An der 2. Vorbereitungskonferenz zum Erdgipfel Rio+20 an der UNO in New York fordert Biovision einen Kurswechsel in der Landwirtschaft. Das aktuelle Wirtschaftssystem ist nicht nachhaltig und bedarf einer grundlegenden Transformation. Auf dem New Yorker Podium der Stiftung Biovision diskutierten Experten der Schweizer Delegation, der FAO und der UNCTAD, wie die nachhaltige Zukunft der Landwirtschaft aussehen kann: Eine Stärkung der Kleinbauern und die Förderung ökologischer Methoden wurden speziell hervorgehoben.

New York, 9. März 2011

Auf Einladung der Schweizer Stiftung Biovision diskutierten gestern sechs hochkarätige Redner am Rande der Vorbereitungen für den Rio+20 Erdgipfel 2012 in New York über die Rolle der Landwirtschaft in der viel zitierten „Grünen Wirtschaft“. Im Zentrum stand die Forderung, die Landwirtschaft und damit die Ernährungssicherheit auf eine nachhaltigere Basis zu stellen. Anita Maric vom Eidgenössischen Bundesamt für Landwirtschaft erklärte gleich zu Beginn: „Eine grüne Wirtschaft benötigt die Landwirtschaft und die Landwirtschaft braucht eine grüne Wirtschaft“. Einigkeit herrschte über die Wichtigkeit des Landwirtschafts-Sektors für eine Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft, einer sogenannten „Green Economy“.

Dr. Hans Rudolf Herren, Schweizer Welternährungspreisträger und Präsident der Stiftung Biovision verwies auf die Ergebnisse mehrerer aktueller internationaler Studien:

„Um die Nahrungsmittelproduktion und die natürlichen Ressourcen für eine nachhaltige Welternährung langfristig zu sichern, braucht es eine Öko-Intensivierung der globalen Landwirtschaft“, so Herren. Das ist auch die Quintessenz des vor zwei Jahren veröffentlichten Weltagrarberichtes (IAASTD Report 2008, International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development). Die Forderung nach einem Umdenken in der Landwirtschaft soll an den Erdgipfel in Rio und damit an die Entscheidungsträger getragen werden. „Es gibt genügend wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse und Empfehlungen“, so Hans Rudolf Herren“, „leider lässt die Umsetzung durch die zuständigen Entscheidungsträger und Regierungen bis heute auf sich warten.“

Auch die Sprecherin der UNO Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) sowie von der UNO Konferenz über Handel und Entwicklung pflichteten Herren bei, dass nun endlich etwas geschehen müsse in der Landwirtschaft. Sie legten dar, dass eine nachhaltige Landwirtschaft zur Bekämpfung des Klimawandels unabdingbar ist, und auch die Situation der fast 1 Milliarde Menschen, die an Hunger leiden, verbessern würde. Speziell auf die Rechte der Kleinbauern ging Carlos Marentes, Vertreter der internationalen Bauernorganisation Via Campesina ein. „Es geht nicht an, dass die Landwirtschaft weiter von der Agrochemie dominiert wird“, so seine Forderung nach einem Kurswechsel.

Den Abschluss mit einem eindringlichen Appell für eine nachhaltige Landwirtschaft bildete der Bolivianische Botschafter an der UNO, Pablo Solòn. Er warnte vor dem zunehmenden Ausverkauf der natürlichen Ressourcen. Als Lebensgrundlage der Menschheit seien Land und Ökosysteme nicht einfach „Güter“, die mit einem Preisschild versehen und dann gehandelt werden könnten.

Auskünfte: Biovision, Alexandra Pellanda, Tel. 044 500 45 05, Mobile 076 327 68 61, a.pellanda@biovision.ch

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