Schweizer Hühner haben letztes Jahr so viele Eier gelegt wie noch nie. 1,1 Milliarden Stück oder über 3 Millionen Eier pro Tag. Doch das hat für die Tiere einen hohen Preis: die Tierrechtsorganisation «Tier im Fokus» veröffentlichte Missstände in mehreren Hühnerfabriken.

chuckle 980806 1280In der Werbung gaukelt uns die Schweizer Hühnerindustrie eine kleinbäuerliche Tierhaltung vor. Tatsächlich stammen die meisten Schweizer Eier aus Massentierhaltung. Bild: Pixabay
Blutige Verletzungen sowie zahlreiche apathische oder sogar tote Legehennen – das zeigen Bilder, die die Tierrechtsorganisation Tier im Fokus veröffentlichte. Zuvor wurde bereits bekannt, dass Legehennen mit schmerzhaften Brüchen leben müssen: Forschende der Universität Bern haben während zehn Monaten Legehennen in der Schweiz regelmässig geröntgt, um die körperlichen Folgen ihrer Eierproduktion zu analysieren. Dabei sind sie zum Schluss gekommen, dass 97 Prozent der Tiere ein gebrochenes Brustbein hatten.

Und das Töten der männlichen Küken ist trotz Versprechungen und Ziele in der Schweiz noch lange nicht vorbei - Bio Suisse will es erst auf 2026 verbieten, während in Deutschland seit dem 1. Januar 2022 keine männlichen Küken mehr getötet werden dürfen*.

Konsumentinnen und Konsumenten können heute in der Schweiz bereits Bio-Eier kaufen, die ohne das Töten von männlichen Küken produziert worden sind. Für die Mast von Bruderhähnen und Eier von Schwesterhennen gibt es verschiedene Projekte wie Demeter und KAG-freiland. Ausserdem setzen auch Coop und Alnatura bei einem Teil der Bio-Eiern und Lidl Schweiz bei allen Bio-Eiern auf das Bruderhahn-Prinzip.

Doch es sind nicht die einzigen Missstände in der Schweizer Eierindustrie.

Konzentration auf Masse

Der grösste Teil der Legehennen wird auf einer kleinen Zahl von Betrieben gehalten. 2% der Legehennenhalter halten 66% aller Legehennen, gemäss Zahlen des Bauernverbandes. Kein anderes sogenanntes Nutztier lebt in derart grossen Beständen wie das Huhn. Bei 18’000 Legehennen – die in der Schweiz gesetzlich erlaubte Obergrenze – ist es unmöglich, jedes Individuum einzeln zu betreuen. 

Kurzes leidvolles Leben

Die Legehennen produzieren so viele Eier, dass ihrem Körper dadurch das Kalzium entzogen wird. Nach rund einem Jahr führt das nicht nur zu brüchigen Knochen, sondern auch dazu, dass die Schalen der Eier brüchig werden. Sobald das der Fall ist, hat die Henne ausgedient. Ihr Leben hat dann maximal eineinhalb Jahre gedauert.

Der Staat zahlt

Weil die Nachfrage nach Ostern zusammenbricht, subventioniert der Staat die Grossverteiler – damit sie Eier in Aktion anbieten. Ausverkauf auf Kosten der Tiere. Tier im Fokus (TIF) fordert in einer Petition darum die Streichung der staatlichen Marktentlastungsmassnahmen.

Importfutter

Schweizer Legehennen fressen vor allem importierte Sojabohnen. Dessen Produktion konkurrenziert die menschliche Ernährung und trägt dazu bei, den Regenwald zu zerstören.

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