Der Bundesrat hat am 4. 09. 2013 die Botschaft zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 verabschiedet. Der Bundesrat schlägt dem Parlament die Energiestrategie 2050 als indirekten Gegenvorschlag zur Atomausstiegsinitiative vor. Auf ein konkretes Ausstiegszeitplan verzichtet der Bundesrat jedoch. Trotz Anerkennung der Fortschritte, stösst genau dies auf breite Kritik.

Das Ziel des Bundesrats ist der etappenweise Umbau der Schweizer Energieversorgung bis 2050.Der Umbau der Schweizer Energieversorgung soll insbesondere durch die Senkung des Energieverbrauchs und den zeitgerechten und wirtschaftlich tragbaren Ausbau der erneuerbaren Energien erreicht werden soll.

WWF strommast 48546Wie kommt die Sonne ins Stromkabel? (Quelle: Anton Vorauer/WWF-Canon)

Grundsätze der Energiestrategie

Die Energiestrategie 2050 basiert auf den Grundsätzen, dass ...

  • jede Energie möglichst sparsam und rationell verwendet werden soll,
  • der Gesamtenergieverbrauch zu einem wesentlichen und kontinuierlich steigenden Anteil aus erneuerbaren Energien zu decken ist,
  • die Kosten der Energienutzung möglichst nach dem Verursacherprinzip zu tragen sind,
  • für den Bau und Umbau von fossilen Stromproduktionsanlagen eine Notwendigkeitsprüfung vorzunehmen ist, und
  • die Massnahmen und Vorgaben der Energiegesetzgebung technisch, betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar sein müssen.

Positive kleine Schritte – Klarer Zeitplan für Atomausstieg fehlt

NWA (Nie wieder AKW), eine schweizerische Organisation mit zahlreichen Regionalgruppen setzt sich für das schnelle definitive Abschalten sämtlicher AKW und eine 100% erneuerbare Energiezukunft ein. NWA informiert laufend über aktuelle Entwicklungen zur Energiethematik, aktuell mit einer Übersicht zu verschiedenen Medienberichten im Zusammenhang mit der Energiestrategie 2050.

Die Bundesvorlage ist auch für WWF ungenügend. Statt eine Energiewende handle es sich eher um ein „Energiewendchen“. Die Botschaft zur Energiestrategie 2050 bringe zwar kleine Verbesserungen auf dem Weg zur Energiewende, was begrüssenswert sei.

„Der Bundesrat präsentiert eine Vorlage ohne Ecken und Kanten“, sagt Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz. Leider hat es der Bundesrat verpasst, die Instrumente konkret auszugestalten. Er spielt also auf Zeit. Nochmals Thomas Vellacott: „Mit einem halbherzigen Energiewendchen ersetzen wir bloss AKW durch Gaskraftwerke, also Atomrisiken durch Klimaschäden.“

Ihre Meinung? – bionetz.ch-Kontakt: Peter Jossi

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