Die sechste Konferenz zum Thema nachhaltige Lebensmittelproduktion unter dem Titel Sustainable Foods Summit fand am 7. und 8. Juni 2012 im Amsterdamer Hotel Mövenpick statt. Immer mehr Bioprodukte sind gleichzeitig Fair Trade-zertifiziert, viele Herstellbetriebe erfüllen darüber hinaus weit gehende sozial-ökologische Standards und fordern diese aktiv von ihren Lieferbetrieben ein. Die grosse Herausforderung dabei: Wie lässt sich dies alles in die QM- und Zertifizierungsabläufe integrieren und wie lassen sich die Aufwände dabei optimieren? Muss alles in Richtlinien und Zertifizierungsabläufen definiert werden - oder wäre es nicht oft besser, die besten Betriebe gezielt zu fördern und auszuzeichnen?

Die jährlich von Organic Monitor organisierte Veranstaltung zog eine Bilanz, über das, was in der Lebensmittelindustrie in Sachen Umweltfreundlichkeit und soziale Leistungen erreicht wurde. Sie brachte sowohl Erfolge als auch Herausforderungen auf den Punkt. Unter den 25 Referenten waren Vertreter der Bio-Branche, des Fairen Handels, von diversen Verbänden und Warenzeichengebern, Wissenschaftler, Experten von politischen Organisationen sowie Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen. Die zweitägige Konferenz war in verschiedene Themenbereiche gegliedert, u.a Fairer Handel und Einzelhandel, Vermeidung von Lebensmittelrestmengen, die Entwicklung auf dem nachhaltigen Markt und Betrug mit Bio-Warenzeichen.

Der faire Handel boomt, er verzeichnet sogar die schnellste Wachstumsrate im Lebensmittelhandel. Christopher Wunderlich, der das United Nations Forum on Sustainability Standards vertrat, präsentierte eine detaillierte Bilanz dieser Entwicklung. Die jeweiligen Verkaufsvolumina von Kaffee, die durch UTZ, FairTrade und Rainforest Alliance zertifiziert sind, liegen zwischen 80.000 und 100.000 Tonnen im Jahr und nähern sich somit schnell der Höhe des biologischen Kaffees. Der Anteil des fair gehandelten Kaffees betrug 9 % der gesamten Kaffee-Produktion im Jahr 2010 und könnte sich in fünf Jahren verdoppeln. 2015 dürften 22 % der Bananen aus fairem Handel kommen, in England sind es derzeit (nach Agritrade) inklusive der Bio-Bananen bereits ein Drittel. Die Mehrheit der Importeure ist solchen Programmen angeschlossen, deren Vorgaben mehr oder weniger anspruchsvoll sind. Dennoch ist dieser Erfolg nur in wenigen Ländern zu beobachten, weil für die Ausfuhr eine notwendige Finanzierung sowie eine ausreichende Infrastruktur erforderlich sind. Dies ist jedoch in vielen armen Ländern ein Problem. Zudem fehlen Informationen und Parameter, um festzustellen, ob die Projekte auf Dauer sozial und wirtschaftlich nachhaltig sind.

Quelle und ganzer Artikel: Bio-Markt.info (Gabriel Lombard)

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