Die Eierbranche will künftig keine männlichen Küken mehr töten. In der Bio-Landwirtschaft etablieren sich das Zweinutzungshuhn und der Bruderhahn.

kuekenMit Zweinutzungshühnern lässt sich das Kükentöten vermeiden : Die Hennen legen genügend Eier, ihre Brüder setzen ausreichend Fleisch an. Bild: Pixabay

Am 22. Januar 2022 rief die Bio-Branche in Deutschland den Tag des Zweinutzungshuhns ins Leben. Seither ist das ein guter Anlass, um diese besonders zukunftsfähige Form der Geflügelhaltung zu feiern: Statt auf Tiere zu setzen, die entweder auf die Eierproduktion oder auf die Mast spezialisiert sind, kombinieren Zweinutzungshühner die Vorteile traditioneller Hühnerrassen mit modernen ökologischen Züchtungen.

Ablehnung der In-Ovo-Selektion

In den letzten Jahrzehnten sind in der Hühnerzucht hochspezialisierte Hybridrassen entstanden: Legehennen legen möglichst viele Eier, Mastgeflügel setzt viel und schnell Fleisch an. Das Problem: Die Aufzucht der Hähne der Legehennen-Hochleistungsrassen ist wirtschaftlich unrentabel, weil sie nicht genug Fleisch ansetzen. Tausende Küken sterben jährlich für den Eierkonsum.

Als Alternative steht in der konventionellen Branche die Bestimmung der Geschlechter im Ei zur Verfügung. Bio-Verbände lehnen diese In-Ovo-Selektion ab und setzen alternativ auf die Aufzucht der Bruderhähne, das heisst der männlichen Küken, sowie auf Zweinutzungshühner, welche die zweifache Nutzung ermöglichen. Die Hennen legen genügend Eier. Ihre Brüder setzen ausreichend Fleisch an, um für die Haltungsbetriebe wirtschaftlich rentabel zu sein.

Tierwohl und Nachhaltigkeit

Da Zweinutzungshühner weniger leisten, haben sie beim Futter geringere Ansprüche als ihre spezialisierten Artverwandten, die hochkonzentriertes Eiweissfutter benötigen. Bei Zweinutzungshühnern stehen das Tierwohl, die Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit der Zucht im Zentrum.

Die Delegiertenversammlung von Bio Suisse fasste im November 2021 den Grundsatzentscheid, dass ab 2026 keine Küken mehr getötet werden sollen. Stattdessen sollen alle Eier ausgebrütet und die Brüder der Legehennen gemästet werden. Dafür setzt der Verband auf ein Zweinutzungshuhn. Die In-Ovo-Technologie zur Geschlechtsbestimmung im Ei wird verboten. Demeter-Höfe, die Legehennen halten, sind seit 2019 dazu verpflichtet, dass auf ihrem oder einem anderen Betrieb genauso viele männliche Tiere aufwachsen, wie sie Hühner halten.

Dossier: Zweinutzungshühner

Alle Küken sollen leben: Bio Suisse sagt Nein zum Kükentöten

Kükentöten? – Der Bruder darf leben.

Quelle: «Tag des Zweinutzunghuhns», ökolandbau.de, 21.01.24

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