen nötig, etwa bei fossilen Energien, im Rohstoffabbau oder in der Werbung.

2. Umverteilen und teilen

Pflegekräfte, Kassierer*innen oder Angestellte im öffentlichen Nahverkehr: Die Gesellschaft ist in der Corona-Pandemie mehr denn je auf ihre Leistungen angewiesen. Allerdings werden die Menschen in solchen Branchen schlecht bezahlt. Darum: bedingungsloses Grundeinkommen für alle, eine  stark gestaffelte Versteuerung des Einkommens, von Gewinnen und Wohlstand – die Reichen zahlen mehr sowie reduzierte Arbeitszeiten und geteilte Arbeitsplätze.

3. Bio-Landwirtschaft

Die Landwirtschaft soll so ausgerichtet werden, dass sie die Artenvielfalt erhält, hauptsächlich vegane und vegetarische Lebensmittel produziert, lokal arbeitet und die involvierten Arbeiter*innen fair bezahlt.

4. Weniger Konsum und Reisen

Flugreisen sind extrem klimaschädlich. Und: wir sollten von allem weniger konsumieren. Die Wissenschaftler*innen sprechen von einer «drastischen Verlagerung von Luxus und Verschwendung» zu einem Konsum, der nachhaltig ist und nur das Nötigste umfasst.

5. Schuldenerlass

Sowohl Finanzinstitute als auch reiche Staaten sollen Arbeiter*innen, Inhaber*innen kleiner Geschäfte und Ländern im globalen Süden ihre Schulden erlassen. Dieser Punkt steht in starkem Widerspruch zu aktuellen Strategien: Unternehmen und Selbstständige erhalten zurzeit Kredite und Staaten nehmen extrem hohe Schulden auf, um den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus entgegenzuwirken.

Quelle: Das Post-Corona-Manifest

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