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Lebensmitteltag schafft Orientierung

Der Schweizerhof Luzern bewies sich erneut als herausragender Treffpunkt für Fachleute der Lebensmittelbranche: Mit der Trägerschaft von bio.inspecta und SQS gelang es dem Team des alljährlichen Lebensmitteltags, wieder ein vielfältiges und praxisrelevantes Programm zu gestalten.

Ein humanoider Roboter der Hochschule Luzern mischte sich beim Apéro unter die Teilnehmenden. Bild: Nicolas Kyramarios

Fachleute aus der Lebensmittelbranche gaben am Lebensmitteltag gleichzeitig Einblick in ihre Praxis und Orientierung zu aktuellen Herausforderungen. Die Vielfalt der Beiträge reichte von Lebensmittelsicherheit und Hygiene bis hin zum Einsatz der Robotik in der Nahrungsmittelproduktion.

In seiner Begrüssung zeigte René Eisenring, Leiter Lebensmittel und Verpackung der Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme SQS eine Trouvaille aus den Anfängen des eidgenössischen Lebensmittelvollzugs: Das erste Bundesgesetz von 1907, das damals noch auf nur 16 Seiten Platz fand.

Michael Beer beleuchtete die Auswirkungen der Bilateralen III auf das Schweizer Lebensmittelrecht. Bild: Nicolas Kyramarios

Lebensmittelrecht bereits harmonisiert

In seinem Referat «Schweizer Lebensmittelrecht – Auswirkungen der Bilateralen III» bot Michael Beer, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV und Leiter der Abteilung Lebensmittel und Ernährung eine Einordnung zu den heute anstehenden lebensmittelrechtlichen Vollzugs-Harmonisierungen. Mit dem Paket Schweiz – EU, den Bilateralen III, wolle die Schweiz die Zusammenarbeit mit der EU in diesem Bereich vertiefen.

Die Lebensmittelsicherheit sei längst ein grenzüberschreitendes Thema. Im Kern gehe es darum, einen gemeinsamen Lebensmittelsicherheitsraum zu schaffen. Michael Beer erinnerte daran, dass die Schweiz schon viele Jahre Erfahrung mit dem autonomen Nachvollzug habe. Daher stimme das Schweizer Lebensmittelrecht schon heute zu über neunzig Prozent mit dem EU-Recht überein und sei damit bereits grösstenteils harmonisiert.

Beer betonte als wichtige Eckpunkte: Der Lebensmittel-Vollzug bleibe national geregelt, wie dies auch in den EU-Mitgliedländern noch immer der Fall sei. Spezifische Schweizer Qualitätsstandards bezüglich Herkunft und Qualität blieben zudem garantiert. Mit den Bilateralen III erhalte die Schweiz jedoch den dringend erforderlichen verstärkten Zugang und Einbezug in das Europäische Vollzugssystem. Neu sei zudem ein klar definierter Schlichtungsausschuss, etwa für die Festlegung von Schweizer Sonderregelungen.

Von der Existenzsicherung zum Lifestyle: Christine Brombach zeigte den Wandel der Esskulturen auf. Bild: Nicolas Kyramarios

Lebensmittel-Wahrnehmung im Wandel

Christine Brombach der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW wirkt als Dozentin am Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation der ZHAW in Wädenswil. In ihrem Referat «Lebensmittel im Wandel – vom Überlebensgut zum Lifestyle-Objekt» zeigte sie den Wandel der Esskulturen insbesondere in den letzten hundert Jahren auf.

Lebensmittel haben gemäss Christine Brombach in der Schweiz nicht an Bedeutung verloren, sondern ihre Bedeutung verändert. Von der Existenzsicherung habe sich diese hin zu Gesundheit, Identität, Nachhaltigkeit und Lifestyle verschoben. Es zeige sich, dass mehr Information nicht automatisch mehr Ernährungswissen bedeute. Social Media produziere neben Wissen auch Desinformation, Vermarktung und Normdruck.

Der Lebensmitteltag bot eine breite Themenvielfalt bis hin zur Robotik. Bild: Nicolas Kyramarios

Robotik in der Praxis

Ein weiteres Highlight des Lebensmitteltags, bei dem bionetz.ch als Medienpartner mitwirkt, stellten die Referate von Adrian A. Koller und Lukas Müller der Hochschule Luzern zum Einsatz von Robotern in der Lebensmittelbranche dar. Sie gingen der Frage nach, welche Potenziale und Grenzen sich für die Lebensmittelsicherheit ergeben, wenn Robotik in der Lebensmittelproduktion eingesetzt wird – von der Heu- bis zur Essgabel. Der nächste Lebensmitteltag wird am 15. April 2027 stattfinden.

Peter Jossi, Präsident bionetz.ch

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