In der Wirtschaftswelt werden Angebot, Nachfrage, Leistung, Umsatz mit Zahlenwerten berechnet woraus sich der Gewinn oder Verlust ableitet. Für jedes Unternehmen, jede Branche und auch für ganze Volkswirtschaften muss die Rechnung zumindest mittel- bis langfristig Rechnung positive Zahlen liefern: Was nicht aufgeht – geht ein. Der aktuelle WWF-Bericht «Living Planet Report 2012» zeigt mit eindrücklichen Zahlen auf, dass die Gesamtrechnung mit der aktuellen weltweiten Wirtschaftsweise nicht aufgeht. Damit wird die Kernaufgabe klar, die heute den Begriff „Nachhaltigkeit“ gerne in ihre Reden und Visionen einbauen: Es geht nicht darum, „alles ein wenig sozial-ökologischer“ zu machen. Die Herausforderung ist vielmehr, die Berechnungsgrundlagen für die weltweiten Wirtschaftsabläufe so zu ändern, dass die Basis für jegliche Bewertung nicht zugrunde geht: Die natürlichen Ressourcen.

Über die Analyse hinaus - Praxistools für Bio KMU

Soweit zur Analyse, die zumindest für Bio-KMU nicht neu ist. Was machen wir nun damit? Welche Orientierungsgrundlagen, Standards und Praxistools bieten sich den Bio-KMU, damit eine konkrete Wirkung erzielt werden kann (auch dies zur Ressourcenschonung und Optimierung der Wirkung)?

Gerne laden wir mit Ihnen zusammen eine Nachhaltigkeits-Werkzeugkiste für den bionetz.ch-Mitgliederbereich und integrieren Ihre konkreten Fragen, Anliegen und Erfahrungen. Unten stehend eine erste Übersicht einiger aktueller Angebote seitens bio.inspecta, oebu, und der Hochschule Wädenswil (ZHAW), die für die Bio- und Lebensmittelbranche von besonderem Interesse sind.

bionetz.ch-Kontakt: Peter Jossi

Lebensmitteltagung „Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie“

Die Zertifizierungsstelle bio.inspecta lud die Branchenfachleute in Zusammenarbeit mit der Partnerzertifizierungsstelle SQS zur Lebensmitteltagung 2012 an einen symbolhaften Ort: Das Goetheanum. „Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie“, so die Tagungsthematik wurde auf der ganzen Breite erörtert. Der Sozialethiker und em. Prof. Dr. Hans leistete die historischen Herleitung des Begriffes über die ethische Interpretation. Schon zu Beginn war somit klargestellt, dass Nachhaltigkeit als nie vollständig erreichbare Zielsetzung zu verstehen ist.

FiBL-Direktor Prof. Dr. Urs Niggli konnte auf gut fundierte Forschungsergebnisse zurückgreifen, um den Nachhaltigkeitsleistung der Biolandwirtschaft und das Potential für die Zukunft aufzuzeigen, ergänzt durch Ueli Hurter, Leiter der Landwirtschaftsabteilung am Goetheanum und somit Gastgeber der Tagung.

Nachhaltigkeit zertifizieren?

Für Nachhaltigkeitszielsetzungen müssen immer wieder neu wirksame und mit sinnvollem Aufwand vollziehbare Massnahmen und Standards abgeleitet werden. Die Bioproduktion ist eines von mittlerweile vielen zertifizierbaren sozial-ökologischen Regelwerken, welche dies zu erreichen versuchen. VertreterInnen von WWF Schweiz (Jennifer Zimmermann), Swiss Fair Trade (Sonja Ribi, Geschäftsführerin) und Slow Food CH (Rafael Perez, Präsident) zeigten dazu ihre Erfahrungen und Sichtweisen auf. Sibyl Anwander Leiterin Nachhaltigkeit COOP, gab einen Einblick, wie der Grossverteiler konkrete Massnahmen festlegt und umsetzt und diese v.a. auch von seinen Lieferfirmen verlangt. Verschiedene Inputs seitens bio.inspecta und SQS gaben Einblick in die Integration im Zertifizierungsalltag.

oebu – Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften

Gegen 400 Schweizer Unternehmen unterschiedlichster Grösse und Ausrichtung haben sich im Öbu-Netzwerk zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Aufgabe anzupacken: Die Weiterentwicklung der Schweizer Wirtschaft nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit. Durch die Wahrnehmung ökologischer und sozialer Verantwortung verbessern sie ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Braucht es für die Entwicklung der Nachhaltigkeit mehr als erneuerbare Energie und effiziente Prozesse? Nämlich einfach auch weniger von Allem? Aber: Wie lässt sich mit „Weniger“ Geld verdienen? 200 Persönlichkeiten aus Unternehmen, aus Politik und Verwaltung, Wissenschaft und Kultur waren am Forum ö mit der Soirée Avantgarde und an der Jahrestagung der Öbu dabei und vertieften diese Thematik.

Das oebu-Netzwerk ist auch aktiv in der Lebensmittelbranche. Am 8. Juni 2012 findet als Teil einer regelmässigen Veranstaltungsreihe der „Proofit-Apéro“ im Rahmen der „Energiesparwoche bei Micarna - Energie ist uns nicht Wurst!" statt.

Foodward: Nachhaltigkeit, Qualität und Food Responsability

Im Rahmen des CAS „Food Responsibility“ wurde im April und Mai zum ersten Mal das Modul „Nachhaltigkeit im Unternehmen“ durchgeführt. Den Studierenden wurde dabei eine breite Palette an praxisorientierten Instrumenten des Nachhaltigkeitsmanagements serviert und aufgezeigt, wie Unternehmen der Foodbrache ihre gesellschaftliche und ökologische Verantwortung effektiv und effizient wahrnehmen können. Inputs aus Praxis und Forschung wechselten sich ab und boten ein umfassendes Bild des derzeitigen Wissensstandes. In den einzelnen Lehrveranstaltungen wurden u.a. zu folgende Werkzeugen und Themen behandelt und deren Anwendung in Unternehmen der Food-Branche diskutiert: Nachhaltigkeitsberichterstattung, Sustainalbe Supply Chain Management, Biodiversitätsmanagement, Nachhaltigkeitsmarketing, nachhaltiges Anlegen und Ökobilanzen. Aber auch Grundlagen zu Umwelt- und Lebensmittelrecht, Wirtschaftsethik und Change Management wurden vermittelt.

Die Vorbereitungen für das anschliessende CAS Modul „Wettbewerbsfaktor Qualitätslabel“ sind im vollen Gange. Dieses Modul wird den CAS „Food Responsibility“ abschliessen. Und 2013 startet dann der zweite Durchgang. ein Informationsabend findet am 26. Juni 2012 statt.

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