Eine smarte Ressourcennutzung hat positive Auswirkungen auf alle Sparten der Ernährungswirtschaft. Dies wurde am 4. Innovationsforum Ernährungswirtschaft in Tänikon TG deutlich.

Innovationsforum Brauerei LocherAurèle Meyer, Geschäftsleiter der Brauerei Locher erläutert, wie sein Unternehmen mit der Linie «brewbee» Nachhaltigkeit und Genuss gleichzeitig fördert. Bild: zVg

An der Fachtagung trafen sich Ende November Personen aus Forschung, Privatwirtschaft, Verbänden und Landwirtschaft zum Ideenaustausch. Mit «Ressourceneffizienz – Smarte Lösungen für die Praxis» hatte das Innovationsforum Ernährungswirtschaft ein aktuelles Thema gewählt, rund 120 Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

«Living Lab» am Standort Tänikon

Christof Widmer, Vorsitzender des veranstaltenden Innovationsboards Tänikon betonte die Zukunftsausrichtung des Innovationsforums Ernährungswirtschaft, das nicht nur vom Kanton Thurgau und der OST - Ostschweizer Fachhochschule, sondern auch von den drei Thurgauer Wirtschaftsverbänden, dem Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft und Agroscope in Tänikon sowie der Swiss Future Farm getragen wird.

Innovationsforum KnillMonika Knill verkündete, dass der Kanton Thurgau und die Ostschweizer Fachhochschule in Tänikon eine OST-Aussenstelle prüfen. Bild: zVg

Die Zusammenarbeit soll in Zukunft noch verstärkt werden: Die Thurgauer Regierungsrätin Monika Knill gab bekannt, dass die OST in Tänikon ein Institut aufbauen möchte. In einem «Living Lab» soll dort in den Bereichen Land- und Ernährungswirtschaft geforscht werden. Bis Ende 2024 dürfte die Aufbauphase abgeschlossen sein, und 2025 soll dann das Institut den normalen Betrieb aufnehmen.

Nebenströme nutzen

Dass in Sachen Ressourceneffizienz viel getan wird, wurde in allen Referaten deutlich. Aurèle Meyer der Appenzeller Brauerei Locher AG erklärte bespielhaft, dass die Brauerei den Biertreber nutze, um etwa Müesli, Chips und Fleischersatz herzustellen.
Meyer verhehlte nicht, dass erst der Erfolg der eigenen Biermarke Quöllfrisch sowie ökonomische Zwänge die Brauerei auf diese Ressourceneffizienz-Idee gebracht habe. «Wir hatten auf einmal so viel Biertreber, dass die Bauern nicht mehr alles als Schweinefutter abnehmen konnten. Wir hätten den Treber also auf eigene Kosten abführen und verbrennen lassen müssen. Das war uns zu teuer, also haben wir nach neuen Wege gesucht», erklärte er.

Heute sei das Unternehmen vom eingeschlagenen Pfad voll überzeugt: «Wir stellen wöchentlich 150 Tonnen Biertreber her. Mit diesen Strömen kann man Gutes aus Gutem machen. Es wäre schön, wenn unser Vorbild andere Unternehmen dazu brächte, sich mit den Nebenströmen in der Nahrungsmittelindustrie vertieft auseinanderzusetzen», sagte Aurèle Meyer weiter.

Littering, Pflanzenschutz und Weltmeere

Tatsächlich mangelte es am Innovationsforum Ernährungswirtschaft nicht an interessanten Ressourceneffizienzprojekten. Der Bogen spannte sich dabei von der Optimierung der Bewässerung mittels Digitalisierung (Produktion) über die Frage, wie man die Land- und Ernährungswirtschaft wieder zirkulär gestalten könnte (Verarbeitung), bis hin zu Fragen der intelligenten Nahrungsmittelindustrie (Handel), in denen sich die Teilnehmenden mit der digitalen Transformation durch moderne Supply-Chain-Lösungen auseinandersetzten.

Innovationsforum TeilnehmendeTrotz Wintereinbruch liessen sich die Teilnehmenden am 4. Innovationsforum Ernährungswirtschaft die gute Laune nicht verderben. Bild: zVg

Am Nachmittag stellten Forschende von OST, Agroscope und Swiss Future Farm Entwicklungen und Feldversuche vor, die von der smarten Beseitigung von Littering auf der Wiese über die Blackenbekämpfung bis hin zum intelligenten Pflanzenschutzmitteleinsatz reichte. Ein Thurgauer Startup zeigte, wie man mit Zitronen und Fischen nicht nur natürliche Kreisläufe schliessen, sondern auch die Weltmeere schützen kann.

Mit «dekarbon» wurde ein Beratungsangebot aufgezeigt, um die eigenen Unternehmensprozesse nachhaltiger zu gestalten. Zudem vernetzten und tauschten sich die Teilnehmer:innen über die Sparten und Branchen hinweg aus – das war ganz im Sinne dieser Tagung.

Christof Lampart

Quelle: «Wer smart Ressourcen nutzt, schafft nachhaltig Werte», Kanton Thurgau, 1.12.23

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