Die Wirtschaftskommission des Ständerates will die Beratung zur neuen Agrarpolitik (AP22+) stoppen. Blöd, denn: Mit Milliarden finanzieren wir heute eine umweltfeindliche Landwirtschaft. Immer mehr Flächen werden verbaut, Böden und andere Lebensräume vernichtet. All dies ist seit Jahrzehnten bekannt, soll aber nach dem Willen der Mehrheit der Ständeratskommission nicht geändert werden. Stattdessen soll ein neuer Bericht her. 

field 768601 1280Die Agrarpolitik kommt nicht vom Fleck, das ist schlecht für die Umwelt. Bild: Pixabay

Die Verwaltung hat fast sechs Jahre lang an der neuen Agrarpolitik (AP22+) gearbeitet. Die Bio- und IP-ProduzentInnen, die Konsumentinnen und Konsumenten sowie die Kantone wollen eine griffige und umweltfreundliche AP22+ und fordern eine rasche Umsetzung. Denn bislang ist kein einziges der 13 Umweltziele der Landwirtschaft erreicht.

Wir sollten in der Schweiz zum Wohle aller einen anderen Weg einschlagen: Mehr pflanzliche Nahrungsmittel in der Schweiz anbauen statt Fleisch produzieren mit Importfutter. Denn das überdüngt Seen und Böden. Mehr Innovation und Klimaschutz dank neuen Produktionssystemen. Mehr Biodiversität dank weniger Pestiziden und weniger Stickstoffeinträgen. Attraktive Erholungsgebiete dank mehr Schutzgebieten und Vielfalt. Dass dies möglich ist, zeigen schon heute Tausende von (Bio-)Bäuerinnen und Bauern.

Kommentar von Fausta Borsani

Statt die ökologisch wirtschafteneden Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen, schiebt die Wirtschaftskommission des Ständerates eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf die lange Bank. Den Schaden haben die Umwelt und die künftigen Generationen. Der Ständerat sollte den Entscheid seiner vorberatenden Kommission darum berichtigen. Das ist im Interesse der vielen engagierten Bäuerinnen und Bauern, die naturnah produzieren (wollen) und den Rückhalt der Bevölkerung brauchen.

Der einzige verbleibende Weg, eine nachhaltige und ökologische Schweizer Landwirtschaft zu gestalten sind aber jetzt die zwei agrarpolitischen Vorlagen für eine umweltfreundliche Landwirtschaft: die «Trinkwasserinitiative» und die Initiative «Schweiz ohne synthetische Pestizide».

Es lohnt sich also sehr, sich dafür zu engagieren, dass beide angenommen werden. Das ist für die Schweizer Bevölkerung die Gelegenheit, ihren Willen für eine bessere und umweltfreundliche Schweizer Landwirtschaft unmissverständlich und direkt kund zu tun.

Gemeinsame Mitteilung der Umweltverbände

Stellungnahme von Bio Suisse

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