Fleisch aus Hoftötung einfacher finden
Die Nutztierschutz-Organisation KAGfreiland geht einen Schritt weiter für mehr Respekt gegenüber Nutztieren: Mit der neuen Webseite www.hoftoetung-schweiz.ch schafft sie eine nationale Plattform für die Hof- und Weidetötung.
Kernstück der neuen Website zur Hof- und Weidetötung ist eine interaktive Verkaufsstellenkarte. Bild: zVg
«Ziel ist es, Konsument:innen für die stressarme Schlachtmethode zu sensibilisieren sowie Produzenten und Gastro-Betrieben, welche Fleisch aus Hoftötung anbieten, Sichtbarkeit zu verschaffen», heisst es in der Medienmitteilung von KAGfreiland zur Lancierung der neuen Plattform. Kernstück der Website sind zwei Karten des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL.
Lange Zeit war der Weg zum Schlachthof für Schweizer Nutztiere unausweichlich – oft verbunden mit Transportstress und Angst in fremder Umgebung. Dieser Stress kann zudem einen negativen Einfluss auf die Fleischqualität haben. Die Hof- und Weidetötung erspart den Tieren den Transportstress zum Schlachthof und gewinnt zunehmend an Bedeutung. KAGfreiland lanciert nun eine neue Website zur Hof- und Weidetötung, um diese tierfreundliche Alternative aus der Nische zu holen und im Bewusstsein der Schweizer Bevölkerung zu verankern.
Übersicht zum Angebot
Rund 300 bis 350 Schweizer Landwirtschaftsbetriebe praktizieren bereits die Hoftötung. Konsument:innen wissen aber noch relativ wenig über die Vorteile der Hoftötung und haben kaum eine Übersicht, wo Fleisch aus Hoftötung erhältlich ist. Die neue Plattform bietet umfassende Informationen.
Kernstück der Webseite ist eine interaktive Verkaufsstellenkarte. Konsument:innen finden dort nach Tierkategorien geordnet Betriebe, die Fleisch aus Hoftötung anbieten. Da das Fleisch derzeit nicht im Detailhandel erhältlich ist, erfolgt der Verkauf primär direkt ab Hof oder über vereinzelte Metzgereien.
Ebenfalls auf der Webseite zu finden ist eine Karte mit Gastro-Betrieben und Läden, welche Fleisch aus Hoftötung anbieten - diese Karte ist noch im Aufbau. Die beiden Karten werden vom FiBL zur Verfügung gestellt und bewirtschaftet. Landwirtschaftsbetriebe und weitere Anbieter, welche noch nicht auf den Karten aufgeführt sind, können sich direkt über die Website bei den Verkaufsstellen registrieren.
Sichtbarkeit in den Hofläden
Um das Bewusstsein der Bevölkerung zu stärken, haben registrierte Betriebe, welche Hoftötungen praktizieren, Info-Flyer über die neue Online-Plattform erhalten, die sie in den Hofläden auflegen können. Zudem haben Landwirtschaftsbetriebe die Möglichkeit, ihre Fleischprodukte mit speziellen Etiketten mit dem Hoftötungs-Logo auszuzeichnen. So sieht die Kundschaft, wo Fleischprodukte mit besonders hohem Tierwohl-Standard erhältlich sind.
Bei der nationalen Kampagne und Online-Plattform www.hoftoetung-schweiz.ch wird KAGfreiland von folgenden Partnerorganisationen aus der Landwirtschaft unterstützt: FiBL, Demeter, Bio Suisse, Stressfrei vom Hof, Hofschlachtung Schweiz, Waidwerker und Wanger’s Landmetzg.
Wechsel an der Vorstandsspitze
An der KAGfreiland-Generalversammlung vom 30. Mai 2026 in Aarau haben die Stimmberechtigten die Ökologin Sarah Wolf zur neuen Vorstandspräsidentin gewählt. Sie übernimmt das Präsidium von Stefan Schürmann. Nach zehn Jahren Vorstandstätigkeit, davon die vergangenen fünf Jahre als Präsident, tritt der Stefan Schürmann als Vorstandspräsident zurück. Ab Juli übernimmt er beim bionetz.ch-Mitglied KAGfreiland die Funktion als Co-Geschäftsleiter.
Die Ökologin Sarah Wolf ist neue Vorstandspräsidentin von KAGfreiland. Bild: zVg
Auch die bisherigen Vorstandsmitglieder Dominique Kramer, Marlies Widmer und Patrick Hodel wurden von den Stimmberechtigten wiedergewählt. Martin Kaske, welcher seit 2022 im KAGfreiland-Vorstand war, stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl. Die Anwesenden bedanken sich bei Stefan Schürmann und Martin Kaske für ihr grosses Engagement im Vorstandsteam. Aufgrund seines langjährigen Engagements wurde Stefan Schürmann zudem zum Ehrenmitglied gewählt.
Tierfreundliche und artgerechte Haltung
Die Nutztierschutz-Organisation KAGfreiland mit Sitz in Aarau setzt sich seit über fünfzig Jahren für eine tierfreundliche und artgerechte Haltung der Nutztiere ein. Tiere in der Landwirtschaft sollten täglich Auslauf oder Weidegang erhalten und in Gruppen gehalten werden. Auch saubere und trockene Einstreu muss vorhanden sein. Zudem fördert KAGfreiland schonende Schlachtmethoden wie die Hoftötung.
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